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Augenprothesen (Glasaugen)

Augenprothesen (Glasaugen) bei Verlust des Auges

Augenprothesen (Glasaugen) werden aus ästhetischen und psychologischen Gründen verwendet, nachdem es zum Verlust eines Auges kam. Auch die medizinische Versorgung der leeren Augenhöhle spielt eine große Rolle. Die Gesichtsharmonie wird durch das Einsetzen einer solchen Prothese wieder hergestellt. Dadurch wird die seelische Belastung, die durch den Verlust eines Auges ausgelöst wird, zumindest ein wenig verringert.
Heutzutage werden Augenprothesen (Glasaugen) aus einem speziellen Kunststoff oder Kryolithglas hergestellt. Sie werden individuell angefertigt und an die natürliche Irisfarbe angepasst, so dass auf den ersten Blick kein Unterschied zu erkennen ist.
Anders als durch Filme vermittelt, sind Glasaugen nicht rund, sondern schalenförmig. Dadurch passt es sich der Geometrie der Augenhöhle besser an und kann eventuell auch in Einzelfällen mit der Nase verbunden werden.

Es gibt diverse Vor- und Nachteile bei den unterschiedlichen Materialien.
Prothesen aus Glas sind zwar zerbrechlich, sind allerdings besser verträglich, da es sich um anorganisches Material handelt. Anders als bei Kunststoffprothesen können diese Prothesen bei einer Sitzung gefertigt und eingesetzt werden. Die Augenprothesen (Glasaugen) wirken Hydrophobil. Das bedeutet, dass Tränenflüssigkeit nicht abperlt, sondern einen Gleitfilm bildet.
Bei beiden Materialien ist die Anfertigung einer Ersatzprothese ratsam.


Die Prothese kann rund um die Uhr getragen werden


Augenprothesen bedürfen regelmäßiger und spezieller Pflege. Zum einen muss die Prothese täglich mit lauwarmen Wasser gereinigt werden. Dies sollte nicht im Waschbecken unter fließendem Wasser erfolgen, da das Glasauge brechen kann. Auch heißes Wasser sollte man vermeiden. Ist das Glas besonders verschmutzt, kann zur Reinigung Essig verwendet werden, der allerdings vor dem Einsetzen wieder gründlich abgespült werden muss.Eine Augenprothese kann rund um die Uhr getragen werden. Es gibt ein Medizinproduktegesetz, nach dem die Prothese von Erwachsenen ein Jahr und von Kindern sechs Monate getragen werden kann. Nach Ablauf dieser Zeit sollte das Produkt aus medizinischer und ästhetischer Sicht ausgetauscht werden.

Die privaten und gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen die Kosten für Augenprothesen (Glasaugen) zu 100%. Der Patient bezahlt lediglich die üblichen 10 Euro Zuzahlung. Die Herstellung eines Auges aus Glas dauert in etwa eine Stunde. Man sollte darauf achten, einen erfahrenen Augenprothetiker bzw. Ocularisten aufzusuchen. Der Preis für ein Glasauge beträgt in etwa 300 Euro. Dies kann je nach Anpassung an die Anatomie (eventuell fehlt nach einem Unfall oder einer Operation ein großer Teil von Gewebe) oder der Einfärbung auch etwas abweichen.

Nachteile / Risiken
Kunststoff ist beispielsweise nicht zerbrechlich und verhält sich im Winter thermisch besser als Glas. Es führt allerdings häufiger zu allergischen Reaktionen und ist weniger gut verträglich. Ein weiteres Problem entsteht durch die raue Oberfläche, die Flüssigkeit abstößt und hydrophob wirkt.
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