Ästhetische Kompositfüllungen als moderne Zahnfüllungen

Eine regelmäßig durchgeführte Prophylaxe reduziert die Kariesanfälligkeit von Zähnen deutlich. Dennoch lässt sich Karies bei den meisten Patienten und Patientinnen nicht gänzlich vermeiden. Löcher im Zahn entstehen. Wurden die kranken Zähne in der Vergangenheit beinahe ausschließlich mit Amalgam behandelt, stehen heute andere Alternativen zur Wahl. Einige der geläufigsten Optionen sind ästhetische Kompositfüllungen. Diese belastbaren Füllungsmaterialien aus Kunststoff in Zahnfarbe bewähren sich im Dentalbereich seit mittlerweile über zwei Jahrzehnten.

Was sind ästhetische Kompositfüllungen?

Diese Füllungen für die Front- und Seitenzähne sind moderne Füllungskunststoffe in Zahnfarbe, die sich als plastisches Pendant zu Inlayformen bewährt haben. Heute haben die Kunststoffe ein qualitativ sehr hohes Niveau erreicht, das in erster Linie der Frontzahnregion sowie kleineren Füllungen im Seitenzahnbereich zugutekommt. Die Haltbarkeit entspricht in etwa der Dauer von Amalgam. Ein Vorteil ist, dass die Zähne für das Einbringen der Füllungen kaum geschliffen werden müssen. Ganz im Gegenteil: ästhetische Füllungen wie diese zeichnen sich durch eine sehr gute Haftung aus. Dementsprechend stabilisiert die Substanz die Zähne sogar zusätzlich. Nur bei zu großen Löchern im Zahn oder zerstörten Schmelzwänden an Seitenzähnen raten Zahnärzte von einer Verwendung des Materials ab.

Tipp der Redaktion: Übrigens werden die Kompositfüllungen nicht im Labor hergestellt. Mediziner setzen die Füllungen direkt am Patienten ein.

Die einzelnen Bestandteile von Komposit im Überblick

Komposit besteht hauptsächlich aus zwei Bestandteilen:

  • kleine Glas-, Keramik- und Quarzpartikel: etwa 80 Prozent
  • Kunststoffanteile: etwa 20 Prozent

Wie lange hält die Füllung an?

Aufgrund der Zusammensetzung der einzelnen Füllungspartikel ist Komposit in der Lage, hohen mechanischen Belastungen standzuhalten. Trotz der starken Zug- und Druckkräfte erweist sich das Material als extrem abriebfest. Bedingt durch diese Eigenschaften, gehen Ärzte von einer durchschnittlichen Haltdauer von sieben Jahren aus.

Tipp der Redaktion: Diese Haltbarkeit wird bei ästhetischen Kompositfüllungen nur gewährt, wenn die Zähne regelmäßig und ordnungsgemäß gesäubert werden.

Wie verläuft die Behandlung?

Der Ablauf von Behandlungen mit Komposit läuft bei jedem Verfahren gleich ab. Innerhalb einer Sitzung entfernt der Zahnarzt zuerst die Karies. Hierbei trägt der Mediziner die erkrankten Stellen Schicht für Schicht ab. Wurde der Zahnschmelz bewusst angeätzt, stellt der Facharzt unter Verwendung von Haftmitteln eine Verbindung zwischen der Kompositfüllung sowie der Zahnsubstanz her. Folgende Maßnahmen und Voraussetzungen müssen für eine erfolgreiche Zahnbehandlung mit diesen Komposit-Füllungen gewährleistet werden:

  1. Die Oberfläche des Zahnschmelzes sowie Dentins muss absolut trocken gehalten werden.
  2. Die einzelnen Kompositschichten müssen mithilfe von einem Haftvermittler vorbereitet werden.
  3. Eine Aushärtung der Füllung erfolgt anschließend mit einem sogenannten Blaulicht.

Welche Risiken und Nachteile birgt die Methode?

Setzt ein Zahnarzt die Kompositfüllungen in größerem Umfang ein, sind sogenannte Aufbissempfindlichkeiten nicht ausgeschlossen. Um dieses Risiko zu minimieren, treffen die Mediziner für gewöhnlich vorbereitende Maßnahmen. In den behandelten Mundregionen legen Ärzte sogenannte Unterfüllungen an. Diese Unterfüllungen sind in mehrfacher Hinsicht sinnvoll. Beispielsweise legen diese Füllungsformen eine wichtige Grundlage, um das Komposit bei Bedarf unkompliziert zu entfernen.

Andere Probleme treten gelegentlich in Form kleiner Randspalten während des Aushärtungsprozesses auf. Diese Spalten entstehen durch den Schrumpfungsprozess des Komposits während des Aushärtens. Schlimmstenfalls verursacht diese Schrumpfung eine bakterielle Erkrankung. Karies wäre eine mögliche Folge. Darüber hinaus ist nicht auszuschließen, dass diese Kompositfüllungen auf Dauer abgenutzt werden und Verfärbungen erleiden.

Sind die Kompositfüllungen optisch tatsächlich so dezent?

Ein großer Vorteil der Kompositfüllungen ist es, dass diese Materialien in unterschiedlichen naturidentischen Transparenzen verfügbar sind. Aufgrund dieser Beschaffenheit profitiert ein Zahnarzt von der Möglichkeit, die einzelnen Zahnschichten mit den passenden Kompositsubstanzen naturgetreu zu rekonstruieren. Da modernste Komposite aus extrem feinen Partikeln angefertigt sind, erhalten die Füllungen nach der zahnärztlichen Politur einen deutlich sichtbaren natürlichen Glanz. Dieser Effekt hat zur Folge, dass die künstlichen Ersatzstoffe eigentlich nicht von natürlichen Zahnsubstanzen unterschieden werden können.

Behandlungskosten: aktuelle Regelungen in der Übersicht

Im Gegensatz zu Amalgam, tragen gesetzliche Krankenkassen zahnärztliche Behandlungen mit ästhetischen Kompositfüllungen nicht generell. Werden die Komposite allerdings im sichtbaren Bereich eingesetzt, übernehmen gesetzliche sowie private Krankenversicherungen den gesamten Kostenaufwand. Deshalb haben sich die Füllungen als optimale medizinische Lösung im Eck- sowie Schneidezahnbereich durchgesetzt.

Tipp der Redaktion: Selbstverständlich steht es Patienten und Patientinnen frei, sich auch ab dem Seitenzahnbereich für ästhetische Kompositfüllungen zu entscheiden. Allerdings müssen Betroffene die über Amalgam-Füllungen hinausgehenden Mehrkosten selbst bezahlen.

Genaue Angaben zur Höhe der Kosten können jedoch nicht gemacht werden. Ausschlaggebende Komponenten sind die Größe der Füllung bzw. die exakte Zusammensetzung der Materialien.

Die richtigen Ärzte für diese Behandlung

Der erfolgreiche Verlauf einer zahnärztlichen Behandlung mit ästhetischen Kompositfüllungen hängt erstrangig von der Arztwahl ab. Allerdings haben Betroffene schnell einen Ansprechpartner gefunden. Denn die Verwendung dieses Füllmaterials gehört heute zum Standardangebot von Zahnarztpraxen. Patienten wird angeraten, sich ausschließlich an Fachärzte für Zahnmedizin zu wenden. Damit die Füllungen letztendlich überhaupt nicht auffallen, ist ein hohes Maß an Geschick, Zeitaufwand sowie qualitativ hochwertiger Materialien notwendig.

Vor- und Nachteile dieser Methode

Komposit hat sich als tadelloser Werkstoff für eine Behebung von Defekten im Frontzahnbereich bewährt. Allerdings bewerten Mediziner dessen Wirkung für größere Füllungen in Seitenzahnregionen als problematisch. Gesundheitliche Probleme wie hartnäckige Aufbissempfindlichkeiten sind nicht ausgeschlossen. Bakterielle Entzündungen aufgrund Schrumpfungen des Kunststoffes können zu unangenehmen Nebenwirkungen führen. Dennoch gibt es viele Aspekte, die für eine Anwendung mit diesem Material sprechen.

Vorteile

  • preiswerte Alternative zu Inlays
  • Versorgung mit Kompositfüllung erfolgt innerhalb einer Sitzung
  • ästhetisch einwandfreies Ergebnis
  • automatische Stabilisierung der Zahnsubstanz
  • keinerlei Nachsorgemaßnahmen sind notwendig

Nachteile

  • nicht langzeitbeständig (insbesondere bei umfangreichen Füllungen)
  • Abrasionen und Verfärbungen sind nicht ausgeschlossen
  • problematische Methode für Defekte, die bis unter das Zahnfleisch reichen
  • hartnäckige Aufbissschmerzen möglich