Bandnähte an großen und kleinen Gelenken

Bandnähte an kleinen und großen Gelenken zur Stabilisierung

Ein Unfall oder Verletzungen überraschen Betroffene stets negativ. Eine falsche Bewegung genügt und schon „klappen“ Gelenke zu einer Seite weg. Normalerweise ist die Stabilität von Gelenken durch straffe Bänder gesichert. Wird die natürliche Bewegungs- oder Belastungsgrenze der Gelenke durch plötzliche Dehnungen oder Drehungen überschritten, kann ein Riss in Bändern entstehen. Diese Verletzungen der Bänder treten größtenteils nach einem seitlichen Umknicken des Daumengelenks, Kniegelenks oder oberen Sprunggelenks auf. Eine Operation der lädierten Bänder ist häufig notwendig.

Folgen von Verletzungen der Bandnähte

Werden verletzte Bänder keiner rechtzeitigen adäquaten Behandlung unterzogen, drohen massive Schädigungen der Gelenke. Problematisch ist, dass die Gelenkflächen nach den Verletzungen nicht mehr exakt aufeinander passen. Oft genügt eine Ruhigstellung über einen längeren Zeitraum, damit das geschädigte Band wieder heilt. In anderen Fällen ist hingegen eine Operation notwendig, die heutzutage zumeist ambulant und arthroskopisch erfolgen.

Wann empfiehlt ein Chirurg den Eingriff an den Gelenken?

Empfehlungen für oder gegen eine chirurgische Behandlung hängen von der jeweiligen Verletzung ab. Beispielsweise gelten diese Faktoren als maßgebliche Komponenten der operativen Behandlung eines Kreuzbandrisses:

  1. Alter der Patienten
  2. körperliche Belastung durch Beruf
  3. individuelle sportliche Pläne und Motive

Chirurgen raten bei einem Kreuzbandriss zu einer Operation, wenn Patienten ihr Knie als instabil empfinden. Eine derartige Instabilität verursacht eine frühzeitige Abnutzung von Gelenken sowie Schäden an Meniskus und Knorpel.

Ein weiteres Krankheitsbild zum Einsetzen der Bandnähte ist der sogenannte Skidaumen, der sich durch einen Bänderriss im Daumengelenk auszeichnet. Da ein vollständiges Ausheilen durch einen konservativen Gipsverband nicht gewährleistet wird, sorgt die Operation dafür, dass das Band wieder in der exakten Position zusammenwächst. Bei dieser Erkrankung raten Mediziner eine OP dringend an. Anderenfalls führt ein unbehandelter Bänderriss zu einem instabilen Daumengelenk, so dass die Haltefunktion des Daumens eingeschränkt ist. Diese Verletzung kann auch längere Zeit nach der Verletzung des Daumengelenks durchgeführt werden.

Im Gegensatz zur Verletzung des Daumens raten Ärzte bei einem Bänderriss im Sprunggelenk häufig von einem operativen Eingriff ab. Alternativ versuchen Orthopäden, eine Besserung des Zustands durch eine Ruhigstellung des Fußes durch Gips oder Spezialschuhe wie Orthesen wieder herzustellen. Ein anderer Fall liegt bei einem Einriss der bindegewebsartigen Struktur zwischen Schien- sowie Wadenbein vor. Diese Körperpartie bezeichnen Ärzte als Syndesmose.

Entscheidungen für oder gegen eine Operation verletzter Bänder im Knie- oder Sprunggelenk werden durch verschiedene Komponenten beeinflusst. Insbesondere bei Personen, die keine allzu hohen sportlichen Ambitionen haben, raten Ärzte im Normalfall zu konservativen Therapien mit einer Ruhigstellung der Körperteile sowie anschließender Krankengymnastik. Da Gelenke bei Patienten ab 50 Jahren schon zu sehr geschädigt sind, raten Fachärzte für diese Patientengruppe generell von einer Kreuzbandplastik ab. Weiterhin sehen Mediziner von einer operativen Behandlung der verletzten Bänder ab, wenn Betroffene an schwerwiegenden Grunderkrankungen oder einem generell schlechten Allgemeinzustand leiden.

Vor der Operation: darauf müssen Betroffene achten

Werden die Bandnähte der kleinen und großen Gelenke unter Vollnarkose eingesetzt, kontrolliert ein Anästhesist stets die Narkosefähigkeit der Patienten und Patientinnen. Falls zu große Risiken für die Anästhesie bestehen, raten Mediziner eventuell von dem Eingriff ab oder raten zu einem anderen Betäubungsverfahren. Zusätzlich dienen diese Maßnahmen der Vorbereitung auf die Operation:

  • Versorgung für Hilfe zur Bewältigung des Haushalts für die Zeit nach der Operation organisieren
  • Arzt über Einnahme regelmäßig erforderlicher Medikamente informieren
  • kein Nikotin am Tag der Anästhesie
  • Verzicht auf Genuss fester Nahrung sowie trüber Flüssigkeiten mindestens sechs Stunden vor der Anästhesie
  • Verzicht auf Genuss klarer Flüssigkeiten mindestens zwei Stunden vor der Betäubung

Informationen zur chirurgischen Versorgung der Bandnähte

Die Betäubungsmethode richtet sich nach dem jeweiligen Krankheitsbild. Ein Skidaumen wird über eine Plexusanästhesie operiert. Bänderrisse an Knie- oder Sprunggelenken werden unter Spinalanästhesie oder Vollnarkose durchgeführt. Die Dauer des operativen Eingriffs hängt von folgenden Komponenten ab:

  1. eventuell bestehende Begleitverletzungen
  2. Umfang der Verletzung
  3. individuelle Gegebenheiten der Patienten und Patientinnen

Ein Richtwert ist der Zeitumfang der Kreuzbandplastik, die Mediziner auf ein bis zwei Stunden festsetzen.

OP bei einem Kreuzbandriss

Bei einem Kreuzbandriss ist zumeist das vordere Kreuzband verletzt. Einzelne Schritte der Operation erfolgen durch diese Vorgehensweise:

  1. Gelenkspiegelung
  2. Absaugung des Blutergusses
  3. partielle Beseitigung der Überreste des gerissenen Kreuzbandes

Allerdings betonen Ärzte, dass die Kreuzbandplastik häufig nicht die erhofften Erfolge erzielt. Deshalb raten Chirurgen erst nach einer Wartezeit von sechs bis acht Wochen nach der Verletzung zu der OP an. Nach diesem Zeitraum ist die Schwellung weitgehend abgeklungen. In dieser Zeit wird Patienten angeraten, den Heilungsprozess durch ein krankengymnastisches Training der Oberschenkelmuskulatur voranzutreiben. Im Anschluss führen Operateure die chirurgische Behandlung arthroskopisch durch.

Da das alte Kreuzband erfahrungsgemäß nicht genäht werden kann, muss dieses Körperteil häufig vollständig ersetzt werden. Als Ersatzmaterialien werden die Beugesehne oder Kniegelenkssehne verwendet. Ein Chirurg entnimmt über einen kleinen Hautschnitt das Sehnengewebe, um nach einem Vernähen oder Entfernen des alten Kreuzbandes die Ersatzsehne einzuziehen sowie zu befestigen.

OP bei einem Skidaumen

Dass ein Bänderriss des Daumens als „Skidaumen“ bezeichnet wird, hat seinen Grund. Dieser Riss entsteht besonders häufig, indem Skifahrer bei einem Sturz in der Schlaufe des Daumens hängenbleiben. In der Körperregion rund um das geschädigte Band nimmt ein Chirurg einen ungefähr vier bis fünf Zentimeter langen Schnitt in geschwungener Form vor, so dass das zerrissene Band freigelegt und eventuell mit einer direkten Naht wieder zusammengenäht wird. Ist das Band jedoch am Knochen ausgerissen, ist entweder ein Verankerungssystem oder eine Drahtnaht notwendig. Eine Verankerung könnte dauerhaft im Knochen bestehen bleiben. Ein Draht wird nach etwa sechs Wochen wieder beseitigt. Falls kleine Knochenstücke ausgerissen wurden, werden diese möglicherweise durch einen Drahtstift oder kleine Schrauben an der Knochenstruktur verankert.

OP bei einem Sprunggelenk

Der Außenknöchel des Sprunggelenks wird durch drei Bänder geschützt, die ein Verdrehen des Fußes in seitliche Richtung vermeiden. Knickt der Fuß jedoch um, zerreißen die Bänder. In vielen Fällen genügt es, wenn die verletzten Bandstrukturen durch Ruhigstellung therapiert werden. Ein Ausnahmefall ist ein Riss der Syndesmose, welche die Waden- sowie Schienbein bandartig miteinander verbindet. Bei dieser Verfahrensweise befestigen Chirurgen eine Stellschraube zwischen Waden- sowie Schienbein, die beide Teile bis zur kompletten Abheilung in der erforderlichen Position zusammenhält. Nur selten oder bei einer chronischen Instabilität des Fußgelenks raten Ärzte bei einer Außenbandruptur zur chirurgischen Behandlung. Diese Maßnahme führen Mediziner über eine sogenannte direkte Bandnaht mit anschließender Ruhigstellung durch. Gelegentlich ziehen Operateure eine Bandplastik in Erwägung, bei der Ärzte das geschädigte Band durch Fußsehnen der Fuß- oder Unterschenkelpartie ersetzen.

OP bei einem Kniegelenk

Das Kniegelenk wird durch ein inneres sowie äußeres Seitenband geschützt, die ein zu weites Aufklappen des Kniegelenks verhindern. Im Kniegelenkszentrum sind das vordere und hintere Kreuzband angeordnet, die einem Verschieben des Kniegelenks entgegenwirken. Sogenannte isolierte Seitenbandrisse werden normalerweise nur durch eine Ruhigstellung sowie Krankengymnastik behandelt. Im Gegensatz dazu werden kompliziertere Verlaufsformen mit einer direkten Bandnaht therapiert.

Postoperative Maßnahmen zur Pflege der therapierten Gelenke

Falls der Eingriff der Bandnähte für die Gelenke ambulant erfolgt, müssen Patienten nach der OP dennoch für einige Zeit unter Beobachtung bleiben. Natürlich lässt die Anästhesie relativ schnell nach. Dennoch dauert es, bis Betroffene wieder „Herr über sich selbst“ sind. Deshalb schreiben Mediziner ihren Patienten und Patientinnen vor, am Tag der Operation nicht selbst Auto fahren oder öffentliche Verkehrsmittel ohne Begleitperson nutzen zu dürfen.

Die individuellen Nachsorgemaßnahmen richten sich nach der jeweiligen Verletzung.

  • Kreuzbandriss/Sprunggelenk: konsequente Hochlagerung des Beins für drei bis fünf Tage nach dem Eingriff; Kühlung mit Kühlelementen und Eisbeuteln
  • Kreuzbandplastik: für mindestens zwei Wochen eine Knieschiene tragen; Nutzung von Gehstützen; Krankengymnastik
  • Skidaumen: Ruhigstellung durch Gipsverband für etwa fünf Wochen

Operative Versorgungen von Bänderrissen bedürfen nach der OP stets einer längeren Genesungszeit. Deshalb sollten sich Betroffene genau nach den Anweisungen der Mediziner richten. Zusätzlich sollten Patienten und Patientinnen unbedingt die ärztlich empfohlenen Kontrolltermine einhalten. Behandelte Personen sollten dringend einen Arzt konsultieren, falls Unannehmlichkeiten wie starke Schmerzen, Fieber oder Schwellungen auftreten.

Wie hoch sind die Risiken der Therapie der Bänder?

Mediziner schätzen Operationen bei Bänderrissen als ungefährlich ein. Das bedeutet jedoch nicht, dass Komplikationen mit Sicherheit ausgeschlossen werden können. Sehr selten treten diese Begleiterscheinungen auf:

  1. Knorpelschäden
  2. Gelenkergüsse
  3. Gelenkinfektionen

Da die Knie- oder Fußregion nach einem Bänderriss besonders lang ruhiggestellt werden muss, entsteht automatisch ein gesteigertes Thromboserisiko. Prophylaktische Maßnahmen durch Thrombosespritzen sind deswegen unerlässlich. Besondere Aufmerksamkeit gilt krankengymnastischen Anwendungen für ein muskuläres Aufbautraining. Diese Maßnahmen betreffen in erster Linie Knie sowie Fuß. Um eine 100%ige Funktionsfähigkeit des Daumens zu gewährleisten, ordnen Mediziner auch bei diesem Krankheitsbild Krankengymnastik an.

Vor- und Nachteile der Operation der Bandnähte für Gelenke

Legen Ärzte eine Operation der Bänder an Gelenken nahe, hat diese Entscheidung einen wichtigen Grund: die Funktionsweise der Gelenke ist gefährdet. Bänder sind verletzt. Um gesundheitliche Gefahren einzuschränken, sollten sich Betroffene unbedingt den Behandlungen unterziehen.

Vorteile

  • Gelenke werden durch medizinisch versorgte Bänder effektiver geschützt
  • Risiken sind relativ gering
  • ambulante Versorgung bei vielen Krankheitsbildern möglich
  • Krankenkassen übernehmen bei medizinischer Indikation Behandlungskosten
  • verschiedene operative Methode für unterschiedliche Krankheitsbilder
  • minimal-invasive Eingriffe möglich

Nachteile

  • OP ist nicht bei jeder Verletzung eines Bands sinnvoll
  • relativ umfangreiche Nachsorgemaßnahmen
  • verhältnismäßig lange Genesungszeiten