Bauchspiegelung

Die Bauchspiegelung: Erkrankungen im Bauchraum auf die Spur gelangen

Die Bauchspiegelung – der medizinische Fachterminus lautet Laparoskopie – ist eine Untersuchung des Bauchraums, die von innen mit einem speziellen Endoskop durchgeführt wird. Dieses Endoskop, das Laparoskop, ist auf der Suche nach Ursachen für bestimmte gesundheitliche Beschwerden behilflich.

Was ist eine Spiegelung des Bauchs?

Die Laparoskopie ist ein operatives Verfahren, bei dem ein Gerät mit einer kleinen Kamera in den Körper eingeführt wird. Weiterhin ist das Endoskop mit einem spezifischen Linsensystem für Vergrößerungen aufgewertet, das mit einer Spül- und Absaugvorrichtung sowie einer Lichtquelle ergänzt wird. Die Bauchspiegelung verfolgt den Zweck, Diagnosen zu stellen. Zudem ist die Laparoskopie eine bewährte Methode, um kleinere Eingriffe durchzuführen. Die Bauchspiegelung fällt in die Kategorie der Schlüsselloch-Chirurgie. Denn für eine Durchführung des Verfahrens sind ausschließlich kleine Einschnitte nötig.

Das Ziel der Laparoskopie

Die Laparoskopie ist ein bewährtes medizinisches Verfahren, um Erkrankungen der Bauch- und Beckenorgane zu diagnostizieren. Besonders empfehlenswert ist die Spiegelung insbesondere bei Patienten und Patientinnen, bei denen Ursachen für Beschwerden nicht durch andere therapeutische Verfahren diagnostiziert werden konnten. Eine Bauchspiegelung ist eine sinnvolle Ergänzung zu folgenden diagnostischen Verfahren:

  1. Magen- oder Darmspiegelung
  2. Ultraschall
  3. Computertomografie
  4. Kernspintomografie

Die Spiegelung des Bauchraums verfolgt die Funktion, krankhafte Veränderungen an Organen wie der Milz, Bauchspeicheldrüse, Darm, Leber, Magen, Eileiter, Gebärmutter oder den Eierstöcken zu erkennen.

Weiterhin bietet eine Bauchspiegelung einem Operateur die Möglichkeit, im Rahmen einer Biopsie Gewebeproben zu entnehmen. Dadurch beurteilen Chirurgen beispielsweise bei Tumorerkrankungen, ob Geschwülste operiert werden müssen oder bereits Metastasen existieren. Feingewebliche Proben werden bei der Laparoskopie entnommen, um gut- oder bösartige Veränderungen des Gewebes zu bestimmen. Darüber hinaus kann die Funktionalität der Beckenorgane beurteilt werden, wenn Frauen unter einem unerfüllten Kinderwunsch leiden. Folgende Krankheiten werden heutzutage in Kombination mit einer Bauchspiegelung chirurgisch therapiert:

  1. Magenverkleinerungen und Dünndarmausschaltungen bei krankhafter Fettsucht (sogenannter Magenbypass)
  2. Leistenbruch-OP
  3. Beseitigung der Gallenblase (Cholezystektomie)
  4. partielle Entfernung des Dickdarms (Kolonresektion)
  5. Sterilisation bzw. Blockade der Eileiter
  6. Bauchwasser (Aszites)
  7. Tumorerkrankungen
  8. Endometriose (versprengte Gebärmutterschleimhaut in der Bauchhöhle)
  9. Zysten an den Eierstöcken
  10. bei ungewollter Kinderlosigkeit

Für welche Personengruppen ist die Operation nicht geeignet?

Eine mögliche Kontraindikation für eine Bauchspiegelung sind Herz- und Lungenerkrankungen. Patienten sowie Patientinnen mit diesen Beschwerden werden nicht laparoskopisch operiert, da der Bauch für die Behandlung mit Gas aufgebläht werden muss. Durch diesen Zustand tritt das Zwerchfell höher. Beschwerden von Herz- und Lungenkrankheiten könnten sich verstärken. Mussten bei Patienten bereits im Vorfeld Operationen im Bauchraum vorgenommen werden, sind möglicherweise Verwachsungen entstanden, die die Laparoskopie wiederum erschweren. Bei extrem übergewichtigen Personen stößt das Verfahren aus technischen Gründen an seine Grenzen.

Insbesondere bei einer laparoskopischen OP von bösartigen Tumoren wie Geschwülsten im Dickdarm-, Mastdarm- oder Magenbereich ist besonders viel Erfahrung der Chirurgen erforderlich. Bei Operationen wie diesen ist es wichtig, dass der Tumor aus gesundheitlichen Gründen radikal einschließlich benachbarter Organteile sowie betroffener Lymphknoten beseitigt wird. Aktuelle Studien belegen, dass die Operationserfolge bei Mast- sowie Dickdarmkrebs ähnlich erfolgreich sind wie bei offenen Operationen. Die nachfolgenden Krankheitsbilder werden durch Mediziner ebenfalls nicht mit einer Bauchspiegelung behandelt:

  1. starke Gerinnungsstörungen
  2. Darmverschluss (Ileus)
  3. bakterielle Bauchfellinfektionen (Peritonitis)
  4. schwere unkontrollierte Herzschwäche
  5. Pfortaderhochdruck der Leber (portale Hypertension)

Arten der Laparoskopie

Die Bauchspiegelung wird nach drei verschiedenen Arten unterschieden. Diese drei Formen weichen partiell voneinander ab.

Konventionelle diagnostische Laparoskopie

Bei dieser Form der Bauchspiegelung nimmt ein Chirurg einen kleinen Schnitt im Bauchraum vor, um einen hohlen Stab – den sogenannten Trokar – in den Bauchraum einzuführen. Über diesen Trokar leiten Operateure zunächst Kohlendioxid oder Lachgas in die Bauchregion ein. Dieses Gas bläst den Bauch so lange auf, bis die anderweitig sehr eng aneinander liegenden Bauchorgane voneinander separiert sind. Durch diesen erweiterten Raum hat der Chirurg eine verbesserte Sicht auf die Bauchhöhle. Über diesen Trokar befördert ein Arzt nunmehr das Laparoskop – das eigentliche Untersuchungsinstrument – in den Bauchraum. Über dieses Endoskop können die einzelnen Becken- und Bauchorgane detailliert untersucht werden.

Gynäkologische Bauchspiegelung

In der Gynäkologie wird die Spiegelung des Bauchs zur Untersuchung der weiblichen Geschlechtsorgane eingesetzt. Zumeist werden Eierstöcke, Eileiter sowie Gebärmutter bei ungewollter Kinderlosigkeit untersucht. Ein weiteres Behandlungsfeld sind Bauch- oder Beckenbeschwerden bei Frauen.

Mini-Laparoskopie

Im Gegensatz zur konventionellen Methode ist das Trokar mit einem Durchmesser von drei Millimetern bei diesem Laparoskopie-Ansatz wesentlich schmaler.

Der Vorteil dieser „Schlüsselloch-Methode“ ist eine besonders schonende Verfahrensweise, deren Einstichstelle so klein ist, dass diese noch nicht einmal genäht werden muss. Darüber hinaus ist die Mini-Laparoskopie ebenfalls bei an Blutgerinnungsstörungen leidenden Personen oder Betroffenen mit Verwachsungen im Bauchraum anwendbar. Ein Nachteil für Mediziner ist die schlechtere Sicht während der Spiegelung.

So funktioniert die Bauchspiegelungs-OP: die allgemeine Verfahrensweise

Vor der Spiegelung führt der behandelnde Mediziner mit Patient oder Patientin ein umfassendes Aufklärungsgespräch. Im Rahmen dieses Gespräches werden nicht nur etwaig einzunehmende Medikamente oder Vorerkrankungen abgefragt. Zugleich informiert der Arzt über mögliche Risiken und Komplikationen. Eine wichtige vorbereitende Maßnahme ist die Blutentnahme, um beispielsweise Hinweise auf eine gestörte Blutgerinnung zu diagnostizieren. Ein EKG ist im Bedarfsfall ebenfalls notwendig. Zu der Bauchspiegelung müssen Patienten nüchtern erscheinen.

Vor der Bauchspiegelung erhalten Betroffene einen intravenösen Zugang, über den im Bedarfsfall sofort Pharmazeutika verabreicht werden dürfen. Während der Laparoskopie bedürfen Puls sowie Blutdruck einer stetigen Überwachung. Die chirurgische Behandlung erfolgt in aller Regel unter Vollnarkose und dauert ungefähr 30 Minuten an. Bei einer konventionellen Bauchspiegelung muss die Wunde nach der Behandlung vernäht werden, so dass kleine Narben zurückbleiben. Eine Mini-Laparoskopie kann unter Beachtung individueller Umstände auch ambulant durchgeführt werden.

Nach der Bauchspiegelung: worauf achten?

Die Nachsorge hängt von der Art der Bauchspiegelung ab. Bei einer ambulanten Spiegelung begeben sich Betroffene nach dem Eingriff nur noch für einige Stunden unter ärztliche Obhut. Bei einem stationären Verfahren werden Patienten und Patientinnen für einen weiteren Tag in der Einrichtung überwacht. Nach einer ambulanten Behandlung ist es Betroffenen am Tag der Operation nicht gestattet, allein öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen oder Auto zu fahren.

Treten Infektionsanzeichen wie Fieber oder Hautrötungen, nachträgliche Blutungen, Herzrasen, Übelkeit oder Blässe auf, ist ein sofortiger Kontakt zum behandelnden Arzt notwendig. Alle ärztlich empfohlenen Nachsorgetermine sind gewissenhaft einzuhalten.

Risiken der Behandlung

Eine Bauchspiegelung ist ein chirurgischer Eingriff, der nicht garantiert risikofrei verläuft. Die Spiegelung wird durch Mediziner zwar als relativ komplikationsarm eingestuft. Doch diese Beurteilung ist keine Garantie. Möglicherweise leiden Patienten aufgrund der Behandlung an folgenden Begleiterscheinungen:

  1. Verletzungen von Nerven, Gefäßen oder Organen
  2. gestörte Sichtverhältnisse durch größere Blutungen
  3. Spannungen durch den geblähten Bauch
  4. aufkommende Schmerzen
  5. Wundinfektionen
  6. nachträgliche Gewebeverwachsungen
  7. Thrombosen (Bildung von Blutgerinnseln)

Vor- und Nachteile der Laparoskopie

Bei unterschiedlichen Erkrankungen ist die Laparoskopie ein wichtiger Schritt zur Diagnosestellung. Eine Laparoskopie verfolgt stets einen diagnostischen Zweck. Deshalb trägt die Spiegelung des Bauchraums auf Dauer zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens bei.

Vorteile

  • vergrößerte Darstellung (auch von verborgenen Ecken und Winkeln des Bauchraums) durch Monitore
  • schnelle Verheilung der kleinen Schnittwunden
  • kurze Verweildauer in Krankenhäusern
  • bei einigen Krankheitsbildern wie Beseitigung kleiner Zysten oder Endometrioseherde erfolgt Entfernung ambulant
  • bewährte Methode mit geringerem Risikopotential als offene chirurgische Verfahren

Nachteile

  • gesundheitliche Gefährdungen durch Thrombosen oder Organverletzungen werden nicht gänzlich ausgeschlossen
  • nachträgliche Verwachsungen können entstehen
  • für Patienten mit bestimmten Gegenanzeigen ungeeignet
  • stationärer Aufenthalt möglicherweise erforderlich