Eingriffe am Hoden

Eingriffe am Hoden: Mittel und Methoden zur Besserung des Gesundheitszustands

Schwillt der Hoden zunehmend an oder ist eine deutliche Vergrößerung des männlichen Geschlechtsteils erkennbar, ist die Ursache für diesen Zustand zumeist sehr harmlos. Dennoch ist ein urologisch-chirurgischer Eingriff nötig, der im Regelfall ambulant durchgeführt werden kann.

Eine der am häufigsten auftretenden Ursachen ist die sogenannte Hydrozele, ein Wasserbruch. Dieses Krankheitsbild entsteht, indem die Hoden unmittelbar vor oder nach der Geburt vom Bauchraum bis in den Hodensack wandern. Die Hüllen der Hoden durchlaufen den gleichen Prozess. Ist der Flüssigkeitsaustausch zwischen den Hoden zu einem späteren Zeitpunkt gestört, bildet sich vermehrt Flüssigkeit, die nur ungenügend abtransportiert wird. Ein Wasserbruch entsteht. Nur in Ausnahmefällen ist ein Tumor für die aufkommenden Flüssigkeitsansammlungen verantwortlich.

Leiden Patienten hingegen unter einer Nebenhodenzyste – der sogenannten Spermatozele – ist das Areal um die Nebenhoden geschwollen. Diese Schwellung in Form einer Blase hat ihren Ursprung im Nebenhodenkopf. In diesem Bereich bildet sich spermien- bzw. eiweißreiche Flüssigkeit. Diese beiden Krankheitsbilder können so starke Beschwerden verursachen, dass Gehen sowie Sitzen zu massiven Problemen führen.

Wann empfiehlt ein Urologe den Hoden-Eingriff?

Überschreitet die Hydrozele eine gewisse Größe, ist im Regelfall stets eine Operation notwendig. Einerseits kann ein Wasserbruch zwar von außen durch eine Punktion kurzfristig entleert werden. Allerdings läuft die Flüssigkeit zumeist gleich wieder nach. Da eine Hydrozele nicht medikamentös behandelt werden kann, ist eine Operation zumeist der letzte Ausweg. Eine Nebenhodenzyste ist bei Beschwerden sowie einem entsprechenden Umfang ebenfalls operationsbedürftig. Treten die Zysten beidseitig auf, ist sogar die Zeugungsfähigkeit gefährdet. Um dieses Risiko zu umgehen, raten Ärzte bei diesem Gesundheitsstatus dringend zu einer Operation.

Vor der Operation: was müssen Patienten beachten?

Im Idealfall sollten Betroffene ab 22 Uhr des Vorabends nüchtern sein. Diese Nüchternheit schließt folgende Schritte ein:

  • keine Getränke und kein Essen einnehmen
  • keinen Kaugummi kauen
  • nicht rauchen

Nehmen Patienten aufgrund anderer Erkrankungen regelmäßig Arzneimittel ein, müssen sie ihren Urologen rechtzeitig darüber informieren. Bei einigen Pharmazeutika wie blutverdünnenden Medikamenten ist es erforderlich, dass diese Arzneimittel einige Tage vor der Operation abgesetzt werden.

Der Ablauf des operativen Eingriffs am Hoden

Wasserbruch (Hydrozele)

Erfahrungsgemäß führen Mediziner den Hoden-Eingriff unter einer kurzen Vollnarkose durch. Die chirurgische Behandlung dauert normalerweise maximal eine halbe Stunde an. Bei erwachsenen Patienten nehmen Ärzte zu Beginn einen Schnitt am Hodensack vor. Nachdem die Hodenhüllen aufgeschnitten worden sind, wird der darin befindliche Hoden genau kontrolliert. Weist das Gewebe nicht auf einen Tumor hin, wird das männliche Geschlechtsteil in seine ursprüngliche Position befördert. Überschüssige Flüssigkeit wird abgesaugt. Haben Chirurgen anschließend die Hodenhülle gerafft, wird das Hautgewebe vernäht. Ziel der OP ist es, dass die Hülle eng an dem Hoden anliegt.

Nebenhodenzyste (Spermatozele)

Zur operativen Behandlung einer Nebenhodenzyste nimmt ein Arzt ebenfalls einen kleinen Schnitt am Hodensack vor. Zumeist befindet sich die Zyste am Nebenhodenkopf. Nach dem Freilegen der Zyste wird das überflüssige Gewebe abgetragen. Daraufhin vernäht der Operateur die Schnittwunde.

Nach der Operation am Hoden: was muss beachtet werden?

Obwohl die chirurgischen Eingriffe am Hoden ambulant durchgeführt werden, müssen Patienten nach der Operation eine mehrstündige Wartezeit beim behandelnden Arzt einplanen. Mediziner entlassen die Betroffenen erst dann, wenn sie sich wirklich fit genug für den Heimweg fühlen. Am Tag des Eingriffs ist es operierten Männern nicht gestattet, selbst Auto zu fahren oder öffentliche Verkehrsmittel ohne Begleitperson zu nutzen. Deshalb wird Betroffenen empfohlen, sich von Bekannten mit einem Auto abholen zu lassen oder mit dem Taxi nach Hause zu fahren. Innerhalb der ersten 24 Stunden nach der chirurgischen Behandlung sollte stets eine Aufsichtsperson zur Verfügung stehen. Nachfolgende Schritte tragen zum optimalen Genesungsprozess bei:

  • für zwei bis drei Tage bei liegender Position ein Hodenbänkchen oder Kissen unter Hodensack legen
  • für bis zu vier Wochen beim Gehen ein Suspensorium tragen
  • im Bedarfsfall: Einnahme eines Antibiotikums oder abschwellenden Medikaments (Schutz der Hoden und Nebenhoden vor starken Schwellungen oder einer Infektion)

Normalerweise schlägt der behandelnde Arzt am Tag der Operation den Termin für die nächste Kontrolluntersuchung vor. Dieser Termin ist aus Eigeninteresse unbedingt einzuhalten. Treten plötzlich Fieber, länger anhaltende Schmerzen, Nachblutungen oder Verfärbungen des Hodens auf, ist sofort Kontakt zum Urologen aufzunehmen.

Risiken der chirurgischen Behandlung am Hoden

Wählen Patienten den Urologen mit Bedacht aus und legen sie ihre Gesundheit in die Hände eines erfahrenen Mediziners, sind die Eingriffe am Hoden sehr risikoarm. Allerdings kann kein Arzt garantieren, dass nicht dennoch Komplikationen auftreten. Seltene Begleiterscheinungen wie diese erschweren möglicherweise den Genesungsprozess:

  1. Wundinfektionen
  2. Nachblutungen
  3. nach der Behandlung aufkommende Durchblutungsstörungen am Hoden

Eine Schwellung des Hodensackes ist nach der Operation völlig normal. Diesem Effekt beugen Betroffene vor, indem sie abschwellende Arzneimittel einnehmen und den Hodensack hochlagern. Eine wichtige Hilfe ist ein Suspensorium, das dazu beiträgt, den Hoden zu „tragen“.

Eingriffe am Hoden: Vor- und Nachteile

Legen Ärzte ihren Patienten einen operativen Eingriff am Hoden nahe, hat diese Empfehlung eine medizinische Ursache. Deshalb wird Betroffenen angeraten, diesen Hinweis zu beherzigen und die vergleichsweise kleinen Eingriffe durchführen zu lassen.

Vorteile

  • sehr risikoarme chirurgische Methoden (bei gut durchdachter Arztwahl)
  • Verfahren sind ambulant durchführbar
  • kleiner Eingriff mit großer Wirkung auf gesundheitliche Verfassung
  • Narbenbildung ist auf ein Minimum reduziert

Nachteile

  • relativ langwieriger Heilungsprozess (mehrere Tage bis Wochen)
  • Risiko eines Rezidivs ist stets gegeben

Häufige Fragen zum Thema Eingriffe am Hoden

Was ist ein Wasserbruch?

Bei der Hydrozele sammelt sich Flüssigkeit in den Hodenhüllen. Sie entsteht, wenn der Flüssigkeitsaustausch gestört ist und mehr Flüssigkeit gebildet als abtransportiert wird. Nur in Ausnahmefällen steckt ein Tumor dahinter. Wird der Wasserbruch groß genug, bereitet er beim Gehen und Sitzen erhebliche Probleme.

Was unterscheidet die Nebenhodenzyste davon?

Bei der Spermatozele schwillt das Areal um die Nebenhoden an. Die blasenförmige Schwellung geht vom Nebenhodenkopf aus und füllt sich mit spermien- und eiweißreicher Flüssigkeit. Treten die Zysten beidseitig auf, ist die Zeugungsfähigkeit gefährdet, dann raten Ärzte dringend zur Operation.

Lässt sich ein Wasserbruch ohne Operation behandeln?

Kaum. Punktiert man ihn von außen, läuft die Flüssigkeit meist gleich wieder nach. Medikamentös ist eine Hydrozele nicht behandelbar. Überschreitet sie eine gewisse Größe, bleibt in der Regel nur die Operation.

Wie läuft der Eingriff ab?

Meist unter kurzer Vollnarkose und in höchstens einer halben Stunde. Beim Wasserbruch schneidet der Arzt den Hodensack und die Hodenhüllen auf, kontrolliert den Hoden, saugt die überschüssige Flüssigkeit ab und rafft die Hülle, damit sie eng anliegt. Bei der Nebenhodenzyste legt er die Zyste über einen kleinen Schnitt frei und trägt das überflüssige Gewebe ab.

Was brauche ich für die Zeit danach?

Ein Suspensorium aus der Apotheke, das den Hoden in aufrechter Position hält, sollte schon vor der Operation besorgt werden. Getragen wird es beim Gehen bis zu vier Wochen. Zwei bis drei Tage lang gehört im Liegen ein Hodenbänkchen oder Kissen unter den Hodensack. Bei Bedarf kommen ein Antibiotikum oder abschwellende Medikamente dazu.

Welche Risiken bestehen?

Die Eingriffe gelten als sehr risikoarm. Selten kommt es zu Wundinfektionen, Nachblutungen oder Durchblutungsstörungen am Hoden. Eine Schwellung des Hodensacks ist dagegen normal. In Ausnahmefällen bildet sich der Wasserbruch oder die Zyste erneut, dann ist ein weiterer Eingriff nötig.

Wann muss ich sofort zum Arzt?

Bei plötzlichem Fieber, länger anhaltenden Schmerzen, Nachblutungen oder Verfärbungen des Hodens gehört sofort Kontakt zum Urologen aufgenommen. Den Termin zur Kontrolluntersuchung nennt der Arzt bereits am Tag der Operation.