Entfernung von Haut- und Weichteiltumoren

Haut- und Weichteiltumore operativ beseitigen: Möglichkeiten und Wege

Gutartige Neubildungen treten im Bindegewebe – als Fibrom – oder im Fettgewebe – als Lipom – relativ häufig auf. Eine weitere Form dieser Neubildungen ist der sogenannte Grützbeutel, der abgestorbene Hautzellen enthält und in der Nähe von Talgdrüsen vorkommt. All diese Krankheitsbilder werden zwar als gutartige Weichteiltumore bezeichnet, haben jedoch nichts mit einer Krebserkrankung gemeinsam. Im Gegensatz zu einer Krebsgeschwulst wachsen die gutartigen Tumoren in Kapselform und lagern sich nicht in umliegendem Gewebe ein. Darüber hinaus bilden die Weichteiltumore auch keine Metastasen. Haut- und Weichteiltumore sind im Normalfall schmerzfrei und als elastische oder weiche Beule erkennbar. Diese Beule kann einfach mit den Fingern hin und her bewegt werden. Dennoch empfehlen Mediziner eine chirurgische Beseitigung der Geschwülste. Denn häufig drücken die Tumore aufgrund ihrer Größe auf umliegendes Gewebe oder stören aus ästhetischen Gründen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Operation?

Die Entscheidung für den richtigen Zeitpunkt zur Beseitigung der Haut- und Weichteiltumore bestimmen normalerweise die Patienten. Fühlen sich Betroffene nicht von dem Weichteiltumor wie einem Lipom gestört, muss dieser auch nicht zwangsläufig durch Operationen entfernt werden. Empfinden Patienten und Patientinnen die Hauterscheinungen aufgrund einer ungünstigen Position wie im Gesicht als störend, ist eine OP im Bedarfsfall empfehlenswert. Des Weiteren raten Chirurgen dringend zu einer Operation, falls der Tumor gesundheitliche Probleme wie einen eingeschränkten Nerv (durch Drücken auf den Nerv) auslöst. Außerdem legen Ärzte den Eingriff nahe, wenn sich ein Arzt über seine Diagnose nicht zu 100 Prozent sicher ist. In diesem Fall ist die Behandlung zumeist mit einer Untersuchung des Tumor-Feingewebes verbunden.

Vorbereitende Schritte vor der Haut- und Weichteiltumorbeseitigung

Diese Maßnahmen sollten Patienten und Patientinnen einhalten, wenn die Haut- und Weichteilentfernung unter Vollnarkose erfolgt:

  • sechs Stunden vor der OP: Verzicht auf Einnahme von trüben Flüssigkeiten und fester Nahrung
  • zwei Stunden vor der Betäubung: Verzicht auf Einnahme von klaren Flüssigkeiten (außer Vorbereitungstablette mit Wasser)
  • Verzicht auf Nikotin am Tag der Anästhesie

Der Verfahrensablauf der Beseitigung von Haut- und Weichteiltumore

Eine Entfernung der Lipome oder anderer Haut- und Weichteiltumore nehmen Ärzte unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose vor. Der Zeitumfang der operativen Behandlung richtet sich nach der Größe sowie Lage des Weichteiltumors. In vielen Fällen dauert der Eingriff der Chirurgie nur wenige Minuten an.

Die Operation zur Beseitigung der Tumore verläuft eigentlich unkompliziert. Haben Ärzte über dem Weichteiltumor einen Hautschnitt vorgenommen, wird der Tumor einschließlich Kapsel beseitigt. Diese Entfernung erfolgt, indem das Gewebe zuerst herausgeschält und daraufhin entnommen wird. Im Anschluss vernähen Chirurgen die entstandene Wunde. Aus Sicherheitsgründen wird das beseitigte Körpergewebe nach dem Eingriff stets einer feingeweblichen Kontrolle unterzogen. Diese Untersuchung führt ein Pathologe durch. Nur dieser Facharzt kann mit 100%iger Sicherheit feststellen, ob das Gewebe tatsächlich gutartig ist. Das Ergebnis der Untersuchung wird dem Patienten stets mitgeteilt – ganz gleich, ob die Analyse gutartige oder bösartige Befunde ergibt. Ein bösartiger Tumor bedarf natürlich einer sich anschließenden Behandlung.

Nach der Behandlung: was müssen Betroffene beachten?

Haben Operateure das Haut- und Weichteilgewebe unter Vollnarkose vorgenommen, verbleiben die Patienten auch nach dem Eingriff mindestens für einige Stunden unter ärztlicher Beobachtung. Dennoch sind Betroffene nach der Operation schnell wieder ansprechbar, wenn die Betäubung nachlässt. Am Tag der Behandlung ist es Patienten und Patientinnen nicht gestattet, allein öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder selbst Auto zu fahren. Deshalb sollten sich behandelte Personen im Vorfeld um eine Begleitperson kümmern.

Spätestens einige Tage nach der Operation raten Ärzte zur ersten Kontrolluntersuchung an. Aus eigenem Interesse sollten Betroffene den Termin unbedingt wahrnehmen. Patienten sollten sich sofort an ihren Arzt wenden, wenn Beschwerden wie starke Schmerzen, Fieber sowie Rötungen oder andere Infektionsmerkmale an der Wunde auftreten.

Mögliche Risiken der Operation eines Haut- und Weichteiltumors

Beseitigen Chirurgen einen Haut- oder Weichteiltumor, nehmen sie einen vergleichsweise risikoarmen Eingriff vor. Die folgenden negativen Begleiterscheinungen treten nur in Ausnahmefällen auf:

  • Infektionen
  • Wundheilungsstörungen
  • Verletzungen der Nerven
  • Blutungen

Bei Auftreten dieser Komplikationen sollten sich Betroffene sofort an ihren Arzt werden.

Haut- und Weichteiltumore beseitigen: Vor- und Nachteile

Haut- und Weichteiltumore sind keine bösartigen Erkrankungen, die mit Krebs vergleichbar sind. Deshalb wirken sich diese Hautgeschwülste normalerweise nicht negativ auf die Gesundheit aus. Dennoch gibt es Gründe, die für eine Beseitigung der gutartigen Tumoren sprechen.

Vorteile

  • kosmetische Makel aufgrund der Tumorbildung werden behoben
  • feingewebliche Untersuchung schließt bösartige Erkrankung durch Tumore zu 100 Prozent aus
  • Krankenkassen übernehmen Behandlungskosten bei medizinischer Notwendigkeit
  • überschaubare Risiken
  • keine Nachsorgemaßnahmen nach Operation notwendig

Nachteile

  • häufig hat eine Beseitigung der Tumore keinen positiven gesundheitlichen Nutzen
  • Schmerzen nach Operation lassen sich nicht komplett vermeiden

Häufige Fragen zum Thema Entfernung von Haut- und Weichteiltumoren

Sind Haut- und Weichteiltumoren gefährlich?

Fibrome im Bindegewebe, Lipome im Fettgewebe und Grützbeutel in der Nähe von Talgdrüsen sind gutartig und haben mit Krebs nichts gemeinsam. Sie wachsen in Kapselform, lagern sich nicht in umliegendes Gewebe ein und bilden keine Metastasen. Meist sind sie schmerzfrei und als weiche, verschiebbare Beule tastbar.

Wann sollte operiert werden?

Den Zeitpunkt bestimmen in der Regel die Betroffenen selbst. Stört der Tumor nicht, muss er nicht entfernt werden. Sinnvoll ist der Eingriff bei ungünstiger Lage etwa im Gesicht. Dringend raten Chirurgen dazu, wenn der Tumor auf einen Nerv drückt oder wenn sich der Arzt bei der Diagnose nicht sicher ist.

Wie läuft die Operation ab?

Unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose, je nach Größe und Lage oft nur wenige Minuten. Der Arzt setzt einen Hautschnitt über dem Tumor, schält das Gewebe samt Kapsel heraus und vernäht die Wunde. Ein scharfes Instrumentarium braucht es meist nicht, und auf einen Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe muss nicht geachtet werden.

Wird das entfernte Gewebe untersucht?

Ja, immer. Ein Pathologe prüft das Gewebe feingeweblich, denn nur so lässt sich mit Sicherheit feststellen, ob es tatsächlich gutartig ist. Das Ergebnis erfahren Patienten in jedem Fall. Ein bösartiger Befund erfordert anschließend eine weitere Behandlung.

Was ist nach dem Eingriff zu beachten?

Nach einer Vollnarkose bleiben Patienten einige Stunden unter Beobachtung und dürfen am selben Tag weder selbst fahren noch allein öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Schläfrigkeit ist normal, ein paar Schritte bringen den Kreislauf in Schwung. Bei starken Schmerzen, Fieber, Rötungen oder anderen Infektionszeichen an der Wunde gehört man sofort zum Arzt.

Welche Risiken gibt es?

Der Eingriff ist vergleichsweise risikoarm. Nur in Ausnahmefällen kommt es zu Infektionen, Wundheilungsstörungen, Nervenverletzungen oder Blutungen. Bei medizinischer Notwendigkeit übernehmen die Krankenkassen die Kosten.