Entfernung von Nierensteinen mittels Harnleiterspiegelung

Schweren Nierenerkrankungen entgegenwirken: mit einer Entfernung von Nierensteinen mittel Harnleiterspiegelung

Nierensteine sind eine Erkrankung, unter der rund 15 Prozent aller Männer sowie bis zu zehn Prozent aller Frauen mindestens einmal im Leben leiden. Nierensteine bilden sich bei einer erhöhten Konzentration spezieller Substanzen im Urin. Diese Konzentration begünstigt eine Bildung von Kristallen. Die nachfolgenden Faktoren tragen zur Nierenstein-Entstehung bei:

Die Nierensteine verursachen zumeist keine Beschwerden, solange diese in der Niere angesiedelt sind und keine Blockade für harnableitende Wege bilden. Lösen sich die Steine aus der Niere und strömen diese über den Harnleiter bis zur Blase, verursacht dieser Prozess starke Schmerzen. Patienten erleiden massive krampfartige Leibschmerzen, die Mediziner als Nierenkolik bezeichnen. Typische Symptome sind Übelkeit und Erbrechen. In vielen Fällen erreicht das in Kurven ansteigende und abfallende Schmerzgefühl über den gesamten Bauchraum hinweg die Leiste und Geschlechtsorgane. Die erste medizinische Maßnahme besteht bei einer Nierenkolik darin, den Schmerz durch eine Injektion starker Schmerzmittel zu lindern. Häufig erreicht der Nierenstein ohne Fremdeinwirkung den Weg in die Blase. Daraufhin wird der Nierenstein automatisch über den Urin ausgeschieden.

Doch dieser Verlauf funktioniert nicht immer. Gelegentlich betrachten es Ärzte als erforderlich, den Stein durch andere therapeutische Schritte zu bewegen. Diese Maßnahmen sind beispielsweise erforderlich, wenn der Nierenstein im Harnleiter verklemmt ist oder ein Rückstau in der Niere entsteht. Diagnostizieren Ärzte einen besonders großen Stein, raten Urologen eventuell auch zu einer Steinzertrümmerung durch von außen zugeführte Stoßwellen. Dieser Vorgang wird als extrakorporale Stoßwellenlithotripsie bezeichnet, bei der die Stoßwellen von außen auf den Nierenstein gerichtet werden. Daraufhin wird der Nierenstein in kleine Bestandteile zertrümmert. Im letzten Schritt werden die Überreste über den Urin ausgeschieden.

Anwendungsbereiche der Nierenstein-Entfernung durch eine Harnleiterspiegelung

Urologen ziehen bei Patienten unter folgenden Umständen eine Nierensteinentfernung per Harnleiterspiegelung in Erwägung:

  • länger andauernde Harnstauung
  • Bildung sehr großer Steine
  • Koliken treten regelmäßig auf
  • Nierensteine und Nierenkoliken können nur schlecht medikamentös behandelt werden

Generell unterscheiden Ärzte zwischen mehreren Behandlungsansätzen:

  • Zertrümmerung der Nierensteine von außen in kleine Teile (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie)
  • Zerkleinerung bzw. Beseitigung von Nierensteinen über Harnleiterspiegelung
  • Punktion der Niere (Nephrolithotomie)
  • in Ausnahmefällen: offene OP für eine Beseitigung der Steine

Die Wahl der im Einzelfall am besten geeigneten Maßnahme hängt von Komponenten wie der Härte, Lage, Größe und Konstitution der Steine ab. Die Entscheidung für oder gegen ein Verfahren trifft der behandelnde Urologe.

Vorbereitende Schritte auf die Nierensteinbeseitigung durch eine Harnleiterspiegelung

Ist eine Nierenstein-Entfernung unter Vollnarkose geplant, müssen Betroffene spätestens ab 22 Uhr des Vorabends nüchtern bleiben. Dementsprechend ist es ab diesem Zeitpunkt untersagt, feste Nahrung (einschließlich Kaugummi), Nikotin oder trübe Flüssigkeiten einzunehmen. Ab zwei Stunden vor der Narkose sind auch klare Flüssigkeiten nicht mehr erlaubt. Sind Patienten auf die regelmäßige Einnahme bestimmter Arzneimittel angewiesen, müssen sie den Anästhesisten oder anderen behandelnden Arzt darüber informieren. Insbesondere Medikamente mit blutverdünnender Wirkung müssen rechtzeitig vor der Behandlung abgesetzt werden. Sind Arzneimittelallergien bekannt, muss der Mediziner auch darüber informiert werden.

Der detaillierte Ablauf der Nierenstein-Behandlung

Im Vorfeld können Urologen die Eingriffsdauer nur schwer abschätzen. Die Größe der Nierensteine sowie anatomische Voraussetzungen beeinflussen die OP-Dauer maßgeblich. Ist eine Steinbeseitigung mittels Harnleiterspiegelung geplant, wählen Urologen aus folgenden Anästhesie-Optionen:

  • rückenmarksnahe Betäubung
  • Vollnarkose

Für die Durchführung einer Harnleiterspiegelung werden Patienten auf einem speziellen Untersuchungsstuhl positioniert. Wurde der Bereich um den Harnröhreneingang desinfiziert, bringen Operateure ein Gleitmittel in die Harnröhre ein. Dieses Gleitmittel erleichtert nicht nur das Einführung von OP-Instrumenten. Zugleich wird die Schleimhaut durch die Substanz örtlich betäubt. Die nächsten Behandlungsschritte verlaufen wie folgt:

  • Urologe führt ein Ureteroskop (Sonde mit Optik) unter Sicht durch Harnröhre in Blase bis zum betroffenen Harnleiter (Gerät als Lichtleiter ist mit einem Spülkanal sowie Arbeitskanal für verschiedene Geräte ausgestattet)
  • nach Erreichen des Nierensteins wird das Objekt in kleine Bestandteile zertrümmert (via Stoßwellen erzeugenden Laser)
  • entstehende kleine Brocken werden über Mini-Korb oder Fasszange aus Harnleiter beseitigt und nach außen transportiert
  • Stabilisierung des beanspruchten Harnleiters über sogenannten Harnleiter-Stent

Nach der Behandlung untersucht ein Urologe die Nierensteine auf ihre Zusammensetzung. Diese Kontrolle verfolgt den Zweck, den ursprünglichen Grund für die Entstehung der Steine zu erfahren.

Postoperative Schritte nach der Beseitigung der Nierensteine

In aller Regel erfolgt die Harnleiterspiegelung zwar ambulant. Allerdings müssen Patienten nach der Behandlung für einige Stunden in der Arztpraxis verweilen, bis sie sich fit genug für den Heimweg fühlen. Da die Anästhesie erfahrungsgemäß relativ schnell nachlässt, sind Betroffene zwar schnell wieder ansprechbar. Dennoch ist es am Tag des Eingriffs nicht gestattet, allein Auto zu fahren oder öffentliche Verkehrsmittel ohne Begleitperson zu nutzen. Nach Möglichkeit sollten operierte Personen in den ersten 24 Stunden nach der Behandlung nicht allein gelassen werden. Nach der Spiegelung der Harnleiter schließen sich folgende Maßnahmen an:

  1. ein Tag nach Harnleiterspiegelung: Ultraschall- und Röntgenuntersuchung für Kontrolle, ob Nierenstein vollständig beseitigt wurde
  2. so viel körperliche Bewegung wie möglich
  3. mindestens 2,5 Liter pro Tag trinken (um etwaig entstandene Keime auszuspülen)

Am Tag des Eingriffs bietet ein Arzt den nächsten Termin für die Kontrolluntersuchung an. Diesem Termin sollten Betroffene Folge leisten. Leiden Patienten unter Beschwerden, sollten sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Die richtige Ernährung nach der Entfernung der Nierensteine

Sogenannte Kalziumoxalat-Steine sind die am häufigsten auftretenden Nierensteine. Wurden diese Nierensteine bei Betroffenen diagnostiziert, sollten Patienten und Patientinnen zukünftig bestimmte Ernährungsvorschriften beachten. Beispielsweise sollten an Nierensteinen erkrankte Personen auf oxalsäurehaltige Getränke wie Eis- oder Schwarztee verzichten. Die Einnahme oxalsäurehaltiger Lebensmittel sollte auf ein Minimum beschränkt werden.

Zusätzlich beugen Betroffene der erneuten Bildung von Nierensteinen mit einem eingeschränkten Konsum von Fisch, Fleisch sowie Geflügel vor. Eine Faustregel besagt, diese Lebensmittel maximal fünfmal pro Woche und nur einmal am Tag einzunehmen. Wer zusätzlich ausreichend Obst und Gemüse isst sowie ausreichend Kalzium durch Käse und Milchprodukte zu sich nimmt, reduziert das Risiko für neue Nierensteine massiv.

Wie hoch ist das Risiko für den Eingriff?

Eine Harnleiterspiegelung zur Beseitigung der Nierensteine ist ein verhältnismäßig risikoarmer Eingriff. Relativ selten treten nachfolgende Komplikationen auf:

Eine Entfernung von Nierensteinen mittel Harnleiterspiegelung: Vor- und Nachteile

Nierensteine sind eine Erkrankung, die massive Schmerzen auslösen können. Sofortige medizinische Hilfe ist erforderlich. Raten Mediziner zu einer Beseitigung der Nierensteine durch eine Harnleiterspiegelung, ist diese Methode der letzte Ausweg zur Bekämpfung von Nierenkoliken.

Vorteile

  • Eingriff wird von Ärzten als verhältnismäßig risikofrei eingeschätzt
  • grundsätzlich sind verschiedene Methode zur Behandlung von Nierensteinen möglich
  • Maßnahme ist ambulant durchführbar
  • deutliche Verbesserung des Allgemeinzustands (nach erfolgreicher Nierenstein-Entfernung)

Nachteile

  • Eingriff ist für Patienten mit Blutgerinnungsstörungen nur bedingt geeignet
  • eventuell ist Behandlung der Nierensteine an Ernährungsumstellung geknüpft
  • Behandlung ist keine Garantie für erneut auftretende Nierensteine

Häufige Fragen zum Thema Entfernung von Nierensteinen mittels Harnleiterspiegelung

Wie entstehen Nierensteine?

Sie bilden sich, wenn bestimmte Substanzen im Urin zu stark konzentriert sind und Kristalle entstehen. Begünstigt wird das durch Stoffwechselstörungen wie Gicht, Infektionen der ableitenden Harnwege, ungesunde Ernährung mit viel Fleisch und Flüssigkeitsmangel. Etwa 15 Prozent der Männer und bis zu zehn Prozent der Frauen sind mindestens einmal im Leben betroffen.

Woran merke ich, dass ein Stein wandert?

Solange der Stein in der Niere liegt und nichts blockiert, verursacht er meist keine Beschwerden. Löst er sich und wandert durch den Harnleiter zur Blase, entstehen starke krampfartige Leibschmerzen, die sogenannte Nierenkolik, oft mit Übelkeit und Erbrechen. Der Schmerz steigt und fällt in Wellen und zieht häufig über den Bauch bis in Leiste und Geschlechtsorgane.

Wann reicht Abwarten nicht mehr?

Wenn der Stein im Harnleiter verklemmt ist oder sich der Harn in der Niere staut. Weitere Gründe für einen Eingriff sind sehr große Steine, regelmäßig wiederkehrende Koliken und eine schlechte medikamentöse Behandelbarkeit. Alternativen sind die Steinzertrümmerung von außen per Stoßwelle, die Punktion der Niere und in Ausnahmefällen eine offene Operation.

Wie läuft die Harnleiterspiegelung ab?

Betäubt wird rückenmarksnah oder per Vollnarkose. Nach Desinfektion und Einbringen eines betäubenden Gleitmittels führt der Urologe ein Ureteroskop unter Sicht durch Harnröhre und Blase bis zum betroffenen Harnleiter. Ein Laser zertrümmert den Stein, die Bruchstücke holt der Arzt mit Mini-Korb oder Fasszange heraus. Ein Harnleiter-Stent stabilisiert anschließend den beanspruchten Harnleiter.

Wann ist der Eingriff nicht möglich?

Bei Gerinnungsstörungen nur bedingt, weil erhöhte Blutungsgefahr besteht. Bestehende Harnwegsinfekte müssen vorher behandelt werden. In Einzelfällen scheitert die Spiegelung an der Technik, etwa bei abgeknickten oder durch Narben verengten Harnleitern.

Was ist nach dem Eingriff wichtig?

Am Tag darauf prüfen Ultraschall und Röntgen, ob der Stein vollständig entfernt wurde. Wichtig sind viel Bewegung und mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit täglich, damit entstandene Keime ausgespült werden. Am Operationstag sind Autofahren und öffentliche Verkehrsmittel ohne Begleitung tabu, in den ersten 24 Stunden sollte jemand dabei sein.

Wie beuge ich neuen Steinen vor?

Bei den häufigen Kalziumoxalat-Steinen sollten oxalsäurehaltige Getränke wie Eis- und Schwarztee wegbleiben, ebenso weitgehend Schokolade, Spinat, Spargel und Rhabarber. Fisch, Fleisch und Geflügel höchstens fünfmal pro Woche und nur einmal täglich. Viel Obst und Gemüse sowie ausreichend Kalzium aus Käse und Milchprodukten senken das Risiko deutlich.

Welche Komplikationen sind möglich?

Der Eingriff gilt als verhältnismäßig risikoarm. Selten kommt es zu Verletzungen des Harnleiters, einer narbigen Verengung, Infektionen, starken Schmerzen, Fieber, Blutungen oder Harnverhalt. Tritt eines dieser Probleme auf, gehört man sofort zum Arzt.