Schmerzen am Fuß lindern: mit einer Fersenspornabtragung
Das Fersenbein ist ein großer am Fuß befindlicher Knochen, dessen hinterer Bereich hervorsteht und die Ferse formt. Bildet sich am oberen Teil des Fersenbeins ein Sporn am Ansatz der Achillessehne, entsteht eine sogenannte Haglund-Exostose. Die häufigste Ursache des Sporns ist das Tragen zu enger Schuhe, die genau an diesem Bereich drücken. Patienten und Patientinnen leiden unter Schwellungen und Druckschmerzen an der Achillessehne, die bei dauerhaften Reizungen Schleimbeutel verursachen. Starke Schmerzen beim Gehen sind die Folge, die in etwa mit denen einer Arthrose vergleichbar sind.

Stehen Menschen besonders viel, besteht Übergewicht oder leiden sie an einem Knick-Senk-Spreizfuß, ist die Ferse besonders druckempfindlich und schmerzt möglicherweise sogar im Ruhezustand. Aufkommende Schmerzen sind bei der sogenannten Haglundferse mit kleinen Messerstichen vergleichbar, die zu einem Humpeln auf dem Vorfuß führen. Paradox ist, dass ein Fersensporn nicht zwangsläufig Schmerzen verursacht. Kleine Sporne können durchaus starke Schmerzen verursachen, während ein großer Fersensporn nicht immer Beschwerden auslöst.
Eine Fersenspornabtragung: was ist das?
Eine Fersenspornabtragung ist ein chirurgischer Behandlungsansatz, bei dem eine knöcherne Auswölbung des Fersenbeins beseitigt wird. Die Abtragung erfolgt auf unterschiedliche Weise:
- Abtragung des Sporns an der Ferse im Areal der Achillessehne
- Beseitigung eines Knochensporns am Ansatz der Fußsohlen-Sehnenplatte (sogenannte Plantaraponeurose)
Die zweite Methode wird häufiger angewendet. Fersensporne werden offen oder endoskopisch mit speziellen Geräten beseitigt. Möglicherweise wird die Abtragung mit einer chirurgischen Behandlung von Schleimbeuteln oder Sehnen verbunden.
Erfolgsaussichten der Abtragung
Wird der durch einen Senkfuß oder andere Krankheiten ausgelöste Fersensporn fachmännisch und sorgfältig operiert, sind die Erfolgsprognosen für die Behandlung sehr gut. Eine Vielzahl aller Patienten und Patientinnen berichtet nach der Operation über massiv verbesserte Symptome, die bis zur vollständigen Schmerzfreiheit reichen. Dennoch ist ein 100%iger OP-Erfolg nicht garantiert. Eine endgültige Beurteilung des Behandlungsverlaufs ist erst nach komplett abgeschlossener Wundheilung möglich.
Vorbereitung auf die Fersenspornabtragung
Vor der Fersenspornabtragung führen Arzt und Patient eine ausführliche Anamnese einschließlich Diagnosesicherung und Untersuchung durch. Möglicherweise werden bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computer- und Magnetresonanztomographie mit einbezogen. Bevor Mediziner zur operativen Spornbeseitigung raten, müssen konservative Methoden versagt haben.
Behandlungsansätze im Überblick
Zu Beginn versuchen Orthopäden, die Beschwerden konservativ ohne chirurgischen Eingriff zu behandeln. Patienten wird angeraten, nicht zu enge Schuhe zu tragen oder möglichst oft in Schlappen bzw. barfuß zu laufen. Fersenkappen von geschlossenen Schuhen müssen gut gepolstert sein. Eventuell fertigt ein Orthopädietechniker Fersenerhöhungen als Einlagen für Schuhe an. Weitere konservative Behandlungsmaßnahmen haben sich wie folgt bewährt:
- Einnahme schmerzstillender, antientzündlicher Pharmazeutika bei einem Schleimbeutel oder entzündeter Achillessehne
- physiotherapeutische Anwendungen mit Wärme- oder Kältetherapie
- Tragen von Einlagen bei Fersenspornen mit Plantarfaszie (unter Fußsohle)
Verlaufen diese Behandlungsmethoden erfolglos, werden die knöchernen Ausziehungen operativ abgetragen.
Offene Operation
Eine offene Operation wird durchgeführt, indem ein Einschnitt mehrere Zentimeter über der Haut vorgenommen wird. Das darunter befindliche Gewebe wird so weit zur Seite geschoben, bis das Fersenbein samt Fersensporn und Sehnenansatz sichtbar ist. Der Sporn wird beseitigt. Die Wunde wird anschließend vernäht.
Endoskopische Operation
Bei einer endoskopischen OP sind zwei kleine Hautschnitte ausreichend, um Kamera sowie OP-Instrumente in den Körper einzuführen. Fachärzte für Orthopädie oder Chirurgie setzen hierbei kleine Spezialfräsen zur Entfernung des Fersensporns ein. Nach erfolgter Operation werden die Wunden vernäht. Im Gegensatz zum offenen Verfahren entstehen kleinere Hautnarben.
ESWT als Alternative?
Eine Alternative zur Operation ist die ESWT, die Extrakorporale Stoßwellentherapie. Bei dieser nicht-invasiven Behandlungsmethode werden energiegeladene Stoßwellen durch ein Spezialgerät erzeugt und anschließend über Wasserkissen auf den Fersensporn übertragen. Zur Zertrümmerung der Fersenteile sowie anderer Verkalkungen in feine Teile wird der Gewebeüberschuss im Anschluss vom Körper resorbiert. Damit die Sporne an den Fersen vollständig beseitigt werden, bedarf es mehrerer ESWT-Anwendungen. Die ambulant durchführbare Therapie erfolgt im einwöchigen Abstand.
Nach der Fersenspornabtragung: worauf achten?
Nach der Fersenspornoperation ist es – ähnlich wie bei einer Behandlung des Hallux Valgus - sehr wichtig, den Fuß oft hochzulegen und zu kühlen. Folgende Verhaltensweisen beeinflussen das Heilungsergebnis positiv:
Mögliche Risiken der Abtragung des Fersensporns
Die Abtragung des Fersensporns ist eine Operation, die generelle Risiken birgt. Bei der offenen sowie endoskopischen Variante besteht ein grundsätzliches Risiko für folgende Komplikationen:
- überschießende Narbenbildung
- Wundheilungsstörungen
- Infektionen
- Thrombosen
- Nachblutungen
- Embolien (Gefäßverlegungen)
- Verletzungen an Muskeln, Sehnen oder Nerven
Zudem sollten sich Betroffene vor Augen führen, dass ein Fersensporn auch nach der Operation Beschwerden verursachen kann. Wurde der Sporn chirurgisch nicht komplett beseitigt, besteht ein erhöhtes Risiko dafür, dass der Körperteil nach geraumer Zeit wieder nachwächst.
Vor- und Nachteile der Spornabtragung
Eine Fersenspornabtragung ist eine Methode, die bei entsprechendem Behandlungserfolg Schmerzen lindert und die Lebensqualität erhöht. Patienten und Patientinnen profitieren aus einer Auswahl unterschiedlicher Methoden.
Vorteile
- Schmerzreduzierung und bessere Lebensqualität nach erfolgreichem Behandlungsverlauf
- gute Erfolgschancen für orthopädische Therapien
- Wahlmöglichkeiten aus unterschiedlichen Behandlungsansätzen
- Verfahren sind verhältnismäßig risikoarm
- Krankenversicherung bezahlen bei medizinischer Indikation Behandlungskosten
Nachteile
- keine Garantie, dass Fersensporne nicht wieder entstehen
- sorgfältige und langwierige Nachsorge erforderlich
- Operation wird bei Versagen konservativer Verfahren empfohlen
Häufige Fragen zum Thema Fersenspornabtragung
Woher kommen die Schmerzen bei einem Fersensporn?
Bildet sich am oberen Fersenbein am Ansatz der Achillessehne ein Sporn, spricht man von einer Haglund-Exostose. Häufigste Ursache sind zu enge Schuhe, die genau dort drücken. Es entstehen Schwellungen und Druckschmerzen, bei dauerhafter Reizung auch Schleimbeutelentzündungen. Die Schmerzen ähneln kleinen Messerstichen und führen zum Humpeln auf dem Vorfuß.
Verursacht jeder Fersensporn Beschwerden?
Nein, das ist das Paradoxe daran. Kleine Sporne können starke Schmerzen auslösen, während ein großer Fersensporn oft gar nicht auffällt. Besonders druckempfindlich ist die Ferse bei Menschen, die viel stehen, bei Übergewicht und bei einem Knick-Senk-Spreizfuß, dann schmerzt sie mitunter sogar im Ruhezustand.
Was hilft ohne Operation?
Zuerst versuchen Orthopäden die konservative Behandlung: weite Schuhe, oft barfuß oder in Schlappen laufen, gut gepolsterte Fersenkappen und bei Bedarf Fersenerhöhungen als Einlagen. Dazu kommen schmerzstillende, antientzündliche Medikamente bei entzündeter Achillessehne sowie Physiotherapie mit Wärme- oder Kältetherapie. Erst wenn das versagt, wird operiert.
Welche Operationsverfahren gibt es?
Bei der offenen Operation legt der Arzt über einen mehrere Zentimeter langen Schnitt das Fersenbein frei und trägt den Sporn ab, der Bereich ist dabei gut einsehbar. Endoskopisch genügen zwei kleine Hautschnitte für Kamera und Spezialfräsen, die Narben fallen kleiner aus. An der Fußsohle wird meist zusätzlich die Plantarfaszie gekürzt oder durchtrennt.
Was ist die Stoßwellentherapie?
Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie erzeugt ein Spezialgerät energiegeladene Stoßwellen, die über Wasserkissen auf den Fersensporn übertragen werden und ihn samt Verkalkungen in feine Teile zertrümmern. Der Körper baut das überschüssige Gewebe anschließend ab. Nötig sind mehrere ambulante Anwendungen im Abstand von jeweils einer Woche.
Wie verläuft die Heilung?
Wichtig sind häufiges Hochlegen und Kühlen des Fußes. In den ersten zwei Wochen wird der Fuß nur teilbelastet, die Fortbewegung erfolgt mit Gehstützen. Nach Entfernung einer Haglund-Exostose gehören Fersenpolster in die Schuhe, um den Absatz zu erhöhen. Dauerhaft wichtig sind passendes Schuhwerk und Einlagen. Ein Gips ist nur in Ausnahmefällen nötig.
Welche Risiken bestehen?
Möglich sind überschießende Narbenbildung, Wundheilungsstörungen, Infektionen, Thrombosen, Nachblutungen, Embolien sowie Verletzungen an Muskeln, Sehnen oder Nerven. Auch nach der Operation kann der Sporn noch Beschwerden verursachen, und wurde er nicht vollständig entfernt, wächst er unter Umständen nach.