Gynäkologische diagnostische Bauchspiegelung

Einblicke in die Bauch- und Beckenpartie: mit einer gynäkologischen diagnostischen Bauchspiegelung

Bei zahlreichen nur schwer diagnostizierbaren Beschwerden des Bauch- und Beckenraums oder einer ungewünschten Kinderlosigkeit ist ein Blick auf die inneren weiblichen Geschlechtsorgane notwendig. Hierfür führt ein Arzt einen kleinen lichtleitenden Glasstab mit integrierter Kamera – das sogenannte Laparoskop – in das Innere des Menschen ein. In Kombination mit Spezialinstrumenten bietet die gynäkologische diagnostische Bauchspiegelung auch die Möglichkeit, mikrobiologische oder feingewebliche Untersuchungen vorzunehmen.

Typische Krankheitsbilder für diese Untersuchung

Ein Mediziner wird die gynäkologische diagnostische Laparoskopie veranlassen, wenn die Ursache von Beschwerden durch andere Verfahren wie eine Computertomografie oder Ultraschall nicht geklärt werden kann. Dieser Fall tritt beispielsweise bei chronischen Unterbauchschmerzen ein. Häufig fokussiert sich das Verfahren in der Gynäkologie auf eine spezielle Problematik. Dieser Fall liegt beispielsweise vor, wenn bei Patienten mit Kinderwunsch die Durchgängigkeit der Eileiter überprüft wird. Eine weitere typische Erkrankung für die gynäkologische diagnostische Bauchspiegelung ist die Endometriose. Diese Krankheit ist durch mehrere Gebärmutterschleimhautteile gekennzeichnet, die sich über den gesamten Bauchraum verteilen. Treten starke Beschwerden auf, dient die Spiegelung als erster Schritt zur Diagnose.

Im Gegenzug ist die Methode der Gynäkologie jedoch nicht für alle Patientinnen geeignet. Bei folgenden Krankheitsbildern raten Gynäkologen von dem medizinischen Verfahren ab:

Vor der Spiegelung des Bauchs: darauf sollten Patientinnen achten

Weil der Bauch nach der gynäkologischen diagnostischen Bauchspiegelung leicht gebläht sein kann, sollten Frauen zum OP-Termin nach Möglichkeit in lockerer Kleidung erscheinen. Ist aufgrund anderer Erkrankungen eine regelmäßige Medikamenteneinnahme erforderlich, sollten der behandelnde Arzt sowie Anästhesist rechtzeitig darüber informiert werden. Spezielle Pharmazeutika mit blutverdünnender Wirkung müssen einige Tage vor der chirurgischen Behandlung abgesetzt werden. Weiterhin ist es erforderlich, spätestens ab sechs Stunden vor der Operation auf die Einnahme von festen Nahrungsmitteln, trüben Flüssigkeiten sowie Nikotin zu verzichten.

Der Verfahrensablauf der gynäkologischen diagnostischen Spiegelung des Bauchs

Eine Laparoskopie zum rein diagnostischen Zweck dauert bei normalem Verlauf 10 bis 30 Minuten an. Muss die Bauchspiegelung mit chirurgischen Maßnahmen kombiniert werden, verlängert sich die Behandlungsdauer dementsprechend. Normalerweise findet das chirurgische Verfahren im Rahmen einer kurzen Vollnarkose statt. Im Rahmen einer gynäkologischen diagnostischen Bauchspiegelung benötigt ein Operateur zuerst einen Zugang zur inneren Bauchhöhle. Dieser Zugang wird gelegt, indem die Bauchdecke mit einer verhältnismäßig dicken Spezialnadel durchstochen wird. Weil der Abstand zwischen Haut sowie Bauchdecke an der unteren Bauchnabelgrube besonders gering ist, favorisieren Chirurgen dieses Areal als Einstichort.

Bevor ein Arzt die Punktionsnadel setzt, überprüft der Mediziner den Zustand umliegender Gefäße und Organe. Die inneren Organe dürfen während der Spiegelung schließlich nicht verletzt werden. Ist die Punktion erfolgreich verlaufen, wird in den Bauch Luft eingeführt. Dieses „Aufpumpen“ führt dazu, dass zusammenliegende Darmschlingen oder Organe nicht die Sicht in den Bauchraum behindern. Der „Aufpumpvorgang“ erfolgt über einen keimfreien Schlauch sowie eine Gaspumpe, die mit einer Kanüle verbunden werden. Unter konsequenter Überprüfung des Drucks wird Kohlendioxid in den Bauchraum eingeführt. In Abhängigkeit der Körpergröße der Patientinnen wird die Bauchhöhle mit bis zu sieben Litern an Gas gefüllt. Dieser Vorgang ist beendet, wenn sich im Bauch eine kleine Erhebung gebildet hat, die dem Operateur genügend Bewegungsspielraum für die chirurgischen Instrumente lässt.

Da die Punktionskanüle aufgrund des geringen Durchmessers für den kompletten gynäkologischen Eingriff nur bedingt geeignet ist, wird diese im nächsten Behandlungsschritt durch eine Metall- oder Plastikhülse ersetzt. Dieses ebenfalls als Trokar bezeichnete Instrument hat einen Durchmesser von fünf bis zwölf Millimetern, dessen spitzes Ende für ein Durchstoßen der Bauchdecke vorgesehen ist. Nach diesem Akt wird der Trokardorn wieder herausgezogen. Es entsteht wie ein Ventil in Form eines Zugangs, das ein Ausströmen des Gases verhindert. Ist dieser Prozess abgeschlossen, wird das Laparoskop in den Bauchraum eingeführt. Im ersten Schritt verschafft sich ein Chirurg einen Überblick über den Bauchraum. Diese Kontrolle schließt eine Beurteilung der Beckenorgane, Leber, Milz und Magen ein. Damit Beckenorgane wie die Eierstöcke oder Gebärmutter effizient beurteilt werden können, werden Patientinnen auf dem OP-Tisch mit dem Kopf nach unten gekippt. In dieser Position rutscht der Darm nach oben. Ärzte profitieren von einem freien Blick auf die Organe. Fällt dem Arzt während der gynäkologischen diagnostischen Bauchspiegelung ein verdächtiger Befund ins Auge, ist eine Gewebeprobe mit der Zange zu entnehmen. Bei verstopften Eileitern ist es möglich, deren Durchgängigkeit über eine Spülung mit Kontrastmitteln zu kontrollieren. Ist der Eingriff abgeschlossen, wird der Trokar durch Überprüfung über die Kamera wieder herausgezogen. Der Baucheinschnitt wird vernäht. Das im Körper verbleibende Gas nimmt der Körper auf. Die Luft wird über die Lungen abgeatmet.

Postoperative Pflegemaßnahmen in der Übersicht

Am Tag der Operation

Nach einer ambulanten gynäkologischen diagnostischen Spiegelung des Bauches dürfen Patientinnen die medizinische Einrichtung erst dann verlassen, wenn sie sich wieder fit genug für den Heimweg fühlen. Allerdings ist es am OP-Tag nicht erlaubt, eigenständig Auto zu fahren oder ohne Begleitung öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Die Müdigkeit bzw. der Erschöpfungszustand halten noch viele Stunden nach der Laparoskopie an. Deshalb ist es wichtig, sich am Tag der chirurgischen Behandlung genügend auszuruhen. Im Gegenzug sollten betroffene Frauen jedoch ihren Kreislauf aktivieren, indem sie am Operationstag auch einige Schritte laufen.

Befunde und Beschwerden

Bereits in der Praxis wird ein Arzt die Patientin über erste Befunde sowie den Operationsverlauf informieren. Die Wartezeit für Resultate feingeweblicher Untersuchungen dauert etwa eine Woche an. Folgende Beschwerden sind nach einer gynäkologischen diagnostischen Laparoskopie völlig normal:

  • leichte Übelkeit
  • Schulterschmerzen auf rechter Seite (basiert vermutlich auf Nervenreizung, die durch aufkommenden Druck im Bauchraum einschließlich verlagerter Leber zustande kommt)

Diesen Schmerzen wirkt eine Lagerung im Bett entgegen, bei der sich Patientinnen ein Kissen unter ihr Gesäß klemmen. Genügt diese Hochlagerung nicht, lindern Arzneimittel die Schmerzen. Das Duschen ist nach etwa ein bis zwei Tagen wieder erlaubt. Allerdings darf die Wunde nicht getupft werden oder mit Seife in Berührung kommen.

Am Tag der Operation erhalten Patientinnen bereits den nächsten Termin zur Kontrolluntersuchung. Im Rahmen der ärztlichen Nachkontrolle werden Untersuchungsergebnisse präsentiert und Fäden gezogen. Bei plötzlichem Auftreten von Infektionszeichen, starken Schmerzen oder Fieber muss ein Arzt sofort kontaktiert werden.

Wie hoch ist das Risiko der gynäkologischen Spiegelung?

Aufgrund der heutzutage verwendeten Technik hat sich die Bauchspiegelung als sehr sicheres Verfahren bewährt. Allerdings besteht auch keine Garantie dafür, dass sich Komplikationen ausschließen lassen. Im Regelfall halten sich die Komplikationen jedoch im Rahmen, auch wenn im Einzelfall eventuell ein zweiter Eingriff notwendig ist. Mögliche Risiken treten wie folgt auf:

  • Organverletzungen
  • Gefäßverletzungen
  • Blutungen
  • Wundinfektionen

Die gynäkologische diagnostische Bauchspiegelung: Vor- und Nachteile

Bei einer Vielzahl an Erkrankungen hat sich die gynäkologische diagnostische Bauchspiegelung als probate Methode bewährt, einer krankheitsbedingten Ursache auf die Spur zu gelangen. Weil diese Form der Laparoskopie stets medizinisch notwendig ist, überwiegen die Vorteile im Vergleich zu den Nachteilen deutlich.

Vorteile

  • Behandlungsmethode bei unterschiedlichen Krankheitsbildern empfehlenswert
  • Nachsorgemaßnahmen sind einfach in Alltag integrierbar
  • keine massiven Risiken durch Spiegelung
  • bei medizinischer Indikationen übernehmen Krankenkassen die Behandlungskosten
  • erhaltene Diagnose als Grundlage für weitere Behandlungen

Nachteile

  • einige Kontraindikationen verhindern Durchführung der Bauchspiegelung
  • Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt