Leben retten: mit einer Herztransplantation
Ein gesundes Herz ist enorm wichtig, um ein lebenswertes und sorgenfreies Leben führen zu können. Eine der wichtigsten Aufgaben der zentralen Pumpe des menschlichen Körpers ist es, Blut in den Lungen- und Körperkreislauf zu transportieren. Unter Umständen ist eine Transplantation des Herzens für herzkranke Menschen die einzige Möglichkeit auf Besserung.

Die Herz-Transplantation: wichtige Zahlen im Überblick
Durchschnittlich warten in Deutschland 800 Patienten auf ein neues Herz. Pro Jahr werden rund 300 neue Herzen transplantiert. Dieser Trend ist alarmierend. In den vergangenen Jahren wurde ein deutlicher Rückgang von Neuanmeldungen für die Warteliste zum Erhalt eines neuen Herzens sowie durchgeführter Herztransplantationen vermerkt. Einerseits besteht ein akuter Mangel an Spenderherzen. Andererseits haben sich die Behandlungsansätze verbessert, um die Herzfunktion effizient zu unterstützen oder alternativ zu ersetzen. Beispielsweise werden bei auf ein Spenderherz wartenden Personen sogenannte Herzunterstützungssysteme eingesetzt, um den Wartezeitraum auf ein Spenderherz zu überbrücken. Steht ein Spenderherz zur Verfügung, ist diese künstliche Unterstützung nach einer erfolgreichen Transplantation nicht mehr notwendig.
Was ist eine Transplantation des Herzens?
Im Rahmen einer Herztransplantation wird ein krankes Herz durch ein gesundes Spenderherz eines hirntoten Menschen ersetzt. Die erste Transplantation wurde 1967 in Kapstadt durchgeführt. Allerdings verstarb der Patient drei Wochen nach der OP an einer Lungenentzündung.
Erfolgsaussichten der Herz-Operation
Bedingt durch medizinische Fortschritte und die verbesserte Nachsorge herztransplantierter Menschen, gilt eine Transplantation des Organs heute als Routinemethode. Heutzutage sind 75 Prozent aller Organempfänger nach drei Jahren oder einem längeren Zeitraum noch am Leben. Die Leistungsfähigkeit Betroffener ist nach ausreichender Erholungszeit sowie optimalem Verlauf weitgehend mit dem eines gesunden Menschen vergleichbar.
Wann empfehlen Chirurgen die Herz-OP?
Angeborene oder erworbene Herzklappenfehler sind normalerweise kein Grund für eine Transplantation. Als typische Gründe für eine Herztransplantation gelten:
- endgültiges Herzversagen (Herzinsuffizienz)
- schwere Herzmuskelschwäche
Verschiedene Erkrankungen können dem Herz so stark schaden, dass ein finales Herzversagen befürchtet werden muss. Zu diesen Risikofaktoren gehören:
- angeborene Fehlbildung des Kreislaufsystems oder des Herzens
- erkrankte Herzmuskulatur (ohne erkennbare Ursache)
- Herzkrankheit ist durch länger anhaltende Durchblutungsstörung des Herzens bedingt
Verfahrensablauf vor der Herztransplantation
Bevor ein Herz transplantiert wird, müssen einige Voruntersuchungen durchgeführt werden. Diese medizinischen Kontrollen erfolgen ambulant oder stationär. Wurden alle Befunde gesammelt sowie Risiken durch den Arzt erläutert, fällen Mediziner und Patient die gemeinsame Entscheidung zur Aufnahme in die Warteliste.
Ist ein Spenderherz vorhanden, dürfen Patienten und Patientinnen vor der Operation nicht an Erkrankungen des Immunsystems, Infektionen oder Krebs leiden. Ab sechs Stunden vor der Narkose ist es untersagt, feste Nahrungsmittel oder trübe Flüssigkeiten einzunehmen. Ab zwei Stunden vor der Anästhesie sind klare Flüssigkeiten ebenfalls verboten.
Einzelheiten zur Herz-Transplantation
Komponenten wie die Größe des Organs sowie die Blutgruppe wirken sich maßgeblich auf die Zuteilung eines Spenderherzens aus. Die Organisation Eurotransplant sucht in Ländern wie Deutschland nach neuen Organen und sorgt sich um die Vermittlung. Damit kein Schaden an dem durchbluteten Gewebe entsteht, muss das Herz nach der Auswahl eines Empfängers so schnell wie möglich verpflanzt werden. Ist das gekühlte Körperorgan in der Zielklinik angelangt, öffnet ein Herzchirurg den Brustkorb des Patienten. Daraufhin bringt der Operateur die Anschlüsse der Herz-Lungen-Maschine in die Blutgefäße ein, um das Blut um das Herz herum zu leiten. Diese Maschine übernimmt die Funktion des Herzens sowie der Lunge für die Dauer der Operation. Während dieses Zeitraums ruhen die Organe. Erfahrungsgemäß dauert die OP zwischen drei und vier Stunden.
Eine Herztransplantation erfolgt normalerweise nach der Technik der totalen orthotopen Methode. Hierbei wird das kranke Herz entfernt, indem die Hauptschlagader bzw. Aorta, die beiden Hohlvenen sowie die Lungengefäße durchtrennt werden. An diesen Stellen wird anschließend das Spenderherz mit zirkulären Nähten angeschlossen. Im Anschluss wird das Blut wiederum durch das Herz geleitet. Dadurch erwärmt sich das Herz schrittweise. Hat das Organ seine ursprüngliche Temperatur erreicht, setzt der Herzschlag im Normalfall von allein ein.
Wie erfolgt die Nachbehandlung?
Unmittelbar nach der Herztransplantation wird der Patient auf die Intensivstation gebracht. Auf dieser Station werden Patient oder Patientin zu Beginn isoliert überwacht. Nach der Herztransplantation muss das körpereigene Immunsystem der Betroffenen auf Lebenszeit unterdrückt werden. Dadurch verringert sich das Risiko, dass der Körper das fremde Organ abstößt. Nach etwa drei bis fünf Tagen werden die operierten Personen auf die Normalstation verlegt. Die strengen Anforderungen an die Isolation sind nicht mehr so hoch. Zusätzlich müssen sich Betroffene krankengymnastischen Maßnahmen unterziehen.
Komplikationen von Herztransplantationen
Eine Herztransplantation ist ein riskanter Eingriff. Allerdings bleibt Betroffenen mit Herzinsuffizienz keine andere Wahl. Die Lebensqualität sowie Lebensdauer sind von etwaigen Abstoßungsreaktionen oder Infektionen abhängig. Jeder zehnte Transplantierte verstirbt innerhalb des ersten Jahres nach der Transplantation. Nach fünf Jahren leben noch sieben von zehn Empfängern. Als wichtigste Gründe gelten folgende Risiken:
- durch Unterdrückung des eigenen Immunsystems erhöhte Anfälligkeit für Infektionen mit Pilzen oder Bakterien
- Abstoßung des Organs
Weil ein Spenderorgan auch symptomfrei abgestoßen werden kann, müssen sich Patienten nach der Herztransplantation regelmäßig Gewebeproben unterziehen. Aus dem Grund sind lebenslange Nachsorgemaßnahmen durch einen Herzspezialisten unumgänglich.
Eine Herztransplantation: Vor- und Nachteile
Leiden Betroffene unter Herzinsuffizienz und erfüllen künstliche Unterstützungssysteme der Herzfunktion nicht den gewünschten Zweck, ist eine Transplantation unumgänglich. Diese Operation am Herzen ist zwar relativ riskant. Allerdings bleibt herzkranken Menschen keine Wahl.
Vorteile
- Verlängerung der Lebensdauer und Lebensqualität bei erfolgreichem OP-Verlauf
- viele Herzchirurgen betrachten Transplantation mittlerweile als Routine
- ausgefeilte Techniken (Herz-Lungen-Maschine) auf höchstem Niveau tragen zum Behandlungserfolg bei
Nachteile
- nach Operation sind Patienten zeitlebens auf Einnahme von Medikamenten angewiesen
- ursprüngliche physische Gesundheit wird zumeist nicht komplett wieder hergestellt
- relativ hohe Mortalitätsrate in den Folgejahren (durch instabiles Immunsystem)
- verhältnismäßig lange Genesungszeiten
Häufige Fragen zum Thema Herztransplantation
Wie lange muss man auf ein Spenderherz warten?
In Deutschland warten durchschnittlich 800 Patienten auf ein neues Herz, pro Jahr werden rund 300 transplantiert. Eine Wartezeit von einem Jahr ist wegen des Organmangels normal. In schweren Fällen stabilisieren Ärzte Betroffene mit Herzunterstützungssystemen oder melden sie dringlich für die Warteliste.
Wann ist eine Transplantation nötig?
Bei endgültigem Herzversagen und schwerer Herzmuskelschwäche. Dahinter stehen häufig angeborene Fehlbildungen von Herz oder Kreislaufsystem, eine erkrankte Herzmuskulatur ohne erkennbare Ursache oder eine Herzkrankheit infolge lang anhaltender Durchblutungsstörungen. Angeborene oder erworbene Herzklappenfehler sind dagegen normalerweise kein Grund.
Wie läuft die Operation ab?
Der Chirurg öffnet den Brustkorb und schließt die Herz-Lungen-Maschine an, die Herz und Lunge während des Eingriffs ersetzt. Bei der totalen orthotopen Methode werden Aorta, beide Hohlvenen und die Lungengefäße durchtrennt und das Spenderherz mit zirkulären Nähten angeschlossen. Der Eingriff dauert drei bis vier Stunden, danach erwärmt sich das Herz und beginnt meist von allein zu schlagen.
Wie schnell muss das Spenderherz verpflanzt werden?
So schnell wie möglich, damit das durchblutete Gewebe keinen Schaden nimmt. Zwischen Entnahme und Einnaht sollten maximal fünf Stunden liegen. Über die Zuteilung entscheiden unter anderem Organgröße und Blutgruppe, vermittelt wird sie über Eurotransplant.
Wie sind die Überlebenschancen?
75 Prozent der Organempfänger leben nach drei Jahren oder länger noch. Jeder zehnte Transplantierte verstirbt allerdings im ersten Jahr, nach fünf Jahren leben noch sieben von zehn Empfängern. Bei gutem Verlauf ist die Leistungsfähigkeit nach ausreichender Erholung weitgehend mit der eines gesunden Menschen vergleichbar.
Wie geht es nach der Operation weiter?
Zunächst auf die Intensivstation mit isolierter Überwachung, nach etwa drei bis fünf Tagen auf die Normalstation, dazu kommt Krankengymnastik. Das eigene Immunsystem muss lebenslang unterdrückt werden, damit der Körper das fremde Organ nicht abstößt.
Warum sind lebenslange Kontrollen nötig?
Weil ein Spenderorgan auch ohne Symptome abgestoßen werden kann. Deshalb werden regelmäßig Gewebeproben entnommen. Durch die Unterdrückung des Immunsystems steigt zugleich die Anfälligkeit für Infektionen mit Bakterien oder Pilzen. Die Nachsorge durch einen Herzspezialisten bleibt lebenslang unverzichtbar.