Entzündungen vorbeugen: mit einer Kieferhöhlen-Operation
Kieferhöhlen sind ein Bestandteil der Nasennebenhöhlen. Kieferhöhlen sind Hohlräume, die über eine Schleimhaut verfügen und normalerweise mit Luft gefüllt sind. Mit der Nasenhöhle sind die Hohlräume über eine kleine Öffnung verbunden. Ist dieser Teilbereich der Nasennebenhöhle erkrankt, ist diese Verbindung zwischen Kiefer- sowie Nasennebenhöhle zumeist verengt oder verlegt. Diese Verengung hat zur Folge, dass die Luft nicht ausreichend zirkuliert. Das Sekret fließt nur unter erschwerten Bedingungen ab oder verweilt in dem Hohlraum. Eine Verlegung des Verbindungskanals ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen:
- angeschwollene Schleimhaut durch Infektionen oder Allergien
- veranlagungsbedingter Platzmangel durch zu große Nasenmuscheln
- auftretende Wucherungen (adenoide Vegetationen, Polypen, Zysten)

Symptome der Kieferhöhlenentzündung
Leiden Patienten an einer Kieferhöhlen-Entzündung, klagen sie häufig über Kopfschmerzen. Der Geruchssinn ist eingeschränkt, da zugleich zumeist eine Sinusitis vorliegt. Bei zahlreichen Betroffenen bildet sich Sekret, das dauerhaft hinten in den Rachen oder aus der Nase austritt. Da die Schleimhaut zumeist auch in der Nasenhöhle geschwollen ist, wird der Luftstrom durch die Nase auf ein Minimum reduziert.
Prognose von Kieferhöhlenoperationen
Die Prognose für die Behandlungsaussichten der Kieferhöhlen-Operation ist gut. Allerdings muss durch die Öffnung zur Nasenhöhle ein guter Luftstrom erzielt werden. Problematisch erscheint es, wenn sich diese Öffnung nach der Operation wieder zusetzt. Tritt dieser Fall ein, staut sich eventuell erneut Sekret in der Kieferhöhle auf. Dadurch entsteht ein erneuter Behandlungsbedarf.
Vorbereitende Schritte auf die OP
Vor der Durchführung der Kieferhöhlen-OP führen Arzt und Patient ein ausführliches Beratungsgespräch. Bei diesem Termin klärt der Mediziner die Betroffene über die geplante Vorgehensweise sowie damit verbundene Risiken auf. Möglicherweise müssen die erkrankten Personen vor dem Eingriff auf die Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten verzichten. Zu dieser Kategorie gehören Pharmazeutika wie Aspirin oder Marcumar.
Sind die Kieferhöhlenoperationen in örtlicher Betäubung geplant, dürfen Betroffene bereits vier Stunden vorher keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen oder rauchen. Ab zwei Stunden vor der OP ist zusätzlich die Einnahme von Getränken untersagt. Diese Zeitspanne erhöht sich bei einer Operation in Vollnarkose. Ein intensives Reinigen der Zähne wird vor der Kieferhöhlen-Behandlung dringend empfohlen.
Der Verlauf der Kieferhöhlen-Operationen
Hat ein Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg oder HNO-Experte die Kieferhöhlen-Entzündung diagnostiziert, wird möglicherweise zuerst ein konservativer Therapieansatz empfohlen. Im Rahmen einer Infektion werden folgende Arzneimittel verabreicht:
- Antibiotika
- schleimhautabschwellendes Nasenspray oder Nasentropfen
Zu einer Kieferhöhlenoperation raten Mediziner, wenn medikamentöse Verfahren nicht den erhofften Erfolg erzielt haben. Wurden Polypen diagnostiziert, empfehlen Ärzte ebenfalls einen chirurgischen Eingriff. Die Operation wird unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt. Zur Wahl stehen zwei Zugangswege.
Zugang durch den Mundvorhof
Bevorzugt ein Operateur einen Eingriff durch den Mundvorhof, wird ein Gewebestück aus der vorderen knöchrigen Wand dieses Teils der Nasennebenhöhle beseitigt. Somit erhält ein Arzt den Zugang zu dem Hohlraum. Aus dieser Position ist es möglich, unter direktem Einblick auf die Kieferhöhle etwaige Gewebeveränderungen zu beseitigen. Der zu Beginn entfernte Knochendeckel wird nach erfolgter Operation erneut eingesetzt.
Zugang durch die Nase
Entscheiden sich die Ärzte für eine Kieferhöhlenoperation durch die Nase, wird die Verbindung zwischen Kieferhöhle sowie mittlerem Nasengang gezielt aufgeweitet. Alternativ steht es Chirurgen bei der als endonasale Operation bezeichneten Variante frei, ein Knochenfenster vom unteren Nasengang aus anzulegen. Mediziner nutzen ein Endoskop oder ein Mikroskop, um unter deren Sicht Schleimhautwucherungen wie Polypen oder anderweitige Veränderungen zu beseitigen. Als anschließende Versorgungsmaßnahme führen die Operateure eine Tamponade in die Nase ein, die das Wundsekret sowie Blut aufsaugt. Diese Tamponade beseitigt ein Arzt zumeist nach zwei Tagen.
Nach der Operation: worauf achten?
Bis zu zwei Stunden nach der Kieferhöhlen-OP sind die Einnahme von Nikotin sowie Lebensmitteln untersagt. Um Reizungen am operierten Bereich zu vermeiden, sollten Patienten bis zur Ausheilung auf Alkohol und Kaffee verzichten. Mit diesen Maßnahmen unterstützen und beschleunigen Betroffene den Heilungsprozess maßgeblich:
Wird die Operation unter ambulanten Bedingungen vorgenommen, sollten Patienten und Patientinnen bedenken, dass sie innerhalb der ersten 24 Stunden kein Auto allein fahren oder öffentliche Verkehrsmittel ohne Begleitung nutzen dürfen. Zudem sollten bedeutungsträchtige Entscheidungen nicht unter Medikamentenwirkung gefällt werden.
Komplikationen der Operation an den Kieferhöhlen
Durch die Kieferhöhlenoperation auftretende Komplikationen können, müssen jedoch nicht auftreten. Das Risikopotential minimiert sich enorm, indem Patienten den behandelnden Arzt mit besonderer Sorgfalt auswählen. Für folgende Begleiterscheinungen besteht ein erhöhtes Risiko:
- Beschädigungen an dem operierten Areal anliegenden Organen und Strukturen
- Blutungen
- Blutergüsse
- Nachblutungen
- vorübergehende oder dauerhafte Lähmungserscheinungen bzw. Taubheitsgefühl
- Wundheilungsstörungen
- Narbenbildung
- Entzündungen
- eingeschränkte Funktionsweise des Geruchssinns
- behandlungswürdiger Verbindungskanal zwischen Kieferhöhle sowie Mundraum
- sogenannte Stinknase (Vertrocknung der Nasenschleimhaut einschließlich Auftreten eines unangenehmen Geruchs)
- Sehprobleme (Erblindung, Doppelbilder)
- allergische Reaktionen in unterschiedlich starker Intensität
Vor- und Nachteile der Kieferhöhlen-Operationen
Eine Kieferhöhlen-Operation ist ein Eingriff, den Ärzte ausschließlich aus medizinischer Notwendigkeit empfehlen. Da durch die OP eine Verbesserung des persönlichen gesundheitlichen Status erreicht werden soll, ist es sinnvoll, den ärztlichen Rat zu befolgen.
Vorteile
- Verbesserung des gesundheitlichen Zustands (Linderung einer Kieferhöhlenentzündung)
- Wahlmöglichkeiten aus zwei operativen Verfahren
- gute Prognose für Linderung der Kieferhöhlen-Erkrankung
- bei medizinischer Indikation tragen Krankenversicherungen die Behandlungskosten
Nachteile
- Nachsorgemaßnahmen üben Einfluss auf Heilungsprozess auf
- relativ hohes Risikopotential der Operation
Häufige Fragen zum Thema Kieferhöhlen-Operationen
Warum entzünden sich die Kieferhöhlen?
Der Verbindungskanal zwischen Kiefer- und Nasenhöhle ist verengt oder verlegt, sodass die Luft nicht zirkuliert und Sekret kaum abfließt. Ursachen sind angeschwollene Schleimhaut durch Infektionen oder Allergien, veranlagungsbedingter Platzmangel durch zu große Nasenmuscheln sowie Wucherungen wie Polypen oder Zysten.
Woran erkenne ich eine Kieferhöhlenentzündung?
Typisch sind Kopfschmerzen und ein eingeschränkter Geruchssinn, weil meist gleichzeitig eine Sinusitis vorliegt. Viele Betroffene haben dauerhaft Sekret, das aus der Nase oder hinten in den Rachen läuft. Weil auch die Nasenschleimhaut geschwollen ist, kommt kaum noch Luft durch die Nase.
Wann wird operiert?
Wenn medikamentöse Verfahren mit Antibiotika und abschwellenden Nasensprays keinen Erfolg bringen. Auch bei diagnostizierten Polypen empfehlen Ärzte einen chirurgischen Eingriff. Bei allergischer Ursache sind zunächst gezielte antiallergische Maßnahmen sinnvoll.
Welche Zugangswege gibt es?
Über den Mundvorhof entfernt der Operateur ein Stück aus der vorderen knöchernen Wand, arbeitet unter direktem Blick in der Kieferhöhle und setzt den Knochendeckel anschließend wieder ein. Beim Zugang durch die Nase weitet er die Verbindung zum mittleren Nasengang auf oder legt ein Knochenfenster an und entfernt Wucherungen unter Endoskop- oder Mikroskopsicht.
Was passiert mit der Tamponade?
Nach der endonasalen Operation führt der Arzt eine Tamponade in die Nase ein, die Blut und Wundsekret aufsaugt. Entfernt wird sie meist nach zwei Tagen.
Was ist nach dem Eingriff zu beachten?
In den ersten Tagen nicht schnäuzen, sondern austretendes Sekret abtupfen, die Wange kühlen und Wärme wie Sonnenbäder oder heiße Bäder meiden. Anfangs wenig sprechen, keine schwere körperliche Belastung. Statt Zähneputzen den Mund mit lauwarmem Wasser spülen, weiche Kost bevorzugen und keine Oberkieferprothese einsetzen. Auf Alkohol und Kaffee sollte bis zur Ausheilung verzichtet werden.
Welche Risiken bestehen?
Möglich sind Blutungen, Nachblutungen und Blutergüsse, Schäden an benachbarten Strukturen, vorübergehende oder dauerhafte Taubheitsgefühle, Wundheilungsstörungen, Narbenbildung, Entzündungen sowie ein eingeschränkter Geruchssinn. Seltener kommen ein behandlungsbedürftiger Verbindungskanal zum Mundraum, eine sogenannte Stinknase oder Sehprobleme vor.
Wie gut sind die Aussichten?
Die Prognose ist gut, entscheidend ist ein guter Luftstrom durch die Öffnung zur Nasenhöhle. Setzt sich diese Öffnung wieder zu, staut sich erneut Sekret und es entsteht neuer Behandlungsbedarf. Polypen lassen sich meist unkompliziert entfernen, können aber wiederkehren.