Knochenspende

Anderen Menschen helfen: mit einer Knochenspende

Eine Knochenspende verfolgt das Ziel, bei einer erkrankten Person Knochendefekte in unterschiedlichen Ausprägungen oder Formen auszugleichen. Einerseits werden Knochenspenden durch hirntote Organspender vollzogen. Andererseits bietet die Medizin Möglichkeiten, Knochenmaterial lebender Spender zu entnehmen und bei Betroffenen zu implantieren.

Wann sind Knochenspenden erforderlich?

Knochentransplantationen werden von Mensch zu Mensch vorgenommen, wenn der erkrankte Empfänger einen verhältnismäßig großen Verlust an intakter Knochensubstanz erleidet. Dieser Fall tritt beispielsweise nach schweren Verletzungen wie Knochenbrüchen ein. Doch auch die nachfolgenden Krankheitsbilder bedürfen einer Knochenspende:

Symptomatik der Spende von Knochen

Liegt ein massiver Knochendefekt als Grund für Knochenübertragungen vor, bestehen durch die Patienten gesundheitliche Beschwerden. Zumeist werden Betroffene mit massiven Schmerzen konfrontiert. Zudem leiden Patienten und Patientinnen an Funktionsstörungen, die nach instabilen Knochen oder einer eingeschränkten Beweglichkeit der Knochenstruktur klassifiziert werden.

Ein häufiges Anwendungsgebiet von Knochenspenden sind Entnahmen von Hüftköpfen. Dieser Eingriff erfolgt in aller Regel dann, wenn Spender sowieso eine Hüftprothese bzw. ein künstliches Hüftgelenk erhalten. Liegt dieses Krankheitsbild vor, muss grundsätzlich Knochensubstanz beseitigt werden, um mehr Raum für eine Prothese zu erschaffen. Das operativ entfernte Knochenmaterial wird in diesem Fall an Empfänger übergeben. Neue Hüftprothesen werden bei massiver Arthrose oder anderen schwerwiegenden Gelenkerkrankungen implantiert. Klassische Symptome sind Einschränkungen in der Bewegung oder Schmerzen.

Vor der Übertragung der Knochen: die Diagnose

Soll ein Knochenstück einem anderen Patienten implantiert werden, dürfen sich in diesem Körperteil keinerlei Krankheitserreger befinden. Deshalb werden die Spender einer umfassenden Anamnese durch einen Arzt unterzogen. Besondere Aufmerksamkeit gilt Erkrankungen wie einer HIV-Infektion oder Hepatitis. Spender sind verpflichtet, alle Informationen sachgemäß und korrekt preiszugeben. Möglicherweise werden das Gesundheitsamt oder ehemalige Ärzte des Knochenspenders mit befragt. Daraufhin werden die Knochenspender auf etwaige Infektionen mit den Erregern untersucht. Folgende Maßnahmen werden vor der Knochenspende zusätzlich eingeleitet:

Empfänger der Knochenstücke werden auf die knochenspezifischen Erkrankungen untersucht. Nach einer physischen Grunduntersuchung sowie einem Untersuchungsgespräch werden zumeist bildgebende Methoden wie Röntgen angewandt. Über die meisten Daten und Fakten sind Ärzte bereits vor den Untersuchungen informiert. Dennoch benötigen Mediziner Informationen zur aktuellen und allgemeinen gesundheitlichen Verfassung der Patienten und Patientinnen.

Die Erfolgsprognose einer Knochenspende

Eine Spende von Knochengewebe ist für erkrankte Menschen eine wichtige Hilfe. Der Vorteil der Behandlung besteht darin, dass die Eingriffe für Spender mit keinerlei Folgeschäden verbunden sind. Dennoch kann ein Ausschluss von Komplikationen nicht zu 100 Prozent garantiert werden.

Vor der Operation: einleitende und vorbereitende Maßnahmen

Geben Patienten im Rahmen vorbereitender Gespräche alle gesundheitlichen Auskünfte nach bestem Wissen und Gewissen, drohen im Nachhinein keinerlei rechtliche Konsequenzen oder Verpflichtungen. Werden Antworten ohne die nötige Sorgfalt erteilt oder bewusste Falschaussagen gemacht, drohen schlimmstenfalls Strafverfahren wegen Tötung bzw. Körperverletzung. Schadenersatzforderungen können an die Spender gestellt werden. Für beide Parteien gilt, dass die Identität des Spenders sowie des Spendenempfängers der anderen Person nicht preisgegeben wird.

Der Ablauf der Operation zur Spende

Für eine Knochenspende raten Fachärzte zumeist zu einer Regionalanästhesie oder Vollnarkose als Betäubung. Ein Großteil aller Knochenentnahmen für eine Übertragung an andere Betroffene erfolgt bei Hüftoperationen durch das Einsetzen eines Kunstgelenks, der sogenannten Prothese. Diese Operation wird in folgenden Schritten vollzogen:

  • Einschnitt an Haut sowie darunter befindlichem Gewebe an Hinterseite, Seitenbereich sowie Vorderseite der Hüfte
  • Zugang zum Hüftgelenk
  • Entnahme des knöchernen Hüftgelenkskopfes
  • Einsetzen des künstlichen Hüftgelenks

Knochenspenden erfolgen weiterhin durch die Span-Entnahme anderer Knochen des Körpers. In der Praxis ist es geläufig, Gewebeteile des Kinns, der Rippe, der Schienbeinvorderkante oder des Beckenkamms zu entnehmen. Hat der Chirurg Einschnitte an der Haut oder dem darunter befindlichen Gewebe vorgenommen, werden die erforderlichen Knochenstücke entnommen.

Das chirurgische Einsetzen der Knochentransplantate wird durch unterschiedliche Spezialverfahren vorgenommen.

Nach der Operation: wichtige Maßnahmen und Begleiterscheinungen in der Übersicht

Leiden Betroffene nach der Knochenspende unter starken Schmerzen, verabreicht der behandelnde Arzt Schmerzmedikamente. Nach Hüftoperationen ist es erforderlich, dass die Körperregion effektiv geschont wird. Die verbleibenden Gelenke sollen hingegen regelmäßig bewegt und beansprucht werden. Die folgenden Verhaltensweisen wirken sich positiv auf den Heilungsprozess aus:

  • Krankengymnastik durchführen
  • mit Gehhilfen fortbewegen
  • keine zu großen Gewichte tragen
  • Hüftgelenk nicht übermäßig weit bewegen
  • Sport sowie andere belastende Aktivitäten erst ausüben, wenn behandelnder Arzt die Beanspruchung gestattet

Weisen gesundheitliche Beschwerden auf Komplikationen durch die Knochenspende hin, sollten Ärzte für eine etwaige Behandlung konsultiert werden. Wird über die Blutuntersuchung eine Erkrankung wie Hepatitis diagnostiziert, müssen Betroffene eine ärztliche und möglicherweise auch psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Alle durch die Untersuchungen erhaltenen Ergebnisse unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.

Komplikationen bei Knochenspenden

Generell bewerten Mediziner Knochenspenden als sehr komplikationslosen Eingriff. Allerdings gibt es keine Garantie, dass gesundheitliche Probleme nicht dennoch während oder nach der Operation auftauchen. Es besteht ein theoretisches Risiko für folgende Beschwerden:

Ein Großteil dieser Komplikationen kann reduziert werden, indem Betroffene den Arzt mit Bedacht auswählen. Je erfahrener und kompetenter ein Operateur ist, umso geringer sind die Behandlungsrisiken.

Eine Sonderform: die Knochenmarkspende

Im Gegensatz zur Knochenspende wird bei einer Knochenmarkspende ausschließlich Knochenmark von einem Stammzellspender an den Empfänger übertragen. Damit Knochenmark oder Stammzellen übertragen werden können, muss ein kompatibler Spender verfügbar sein. Für interessierte Spender stehen unterschiedliche Institutionen wie die Knochenmarkspenderdatei zur Verfügung. Diese Einrichtungen – oder auch Apotheken – führen Typisierungsaktionen durch. Im Rahmen einer Typisierungsaktion werden eine Blutprobe sowie ein Abstrich der Wangeninnenwand entnommen, um die wichtigste Gewebemerkmale zu bestimmen. Regelungen für den Erhalt einer Geldspende für diese Typisierung existieren nicht. Weiterhin besteht die Möglichkeit, eine Stammzellspende aus Nabelschnurblut zu erhalten. Eine Knochenmarkspende durch Nabelschnurblut ist hingegen nicht möglich.

Die Knochenspende: Vor- und Nachteile

Leben retten oder die Lebensqualität von erkrankten Menschen beträchtlich erhöhen. Wer anderen Menschen helfen möchte, tut mit einer Knochenspende Gutes. Doch der Eingriff hat nicht nur Vorteile.

Vorteile

  • Knochenspende kann von verstorbenen Menschen oder Lebendspendern entnommen werden
  • gespendeten Knochen verhelfen verunfallten oder erkrankten Menschen zu neuem positivem Lebensgefühl
  • Spende verläuft anonym
  • Spender erhalten durch medizinische Untersuchungen kostenfreien Rundumcheck
  • Spender müssen mit keinerlei Folgeschäden rechnen
  • gute Erfolgsprognose für Empfänger der Knochenspenden

Nachteile

  • Risiken sind durch eine Knochenspende nicht komplett auszuschließen
  • Nachsorgemaßnahmen nach Operation relativ behandlungsintensiv