Knorpelglättung Knie

Sich mobiler und fitter fühlen: nach einer Knorpelglättung am Knie

Eine Knorpelglättung – der medizinische Fachbegriff lautet Chondroplastik – wird bei der Behandlung eines Knorpelschadens durchgeführt. Verletzungen oder Arthrose schränken die Beweglichkeit des Knies bei einem Knorpelschaden zumeist massiv ein. An diesem Punkt setzt die Knorpelglättung an. Je nach Ausmaß der Erkrankung oder Verletzung werden die Knorpel des Knies oberflächlich oder tiefgehend geglättet. Hierfür kommen zwei unterschiedliche Methoden zum Einsatz.

Die wichtigsten Anwendungsgebiete der Glättung des Knorpels im Überblick

Eine häufige Ursache für eine Knorpelglättung ist Arthrose. Der Gelenkverschleiß ist das Resultat einer Überlastung, die durch unterschiedliche Aktivitäten und Verhaltensweisen ausgelöst wird. Die häufigsten Gründe für eine aufkommende Arthrose sind wie folgt dargestellt:

All diese Ursachen schädigen den Gelenkknorpel zunehmend. Der Knorpel regeneriert sich immer schlechter. Darüber hinaus sind irreparable Schäden des Gelenkknorpels auf Verletzungen des Knies zurückzuführen, die häufig mit operativen Glättungen behandelbar sind. Die Konsequenz dieser Erkrankung sind Begleiterscheinungen wie eine eingeschränkte Beweglichkeit oder Schmerzen.

Wie hoch sind die Erfolgsprognosen der Operation?

Ärzte bestätigen, dass sich Gelenkfunktion durch eine Knorpelglättung massiv verbessern lässt. Berücksichtigen Betroffene die Anweisungen der behandelnden Ärzte und üben sich beim Heilungsprozess in Geduld, sind die Erfolgsaussichten gut. Dennoch variieren die Prognosen von Krankheitsbild zu Krankheitsbild. Sind die Schäden tief, aber klein, sind die Erfolgsprognosen recht gut. Im Anschluss an die Knochenbohrungen, Mikrofrakturierung oder Knochenfräsung bildet sich nach der Ausheilung ein stabiler Knorpel. Allerdings kann der Knorpel nicht seine Widerstandsfähigkeit des gesunden Knorpelgelenks zurückerlangen.

Im Gegensatz dazu kann eine Knorpelglättung des Knies keine Arthrose aufhalten. Spätere Defekte des Gelenkknorpels sind unumgänglich. Die Erfolgsaussichten werden erhöht, indem Gelenkstrukturen sowie etwaige Fehlstellungen therapiert werden. Aus dem Grund raten Orthopäden im Einzelfall zu Umstellungsoperationen an Knochen, die sich an eine Knorpelglättung anschließen.

Vor der Knie-Knorpelglättung: einleitende Schritte

Vor der glättenden Operation müssen Betroffene auf eine Blutgerinnungsstörung untersucht werden. Fällt der Befund positiv aus, besteht ein erhöhtes Risiko für Einblutungen im Knie. Aus diesem Grund müssen erkrankte Personen geraume Zeit vor dem chirurgischen Eingriff auf eine Verwendung blutgerinnungshemmender Pharmazeutika verzichten. Leiden Patient oder Patientin an einem entzündeten Gelenk oder einer anderweitigen Infektion, kann die OP möglicherweise nicht durchgeführt werden. Zudem sollte vor dem Eingriff die Frage geklärt werden, ob die Operation ambulant oder stationär vorgenommen wird. Hierfür gelten folgende Regeln:

Die Operation: So läuft die Knorpelglättung ab

Die Knorpelglättung am Knie kann über eine Regionalanästhesie oder unter Vollnarkose durchgeführt werden. Die Operation wird im Rahmen einer Arthroskopie – einer Gelenkspiegelung – vorgenommen. Bei der OP werden dem Patienten kleine Zugänge gelegt, über die unter anderem eine Operationskamera eingeführt wird. Über diese Kamera werden während der Arthroskopie am Kniegelenk Aufnahmen des Kniegelenks per Monitor übertragen. Weitere Zugänge sind notwendig, um chirurgische Instrumente in das Gelenk einzuführen.

Ein wichtiges Utensil ist ein Shaver. Dieses Instrument rasiert bei der Arthroskopie am Kniegelenk ausgefranste Knorpelbereiche ab, um die Oberfläche zu glätten. Bei tiefergehenden Knorpelglättungen wird der blutführende Teil des Knieknorpels getroffen. Diese Prozedur verfolgt bei einem diagnostizierten Knorpelschaden den Zweck, eine schorfartige Wunde zu bilden, die vernarbt und anschließend Ersatzknorpel formt. In der heutigen Zeit benutzen Ärzte zumeist Geräte, die Radiowellen aussenden.

Abrasionsarthroplastik

Tiefere partiell bis zum Knochen reichende Knorpeldefekte werden zum Beispiel durch die Abrasionsarthroplastik therapiert. Fachärzte für Orthopädie berufen sich auf ein Verfahren, das hinter der Kniescheibe Knorpel abträgt und zusätzlich freigelegte Knochenflächen anfräst. Durch diese Technik gelangen Knochenmark-Stammzellen in die Wunde, um die Knorpelbildung anzuregen. Allerdings ist bei dieser Technik besonderes Fingerspitzengefühl der Operateure gefragt. Eine wichtige Voraussetzung ist es, an nicht eröffneten Bereichen direkt über den Knochen eine Abgrenzung zum intakten Knorpel zu erzielen.

Mikrofrakturierung

Eine alternative Variante zu diesen chirurgischen Therapieansätzen ist bei einer Kniearthrose das sogenannte Microfracturing bzw. die Mikrofrakturierung. Bei diesem Verfahren werden kleine Löcher in den Knochen gemeißelt, aus denen Stammzellen erneut Knorpel für die Gelenkfläche ausbilden sollen. Nach den Operationen werden die Überreste des abgetragenen Materials ausgespült. Diese Verfahrensweise bezeichnen Ärzte als Gelenktoilette. Nach der Knorpelglättung werden die Zugangswege der Spiegelung vernäht. Möglicherweise verwenden Chirurgen einen kleinen Schlauch als Drainage, um Entzündungsflüssigkeit sowie Blut aufzunehmen. Nach wenigen Tagen wird die Drainage beseitigt. Das Knie wird mit einem Verband versorgt.

Nach der Glättung der Knieknorpel: was tun?

Es dauert mehrere Monate, bis nach einer Kniearthrose neues Knorpelersatzgewebe entstanden ist und einen Mindestgrad an Widerstandsfähigkeit erreicht hat. Die Fäden der Wunde werden nach etwa einer Woche gezogen. Diese Verhaltensweisen begünstigen den Heilungsverlauf:

  • Entlastung des Beins für drei Monate (beispielsweise durch Gehstütze)
  • Durchführung von Krankengymnastik, um Funktionsweise des Kniegelenks zu stabilisieren
  • ärztliche Hinweise über Grad der Belastung beachten

Ist eine Knorpelglättung am Knie ein riskanter Eingriff?

Grundsätzlich bewerten Ärzte eine Knie-Knorpelglättung als vergleichsweise komplikationsarme Methode. Dennoch können Probleme nicht garantiert ausgeschlossen werden. So müssen Patienten und Patientinnen in Ausnahmefällen mit diesen Begleiterscheinungen rechnen:

Vor- und Nachteile einer Knorpelglättung am Knie

Am Knie durchgeführte Knorpelglättungen lindern die Beschwerden vieler Patienten. Da die Erfolgsprognosen bei unterschiedlichen Krankheitsbildern deutlich voneinander abweichen, ist die Prozedur nicht für jeden Betroffenen empfehlenswert.

Vorteile

  • Eingriff ist unter Umständen ambulant durchführbar
  • gute Erfolgsprognosen bei bestimmten Krankheitsbildern
  • Operation ist minimal-invasiv über eine Gelenkspiegelung möglich
  • unterschiedliche Verletzungen und Erkrankungen sind mit Knie-Knorpelglättung behandelbar
  • verschiedene Behandlungsansätze sind möglich

Nachteile

  • schlechte Erfolgsaussichten bei Gelenkarthrose
  • relativ langwierige und intensive Nachsorgemaßnahmen
  • einige Risiken gefährden physische Gesundheit massiv