Krampfadern entfernen

Krampfadern entfernen lassen: Wege und Methoden

Krampfadern werden in der Medizin auch als Varizen oder Varikosis bezeichnet. Diese Erweiterungen oberflächlicher Venen treten vermehrt an den Beinen auf. Bei Krampfadern zeichnen sich bläuliche Schlängellinien unter der Haut ab. Tendenziell neigen Frauen eher zu der Erkrankung als Männer. Zumeist sind die Varizen harmlos. Dennoch sollten die Adern ernst genommen werden. Denn im fortgeschrittenen Stadium verursacht eine Varikosis Symptome wie Hautgeschwüre oder Ödeme - das sind Wasseransammlungen im Gewebe.

Krampfadern: eine Volkskrankheit?

Aktuellen Schätzungen zufolge ist jeder fünfte Mensch von der leicht veränderten Venenoberfläche betroffen. Krampfadern treten bei Frauen bis zu dreimal häufiger als bei Männern auf. Zumeist bemerken Patienten und Patientinnen die Varikosis zum ersten Mal zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Die häufigste Erscheinungsform der Krampfadern sind sogenannte Besenreiser – extrem feine und oberflächliche Krampfadern.

Krampfadern: nicht nur ein Schönheitsmakel

Im fortgeschrittenen Stadium wird eine ordentliche Durchblutung der Beine zumeist nicht mehr gewährleistet. Möglicherweise entstehen unter der Haut nur schlecht abheilende Geschwüre, die Mediziner ebenfalls als „offene Beine“ bezeichnen. Da das Gewebe an diesen Stellen zu schlecht durchblutet ist, ist die Gefahr durch einen Befall durch Bakterien verhältnismäßig hoch. Diese Keime breiten sich möglicherweise über die Blutgefäße aus. Gefährliche Infektionen drohen. Bemerken Patienten diese durch Krampfadern verursachten Geschwüre, bedürfen diese einer kontinuierlichen ärztlichen Überwachung. Durch diese prophylaktischen Maßnahmen können Entzündungen im Körper verhindert werden.

Varizen entfernen lassen: was tun?

Möchten Betroffene die Krampfadern beseitigen lassen, ist die Hilfe eines Facharztes für Phlebologie oder Gefäßchirurgie erforderlich. Diese Mediziner sind ausgebildet, um Varizen über das sogenannte Stripping oder Teilstripping zu entfernen. Eine Beseitigung von Krampfadern ist ebenfalls durch Verödung oder andere Methoden möglich. Allerdings kommt nicht jeder Behandlungsansatz für jeden Patienten in Frage. Welche Möglichkeit der Krampfadernbehandlung individuell in Betracht kommt, hängt von folgenden Komponenten ab:

Eine Entscheidung für oder gegen eine chirurgische Vorgehensweise orientiert sich erstrangig am Leidensdruck sowie etwaigen Begleiterkrankungen der betroffenen Personen. Ärzte unterscheiden zwischen konservativen sowie invasiven Therapiemaßnahmen.

Methoden der Krampfaderentfernung

Konservative Behandlungsansätze

Konservative bzw. nicht-invasive Behandlungsansätze bewirken zwar keine vollständige Beseitigung der Varizen. Allerdings tragen diese Methoden dazu bei, physische Beschwerden zu reduzieren und einer Verstärkung der Varikosis vorzubeugen. Mögliche Therapieformen sind folgende:

  • Kompressionstherapie
  • Arzneimittel
  • physikalisch orientierte Anwendungen

Invasive Maßnahmen in der Übersicht

Damit Krampfadern effektiv entfernt werden, ist ein operativer Eingriff notwendig. Diese invasiven Therapien sollten verfolgt werden, wenn die Funktionsweise der erkrankten Venen stark eingeschränkt ist und die Stauung zu einer massiven Aussackung führt. Ein erster Untersuchungsansatz beschränkt sich auf eine Angiografie – das Gefäßröntgen – oder eine Ultraschalluntersuchung. Die Resultate dieser Kontrollen sind maßgeblich für die Wahl eines geeigneten invasiven Verfahrens. Ein maßgeblicher Faktor ist die Frage, inwiefern nur oberflächliche Venen oder auch tiefer gelegene Venensysteme von der Varikosis betroffen sind.

Lasertherapie

Raten Fachärzte zu einer Lasertherapie der Varizen, nehmen Mediziner diesen Eingriff unter örtlicher Betäubung vor. Ärzte setzen im Bein einen kleinen Schnitt, um im Anschluss eine feine Lasersonde in die entsprechende Krampfader einzuführen. In der Regel erfolgt diese Behandlung unter der Kontrolle des Ultraschalls, um auf die richtigen Gefäße zu treffen. Ein Laser erwärmt die Varizen, die sich aufgrund der aufkommenden Hitze verschließen. Die Gefäße vernarben, bis der Körper die Adern abbaut.

Verödung bzw. Sklerosierung

Zur Verödung der Varizen führt ein Arzt eine künstliche Entzündung der Gefäßwände herbei. Hat ein Chirurg ein Verödungsmittel wie Polidocanol in das Venennetz injiziert, verklebt und vernarbt das Gewebe automatisch. Dieses Verödungsmittel wird als Schaum oder Flüssigkeit eingeführt. Nach dem Eingriff tragen Betroffene für einige Tage Kompressionsstrümpfe.

Teilstripping/Stripping

Das Teilstripping bzw. Stripping fokussiert sich auf ein Ziehen der Varizen. Hierfür führt ein Arzt kleine Sonden in die jeweiligen Venen ein, um die Venenwände am Ende der Adern zu durchstechen. Im Anschluss ziehen Operateure die Gefäße nach einer Durchtrennung heraus. Das Teilstripping beschränkt sich auf eine Behandlung der krankhaften Gefäßbereiche. Beim Stripping werden die Varizen vollständig beseitigt. Nach den Operationen tragen Betroffene etwa vier Wochen lang Kompressionsstrümpfe, damit sich keine Blutgerinnsel oder Schwellungen bilden.

Krampfader-OP

Eine Operation ist bei einer Varikosis eine minimal-invasive chirurgische Behandlung, die nach mehreren Methoden differenziert wird. Neben dem Stripping bzw. Teilstripping können die Varizen ebenfalls durch das CHIVA-Verfahren oder die Externe Valvuloplastie – die EVP – entfernt werden. Für jeden Patienten kommt ein anderer operativer Behandlungsansatz in Betracht. Mögliche Begleiterkrankungen sowie der Schweregrad der Krampfadern entscheiden über eine stationäre oder ambulante Durchführung dieser OP.

CHIVA-Verfahren

„CHIVA“ ist eine französische Abkürzung, die in deutscher Sprache als „den Blutfluss korrigierende, venenerhaltende, ambulante Behandlung von Krampfadern“ übersetzt werden kann. Nach einer ausgiebigen Ultraschallkontrolle bindet ein Chirurg die erkrankten Venenabschnitte ab. Die Gefäßbereiche bilden sich daraufhin von allein zurück. Zudem müssen Patienten und Patientinnen für etwa fünf Wochen Kompressionsstrümpfe tragen, um eine Rückbildung zu unterstützen.

EVP: Externe Valvuloplastie

Die Externe Valvuloplastie verfolgt den Zweck, die Funktion der Venenklappen wieder herzustellen. Ein Operateur verengt die sogenannte Vena Saphena Magna – eine große Vene im Leistenbereich -, indem in dieser Körperpartie ein kleiner Hautschnitt vollzogen wird. Unter Lokalanästhesie wird eine Manschette aus Polyester um die Vene herum eingenäht. Diese Manschette bewirkt eine Verengung der Vene, so dass die Venenklappen aufgrund der verringerten Funktionsweise indirekt besser funktionieren.

Risiken der Varizenbeseitigung

Eine Krampfaderentfernung ist nur ein kleiner operativer Eingriff. Deshalb sind die Risiken der Behandlung überschaubar. Dennoch können nach den Therapien einige unangenehme Begleiterscheinungen auftreten:

Um die Bildung von Lymphflüssigkeit zu vermeiden, sollten Patienten nach den Behandlungen unbedingt ihre Beine bandagieren oder mit Kompressionsstrümpfen versorgen. Legen Betroffene ebenfalls regelmäßig die Beine hoch, unterstützt diese Maßnahme den Blutfluss ebenfalls.

Krampfadern beseitigen: wer bezahlt die Kosten?

Die Kosten einer Beseitigung von Krampfadern variieren massiv durch den Schweregrad der Varikosis sowie die favorisierte Behandlungsmethode. Werden die Varizen aus rein ästhetischen Gründen beseitigt, tragen Krankenversicherungen die Behandlungskosten im Normalfall nicht. Da Krampfadern jedoch auf Dauer ein gesundheitliches Risiko darstellen, erklären sich private sowie gesetzliche Krankenkassen normalerweise zur Kostenübernahme bei einer Beseitigung von Varizen bereit.

Vor- und Nachteile der Varizenbeseitigung

Krampfadern sind nicht nur ein Schönheitsmakel. Varizen gelten im fortgeschrittenen Stadium als Ursache folgenschwerer Erkrankungen. Aus diesem Grund ist eine Entfernung der Gefäße eine medizinische Maßnahme, die in hohem Maße zum Erhalt der Gesundheit beiträgt.

Vorteile

  • bei medizinischer Notwendigkeit übernehmen Krankenkassen die Behandlungskosten
  • unterschiedliche Behandlungsansätze für verschiedene Formen der Varizen
  • Einsatz ist mit minimalen Risiken verbunden
  • ambulante Behandlung ist unter Umständen möglich

Nachteile

  • bei genetischer Veranlagung ist Neubildung der Krampfadern nicht ausgeschlossen
  • verhältnismäßig intensive Nachsorge durch mehrwöchiges Tragen von Kompressionsstrümpfen
  • einige Behandlungsansätze bedürfen einer mehrfachen Wiederholung