Nasennebenhöhlen Operation

Eine Operation der Nasennebenhöhlen: der letzte Ausweg bei chronischem Schnupfen?

Die Nase hat die Funktion, Atemluft zu befeuchten, zu reinigen, zu erwärmen – die Atemluft generell zu regulieren. Bei vielen Menschen ist die Nasenatmung jedoch dauerhaft behindert. Auslöser für dieses Krankheitsbild sind chronisch entzündete Nasennebenhöhlen, verkrümmte Nasenscheidewände oder gutartige Wucherungen an der Schleimhaut, die von den Nasennebenhöhlen in die Nasenhaupthöhle übergehen. All diese Prozesse und Krankheitsbilder sind für Betroffene nicht ohne Folgen. Patienten und Patientinnen müssen sich zwangsläufig einer verstärkten Mundatmung bedienen. Als Folge dessen werden Bronchien, Rachen sowie die Luftröhre stärker beansprucht. Häufig leiden erkrankte Menschen verstärkt unter Halsentzündungen oder Infektionen der Bronchien: ein Effekt, der die Gesundheit dauerhaft negativ belastet. Belüftungsstörungen entstehen dann, wenn die Nasennebenhöhlen zusätzlich von Polypen befallen werden. Diese Schleimhautwucherungen lösen ebenfalls Entzündungen der Nasennebenhöhlen aus. Weil die Nasenatmung ebenfalls die Belüftung des Ohres beeinflusst, sind Hörbeschwerden oder Ohrenentzündungen eine mögliche Folge.

Wann empfiehlt ein Arzt die Nasennebenhöhlen-OP?

Verursachen in den Nasennebenhöhlen auftretende Wucherungen an der Schleimhaut keine Beschwerden, bedürfen sie auch keiner Operation. In vielen Fällen empfehlen HNO-Ärzte im ersten Schritt eine Behandlung der Polypen mit kortisonhaltigen Nasensprays. Bei folgenden Beschwerden rät ein Arzt hingegen zu einer operativen Beseitigung der Polypen:

Vorbereitung auf die Nasennebenhöhlen-Operation

Führen Operateure den Eingriff unter Vollnarkose durch, müssen Patienten vor der Behandlung nüchtern erscheinen. Das bedeutet, dass Betroffene spätestens sechs Stunden vor der Operation keine feste Nahrung oder trübe Flüssigkeiten mehr zu sich nehmen dürfen. Spätestens zwei Stunden vor dem Eingriff sollten Patienten ebenfalls auf eine Einnahme klarer Flüssigkeiten verzichten. Nehmen Betroffene aufgrund anderer Erkrankungen regelmäßig bestimmte Pharmazeutika ein, müssen sie den behandelnden Anästhesisten rechtzeitig darüber in Kenntnis setzen. Bei einigen Arzneimitteln mit blutverdünnender Wirkung ist es besonders wichtig, die Medikamente einige Tage vor der OP abzusetzen.

Hinweise zum operativen Verfahren

Die Betäubungsmethode richtet sich nach der Form des Eingriffs. Müssen nur einzelne Polypen abgetragen werden, erfolgt die Behandlung unter örtlicher Betäubung. Sanierungen der Nasennebenhöhlen werden normalerweise unter Vollnarkose durchgeführt. Vom Umfang der Operation hängt ebenfalls der Zeitansatz ab. Beseitigen Chirurgen lediglich Polypen, beschränkt sich die operative Behandlung auf wenige Minuten. Bei folgenden chirurgischen Maßnahmen dauert die OP in Abhängigkeit anatomischer Voraussetzungen ein bis zwei Stunden an:

Entfernung der Polypen

Eine Entfernung der Polypen wird mithilfe der sogenannten Polypenschlinge vorgenommen. Diese Metallschlinge legt ein Chirurg in die Nase ein und positioniert sie direkt über den Polypen. Daraufhin wird die Schlinge so lange zusammengezogen, bis die Wucherungen über eine Abtrennung beseitigt werden können. Eine alternative Behandlungsmethode ist eine Laserentfernung. Nachdem die Ausstülpungen abgetragen wurden, werden in die Nase für ein bis zwei Tage Tamponaden zur Stillung von Blutungen eingelegt.

Nasennebenhöhlensanierung

Liegt außerdem eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen vor, müssen im Rahmen der Operation im Bedarfsfall ebenfalls die Ausführungsgänge der Kiefer- und Stirnhöhle erweitert werden. Dadurch wird gewährleistet, dass mehr Luft in die Nasennebenhöhlen gelangt und vereitertes Sekret leichter abfließen kann. Sobald die Nasennebenhöhle erkrankt ist, muss die betroffene Schleimhaut automatisch aus den Nebenhöhlen beseitigt werden. Ärzte bezeichnen diesen Therapieansatz als Nasennebenhöhlensanierung. Diese Behandlung nehmen Mediziner über ein Endoskop vor, das in die Nase eingelegt wird. Dennoch bedarf diese Methode eines ungefähr einwöchigen stationären Aufenthalts. Lässt ein HNO-Arzt die Behandlung der entzündeten Nasennebenhöhlen außen vor, ist die Gefahr hoch, dass wiederum Polypen auftreten.

Nachbereitung der Operation der Nasennebenhöhlen

Bei einer geplanten ambulanten Entfernung von Polypen bleiben Betroffene so lange unter ärztlicher Beobachtung, bis sie sich erholt genug für den Heimweg fühlen. Am Tag der Behandlung ist es untersagt, allein Auto zu fahren oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Chirurgen raten dringend dazu, dass operierte Personen bis zu 24 Stunden nach der Narkose in der Betreuung einer weiteren Person verweilen. Nachdem die Tamponade für maximal zwei Tage in der Nase gelegen ist, zieht ein Arzt das blutstillende Utensil heraus. Im Bedarfsfall setzen Ärzte ebenfalls kleine Atmungsröhrchen ein, falls die Mundatmung für Patienten und Patientinnen zu anstrengend ist. Eine konsequente Nachbehandlung ist ein wichtiger Teil des erfolgreichen Behandlungsverlaufs. Deshalb sollten Betroffene alle ärztlichen Anweisungen der Mediziner zur Nasenpflege strikt einhalten:

  • Einnahme kortisonhaltiger Nasensprays oder Kortisontabletten (falls diese ärztlich verabreicht werden)
  • Vermeidung aller Aktivitäten, die Schleimhäuten schaden: Alkohol, ätzende Dämpfe, Nikotin
  • bei diagnostizierter Allergie: konsequente Behandlung der Allergie

Am Tag der Behandlung oder nach Verlassen des Krankenhauses schlagen Mediziner einen Termin zur nächsten Kontrolluntersuchung vor. Patienten wird angeraten, alle Kontrolltermine gewissenhaft wahrzunehmen.

Mögliche Risiken der Nebenhöhlen-OP

HNO-Ärzte stufen eine OP der Nasennebenhöhlen als sehr risikoarme Behandlungsmethode ein. Dennoch können Risiken nicht gesichert ausgeschlossen werden. Möglicherweise müssen Patienten und Patientinnen mit folgenden Risiken rechnen:

Eine OP der Nasennebenhöhlen: Vor- und Nachteile

Da eine Operation der Nasennebenhöhlen aus medizinischen Gründen erfolgt, bietet der Eingriff zumeist eine deutliche Verbesserung des Allgemeinzustands Betroffener. Allerdings muss die chirurgische Behandlung unbedingt durch einen erfahrenen Mediziner empfohlen worden sein.

Vorteile

  • partiell ist ambulante Behandlung möglich
  • Risiken lassen sich durch gut durchdachte Arztwahl weitgehend ausschließen
  • keine umfangreiche Vorbereitung auf Operation notwendig
  • bei erfolgreichem Verlauf deutliche Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens

Nachteile

  • Operation ist nur unter Einhaltung gewisser Voraussetzungen erfolgreich (konsequente Behandlung von Allergien)
  • stationäre Aufenthalte von bis zu einer Woche sind mit umfangreicheren Operationen verbunden
  • Nachsorgemaßnahmen beeinflussen Behandlungserfolg maßgeblich