Die Ohrenkorrektur: für ein ästhetisch unauffälliges Gesamtbild
Die Ohren sind neben den Augen sowie der Nase eines der optisch markantesten Gesichtsmerkmale. Beim Blick auf einen anderen Menschen ist der Fokus stets mit auf die Ohren gerichtet. Deshalb gelten die Ohren insbesondere in der heutigen Gesellschaft als wichtiges Schönheitsmerkmal. Entspricht der Körperteil nicht dem ästhetischen Ideal, sind fehlgeformte Ohren eine wahre Belastungsprobe. Deshalb entscheiden sich Betroffene vor allem bei einer sehr auffälligen Ohrenform zumeist zu einer operativen Korrektur. Ob Kinder oder Erwachsene – der Bedarf ist groß.

Ohrenkorrektur: eine Begriffsklärung
Der medizinische Fachbegriff für Ohrenkorrektur ist Otoplastik. Dieser Terminus bezieht ästhetische Eingriffe sowie produzierende Maßnahmen für Gehörschutz oder Hörgeräte ein. Die Ohrenkorrektur fokussiert sich hingegen auf alle kosmetischen Eingriffe an Ohren, die zum Behandlungsspektrum der plastisch-ästhetischen Medizin gehören. Die am häufigsten angewendete Methode der Korrekturen an Ohren ist das Anlegen von Ohren bei sogenannten „Segelohren“. Zudem sind zahlreiche weitere korrektive Verfahren möglich.
Wann ist die Korrektur erforderlich?
Eine Korrektur am Ohr kommt grundsätzlich für alle Patienten und Patientinnen in Betracht, die mit dem kosmetischen Erscheinungsbild ihrer Ohren unzufrieden sind. Allerdings sollten sich Betroffene vor einer Entscheidung für die Maßnahmen vor Augen führen, dass der Eingriff nur in Ausnahmefällen medizinisch indiziert ist. Eine Ausnahme gilt für Kinder bis zu 14 Jahren, für die Krankenversicherungen zumeist eine Ohrkorrektur finanziell übernehmen. Eine Grundvoraussetzung für die operative Behandlung der Kinder ist jedoch die medizinische Definition der Segelohren.
Eine Ohrenoperation für Kinder: Pro und Kontra
Leiden Kinder unter Segelohren, ziehen Eltern eine kosmetische Operation des Makels zumeist ernsthaft in Erwägung. Werden die Ohren nicht operativ behandelt, sind betroffene Jungen und Mädchen insbesondere in jungen Jahren viel Spott und Hohn ausgesetzt. Da die Ohrenkorrektur bei Kindern unter Vollnarkose durchgeführt wird, führen Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie oder HNO-Spezialisten den Eingriff vorzugsweise bei Kindern zwischen dem fünften und sechsten Lebensjahr durch. In diesem Alter ist das Wachstum des Knorpelgewebes zumeist schon abgeschlossen. Dennoch lässt sich der Knorpel relativ unkompliziert formen. Aus diesem Grund entscheiden sich die meisten Eltern für eine korrigierende OP der Ohren im Vorschulalter.
Vorbereitung auf die Ohren-OP
Bevor der Eingriff durchgeführt wird, führen Arzt und Patient bzw. die Eltern ein aufklärendes Gespräch. Bei diesem Termin schildern Mediziner die geplante Vorgehensweise. Weiterhin werden mögliche Risiken thematisiert. Folgende Hinweise sollten Betroffene beherzigen:
Methoden und Arten der Ohrenkorrektur
Bei Erwachsenen wird der Eingriff erfahrungsgemäß im Dämmerschlaf durchgeführt. Bei operativen Behandlungen von Kindern bevorzugen Ärzte zumeist die Vollnarkose. Erfahrungsgemäß erstreckt sich die OP auf 1 bis 1,5 Stunden.
Ohren anlegen
Der am häufigsten durchgeführte und bekannteste Eingriff der Otoplastik bezieht sich auf eine chirurgische Korrektur abstehender Ohren bzw. Segelohren. An der Rückseite der Ohren wird ein Schnitt am Übergang zum Kopf vorgenommen, bevor ein Chirurg ein kleineres Hautareal sowie eventuell einen Teil des Knorpels entfernt. Anschließend wird das Ohr enger mit dem Kopf verbunden. Die Schnitte werden genäht. Zuletzt wird der Kopf mit einem Verband – einer Art Stirnband – versorgt.
Ohrläppchenkorrektur
Im Rahmen einer Ohrläppchenkorrektur sind vielfältige Eingriffe möglich. Beispielsweise kann ein Ohrläppchen vergrößert oder verkleinert werden, um proportional zum verbleibenden Ohr oder Gesicht zu wirken. Zusätzlich schließt der Terminus operative Korrekturen von ausgeleierten oder eingerissenen Ohrlöchern ein. Auf Wunsch nimmt ein Operateur eine Loslösung von eingewachsenen Ohrläppchen oder Straffungen vor.
Ohrenverkleinerung
Zu große Ohren bereiten Betroffenen ebenfalls psychische Probleme. Eine Verkleinerung bietet die Möglichkeit, das menschliche Ohr um bis zu 30 Prozent zu verkleinern. Dennoch sind dieser ästhetischen Strategie physische Grenzen gesetzt. Deshalb sollte bereits im Vorfeld geklärt sein, dass ein großes Ohr nicht unbegrenzt verkleinert werden kann. Der Umfang der Verkleinerung hängt vom Ohrläppchen, der Ohrmuschel sowie dem betroffenen Ohrbereich ab.
Ohrrekonstruktion
Eine Rekonstruktion stellt eine Wiederherstellung des Ohrs nach einer Formveränderung oder Schädigung dar. Ohrrekonstruktionen sind beispielsweise nach einer Erkrankung oder einem Unfall üblich. Partiell besteht die Möglichkeit, rekonstruktive Maßnahmen ebenfalls bei einem eingerissenen oder ausgeleierten Ohrläppchen einzuleiten. Ein Aufbau eines neuen Knorpelgerüsts muss möglicherweise mit einer Hauttransplantation verbunden werden. Häufig basieren Ohrrekonstruktionen auf einer medizinischen Indikation – insbesondere dann, wenn das Hörvermögen mit eingeschränkt ist.
Nachsorgemaßnahmen nach der Ohrenkorrektur
Weil das menschliche Ohr nach einer Ohrenkorrektur relativ sensibel ist, sind ärztliche Vorschriften zum Tragen eines sterilen Kopfverbandes unbedingt einzuhalten. Anderenfalls ist das Verletzungsrisiko an den Ohren bis zu vier Wochen nach der Operation relativ hoch.
Korrektur der Ohren: die Erfolgsprognose
Chirurgische Korrekturen an den Ohren gehören zum Standardrepertoire der HNO- oder plastisch-ästhetischen Chirurgie dazu. Dennoch sollten sich Patienten und Patientinnen bewusst sein, dass die operativen Möglichkeiten recht begrenzt sind. Form sowie der Größe der Ohren lassen sich nur im Rahmen begrenzter Möglichkeiten verändern. Deshalb ist es besonders wichtig, die Dimensionen der chirurgischen Veränderungen vorab detailliert zu schildern.
Risiken und Komplikationen der Operation
Risiken sind nach einer Korrektur der Ohren zwar relativ gering, aber dennoch nicht komplett auszuschließen. Die Chancen auf eine völlig komplikationsfreie Behandlung steigen mit dem Erfahrungsreichtum und der Kompetenz des gewählten Chirurgen. Folgende Begleiterscheinungen sind für Ohrenkorrekturen typisch:
- unangenehme Schmerzen durch das Drücken des Verbandes (in den ersten Tagen)
- vorübergehende Blutergüsse
- massive Berührungsempfindlichkeit der Ohren für bis zu acht Wochen
- erhöhtes Risiko für Nachblutungen und Infektionen
- Narbenbildung ist unvermeidbar
Kosten der Ohrenkorrektur
Maßgebliche Faktoren für die Bildung der Behandlungskosten sind der gewünschte Eingriff, Standort, Klinik sowie der Arzt. Eine Ohrläppchenkorrektur kostet von 400 bis 800 Euro. Der Preis für ein Anlegen der Ohren beläuft sich auf 2.500 bis 3.500 Euro. Krankenversicherungen übernehmen den Kostenaufwand für das Anlegen der Ohren im Normalfall für bis zu 14 Jahre alte Kinder. Operationen ohne medizinische Notwendigkeit werden nicht von Krankenversicherungen bezahlt.
Eine Korrektur der Ohren: Vor- und Nachteile
Eine Ohrenkorrektur sollte gut durchdacht werden. Erwachsene müssen den finanziellen Aufwand für Ohroperationen ohne medizinische Indikation selbst tragen. Zudem entspricht der Behandlungserfolg womöglich nicht immer hohen Erwartungen.
Vorteile
- unterschiedliche chirurgische Verfahren für Ohrenkorrekturen haben sich bewährt
- geringe Behandlungsrisiken bei richtiger Arztwahl
- Korrekturen abstehender Ohren bei Kindern werden durch Krankenkassen bezahlt
- Operationen sind generell für alle Personengruppen geeignet
Nachteile
- menschliches Ohr kann nur in begrenztem Maße korrigiert werden
- bei Behandlung ohne medizinische Notwendigkeit tragen Patienten den Kostenaufwand selbst
- mehrwöchige Nachsorgemaßnahmen beeinflussen positiven Heilungsverlauf maßgeblich
Häufige Fragen zum Thema Ohrenkorrekturen
Ab wann gelten Ohren medizinisch als abstehend?
Eine Otapostasis liegt vor, wenn der Winkel zwischen Schädelknochen und Ohrmuschel 30 Grad übersteigt oder die Ohrmuschel mehr als 20 Millimeter vom Kopf absteht. Diese Definition ist Grundvoraussetzung dafür, dass Krankenkassen die Operation bei Kindern bis 14 Jahren übernehmen.
Welche Eingriffe gehören zur Ohrenkorrektur?
Am häufigsten das Anlegen abstehender Ohren. Dazu kommen Ohrläppchenkorrekturen, bei denen Läppchen vergrößert, verkleinert oder gestrafft sowie ausgeleierte oder eingerissene Ohrlöcher korrigiert werden. Möglich sind außerdem Ohrenverkleinerungen und Ohrrekonstruktionen nach Unfall oder Erkrankung.
Um wie viel lässt sich ein Ohr verkleinern?
Um bis zu 30 Prozent. Unbegrenzt verkleinern lässt sich ein Ohr nicht, der Umfang hängt von Ohrläppchen, Ohrmuschel und dem betroffenen Bereich ab. Das sollte vorab klar besprochen werden.
Wann ist der beste Zeitpunkt bei Kindern?
Zwischen dem fünften und sechsten Lebensjahr. Dann ist das Wachstum des Knorpelgewebes meist abgeschlossen, der Knorpel lässt sich aber noch unkompliziert formen. Deshalb entscheiden sich die meisten Eltern für das Vorschulalter.
Wie bereite ich mich vor?
Der Termin sollte nicht in die Zeit der monatlichen Blutung fallen. Mindestens zwei Wochen vorher sollten blutverdünnende, fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente wegbleiben, ebenso Präparate mit Ginkgo biloba oder Vitamin E.
Wie lange muss der Verband getragen werden?
Mindestens eine Woche bis zum Ziehen der Fäden, in den Folgewochen nachts ein Stirnband. Weil das Ohr danach noch sensibel ist, ist das Verletzungsrisiko bis zu vier Wochen nach der Operation erhöht.
Welche Beschwerden sind typisch?
In den ersten Tagen Schmerzen durch den drückenden Verband, vorübergehende Blutergüsse und eine ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit der Ohren für bis zu acht Wochen. Erhöht ist außerdem das Risiko für Nachblutungen und Infektionen, und eine Narbenbildung ist unvermeidbar, meist aber von außen nicht sichtbar.
Was kostet eine Ohrenkorrektur?
Eine Ohrläppchenkorrektur liegt bei 400 bis 800 Euro, das Anlegen der Ohren bei 2.500 bis 3.500 Euro. Maßgeblich sind Eingriff, Klinik, Standort und Arzt. Über 90 Prozent der Patienten sind laut Umfragen mit dem Ergebnis zufrieden.