Operationen per Gebärmutterspiegelung

Operationen per Gebärmutterspiegelung: Gründe und Methoden

Eine Gebärmutterspiegelung – der medizinische Fachbegriff lautet Hysteroskopie - ermöglicht einem Gynäkologen einen aussagekräftigen Einblick in das Innere der Gebärmutter. Diese weitgehend komplikationsfreie Untersuchungsmethode dient einerseits diagnostischen Zwecken oder der optimierten Verfahrensweise einer Kinderwunschbehandlung. Andererseits ist der Behandlungsansatz für therapeutische Eingriffe geeignet. Normalerweise bedürfen Frauen nach einer Operation via Gebärmutterspiegelung nur einer kurzen Erholungszeit.

Krankheitsbilder für eine OP mit Hysteroskopie

Bei unterschiedlichen Krankheitsbildern raten Mediziner zu dieser operativen Gebärmutterspiegelung. Diese Erkrankungen oder gesundheitliche Beschwerden sind wie folgt aufgeführt:

Wann rät ein Facharzt Patientinnen zu der chirurgischen Gebärmutterspiegelung?

Im Normalfall empfehlen Fachärzte die Operation via Hysteroskopie, wenn eines der vorgenannten Krankheitsbilder vorliegt. Polypen können beispielsweise Zwischenblutungen oder erneut auftretende Blutungen nach den Wechseljahren verursachen. Da die Schleimhautauswüchse ein erhöhtes Risiko für die Bildung bösartiger Tumoren an der Gebärmutterschleimhaut bilden, sollten diese nach Möglichkeit beseitigt werden. Polypen sowie Myome formen in der Gebärmutterhöhle ein Hindernis für ein befruchtetes Ei, um in die Gebärmutter zu gelangen. Deshalb sind gehäuft auftretende Fehlgeburten oder ein Kinderwunsch weitere Beweggründe für eine operative Gebärmutterspiegelung. Leiden Patientinnen unter einer fälschlicherweise angelegten Trennwand in der Gebärmutterhöhle, sollte diese Fehlbildung spätestens bei aufkommendem Kinderwunsch ebenfalls behoben werden.

Eine Beseitigung der Gebärmutterschleimhaut – die Endometriumablation – führen Frauenärzte bei sehr starken Periodenblutungen durch, die nicht durch medikamentöse bzw. hormonelle Anwendungen therapierbar sind. Bei diesem Krankheitsbild hat sich das Verfahren als schonendes Pendant zur operativen Beseitigung der Gebärmutter bewährt. Weil eine Einnistung eines Eis nach der Endometriumablation weitgehend ausgeschlossen ist, ist dieser Behandlungsansatz nur für Frauen mit abgeschlossener Familienplanung empfehlenswert.

Die Gebärmutterspiegelung in der Gebärmutterhöhle darf nicht im Rahmen einer intakten oder möglicherweise bestehenden gewünschten Schwangerschaft durchgeführt werden. Weiterhin distanzieren sich Ärzte bei einem hochgradigen Verdacht auf Gebärmutterkrebs – dem sogenannten Endometriumkarzinom – oder einem Gebärmutterhalskarzinom – dem sogenannten Zervix-Karzinom – von dieser Behandlung. Infektionen an der Gebärmutterschleimhaut oder des Gebärmutterhalses müssen vor der Spiegelung erfolgreich medikamentös behandelt worden sein.

Vorbereitung auf die Gebärmutter-Operation

Am Tag der Gebärmutter-OP müssen Patientinnen nüchtern in der medizinischen Einrichtung erscheinen. Folgende Maßnahmen sind für eine erfolgreiche Spiegelung notwendig:

Wie erfolgt die chirurgische Gebärmutterspiegelung?

Der Eingriff erfolgt in aller Regel ambulant. Im ersten Schritt werden Frauen – genau wie bei einer Routineuntersuchung durch den Gynäkologen – mit angewinkelten gespreizten Beinen auf dem gynäkologischen Stuhl platziert. Ein Arzt desinfiziert die Schamlippen, Scheide sowie einen Teil der Oberschenkel mit einer desinfizierenden Jodlösung. Nun führt der Operateur ein Spekulum in die Scheide ein, um bis zum Muttermund zu gelangen. Daraufhin wird der Gebärmuttermund mit speziellen Werkzeugen fixiert sowie der Gebärmutterhals im Bedarfsfall erweitert.

Nunmehr führt ein Gynäkologe einen bis zu fünf Millimeter dünnen Lichtstab – das sogenannte Hysteroskop – über die Scheide bis zur Gebärmutterhöhle ein. Dieser Lichtstab ist über eine Videokamera an einen Bildschirm gekoppelt. Durch diese Technik kann ein Mediziner die Abgänge der Eileiter sowie die vergrößerte Innenseite der Gebärmutter überprüfen.

Nach der Kontrolle mit dem Lichtstab ist das diagnostische Verfahren abgeschlossen. Der operative Eingriff beginnt, indem auf dem Lichtstab ein Resektoskop aufgesetzt wird. Dieses Resektoskop ist wie ein doppelläufiges Schaftsystem, das über eine Führungskonstruktion in das ausschlaggebende Operationsinstrument eingeführt wird. Dieses operative Element setzt sich aus einem Rollerball oder dünnen Nadeln und Schneidschlingen zusammen, die unter Anwendung von elektrischem Strom Gewebeteile verkochen oder schneiden. Im Anschluss erfolgt die Abtragung der Myome oder Polypen. Danach schickt ein Arzt das beseitigte Gewebe zu einem Pathologen, um eine feingewebliche Untersuchung zu veranlassen. Sind Spiralen im Inneren der Gebärmutter verloren gegangen, werden diese Verhütungsmittel ebenfalls über eine kleine Zange hinausgezogen. Bei einer Gebärmutterschleimhaut-Beseitigung wird die Gebärmutterschleimhaut bis zur Muskelschicht dem Körper entnommen.

Operative Behandlungen mit einer Gebärmutterspiegelung werden im Regelfall in Vollnarkose durchgeführt. Abhängig von den medizinischen Maßnahmen, erstreckt sich die Therapie auf 10 bis 45 Minuten.

Nach der Spiegelung der Gebärmutter: worauf achten?

Die Spiegelung der Gebärmutter – der medizinische Fachbegriff lautet Hysteroskopie – wird zwar ambulant durchgeführt. Dennoch dürfen Patientinnen die medizinische Einrichtung erst verlassen, wenn die Wirkung der Vollnarkose weitgehend nachgelassen hat. Betroffene sollten bedenken, dass sie am Tag des Eingriffs nicht allein Auto fahren oder ein öffentliches Verkehrsmittel nutzen dürfen. Deshalb ist es erforderlich, sich innerhalb der ersten 24 Stunden von einer Aufsichtsperson begleiten zu lassen.

Der Erholungszeitraum ist relativ kurz. Möglicherweise verspüren behandelte Personen nach der Operation ein leichtes Ziehen im Unterleib. Diese Schmerzen sind in etwa mit Menstruationsbeschwerden vergleichbar. Folgende physischen Reaktionen sind nach einer Gebärmutterspiegelung typisch:

Weil der Muttermund der Spiegelung noch leicht geöffnet ist, sollten Patientinnen folgende Ratschläge in den ersten drei Wochen beherzigen:

  • kein Baden und Schwimmen
  • kein Geschlechtsverkehr
  • keine Nutzung von Tampons
  • kein Saunabesuch

Darüber hinaus sollten sich betroffene Frauen für mindestens eine Woche körperlich schonen. Bereits am Tag der Behandlung erhalten Patientinnen den nächsten Kontrolltermin. Zu diesem Termin erfahren Frauen zumeist bereits die Resultate der feingeweblichen Untersuchung. Bei starken Blutungen, Fieber oder plötzlichen starken Schmerzen ist eine sofortige Konsultation beim Frauenarzt unerlässlich.

Risiken der Gebärmutter-OP

Eine Spiegelung der Gebärmutter ist ein relativ komplikationsarmer und schonender Eingriff, der vergleichsweise geringe Risiken birgt. Dennoch besteht ein gewisses Grundrisiko für folgende Komplikationen:

  • Thrombose
  • Infektionen
  • Auftreten starker Blutungen (werden durch Katheter gestillt)
  • Durchstoßen der Wand des Uterus

Generell sind die Risiken jedoch sehr gering, da Fachärzte die Operation unter Sichtkontrolle durchführen sowie unter sterilen Operationsbedingungen tätig sind. Mit einer gut durchdachten Arztwahl werden die Risiken noch einmal minimiert.

Vor- und Nachteile der Gebärmutter-Spiegelung

Legen Ärzte eine Operation per Gebärmutter-Spiegelung nahe, liegt zumeist ein triftiger Grund für die Behandlung vor. Bei medizinischer Notwendigkeit raten Mediziner eindringlich zu einer Durchführung des Verfahrens.

Vorteile

  • geringe Risikorate
  • Therapie unterschiedlicher Krankheitsbilder ist möglich
  • hohe Erfolgschancen
  • verbessertes Wohlgefühl nach Behandlung
  • Eingriff ambulant durchführbar

Nachteile

  • verhältnismäßig langwierige Nachsorgemaßnahmen erforderlich
  • Operation ist unter bestimmten Bedingungen nicht durchführbar
  • Eingriff unter Vollnarkose empfehlenswert

Häufige Fragen zum Thema Operationen per Gebärmutterspiegelung

Wann wird per Gebärmutterspiegelung operiert?

Bei Blutungsstörungen, Missbildungen der Gebärmutter, Verwachsungen nach Infektionen, Sterilitätsproblemen und auffälligen Ultraschallbefunden. Entfernt werden Polypen, Myome unterhalb der Schleimhaut sowie verlagerte Spiralen. Auch angeborene Trennwände lassen sich korrigieren und bei sehr starken Blutungen die Gebärmutterschleimhaut entfernen.

Warum sollten Polypen entfernt werden?

Sie können Zwischenblutungen oder erneute Blutungen nach den Wechseljahren verursachen und erhöhen das Risiko für bösartige Tumoren an der Gebärmutterschleimhaut. Zusammen mit Myomen bilden sie außerdem ein Hindernis für ein befruchtetes Ei, weshalb wiederholte Fehlgeburten oder Kinderwunsch weitere Gründe für den Eingriff sind.

Was ist eine Endometriumablation?

Die vollständige Entfernung der Gebärmutterschleimhaut bei sehr starken Periodenblutungen, die sich medikamentös oder hormonell nicht behandeln lassen. Sie gilt als schonende Alternative zur Gebärmutterentfernung. Weil sich danach kaum noch ein Ei einnisten kann, ist sie nur für Frauen mit abgeschlossener Familienplanung geeignet.

Wann darf nicht gespiegelt werden?

Bei einer intakten oder möglicherweise bestehenden gewünschten Schwangerschaft und bei hochgradigem Verdacht auf Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs. Infektionen an Gebärmutterschleimhaut oder Gebärmutterhals müssen vorher erfolgreich medikamentös behandelt sein.

Wie läuft der Eingriff ab?

Nach Desinfektion führt der Arzt ein Spekulum ein, fixiert den Muttermund und erweitert bei Bedarf den Gebärmutterhals. Dann kommt das bis zu fünf Millimeter dünne Hysteroskop mit Videokamera hinein, zur Entfaltung wird Spülflüssigkeit oder Kohlendioxid eingeleitet. Für den operativen Teil folgt ein Resektoskop, das Gewebe mit Strom schneidet oder verkocht. Der Eingriff dauert 10 bis 45 Minuten.

Welche Beschwerden sind danach normal?

Ein leichtes Ziehen im Unterleib ähnlich Menstruationsbeschwerden, in den ersten Tagen eine Wundblutung mit geringem Blutverlust und anschließend etwa 14 Tage ein blutig-bräunlicher Ausfluss bis zur nächsten Regelblutung.

Was ist in den ersten Wochen zu beachten?

Weil der Muttermund noch leicht geöffnet ist, gilt drei Wochen lang: kein Baden und Schwimmen, kein Geschlechtsverkehr, keine Tampons und keine Sauna. Mindestens eine Woche sollten Frauen sich körperlich schonen. Bei starken Blutungen, Fieber oder plötzlichen starken Schmerzen gehört man sofort zum Frauenarzt.

Welche Risiken bestehen?

Der Eingriff gilt als schonend und komplikationsarm, weil er unter Sichtkontrolle und sterilen Bedingungen erfolgt. Ein Grundrisiko besteht für Thrombosen, Infektionen, starke Blutungen, die sich per Katheter stillen lassen, sowie ein Durchstoßen der Gebärmutterwand.