Die Prostata Biopsie: mit einem Diagnoseverfahren Gewissheit verschaffen
Hat ein Urologe durch eine Ultraschall- oder Tastuntersuchung einen verdächtigen Befund festgestellt, bringt eine Prostata Biopsie Gewissheit. Der Zweck der Untersuchung: Gewebe aus der Prostata für eine Analyse entnehmen.

Was ist eine Prostatabiopsie?
Eine Prostatabiopsie – Mediziner bezeichnen die Untersuchung ebenfalls als Prostatastanzbiopsie – ist eine Gewebeentnahme aus der Vorsteherdrüse bzw. Prostata. Urologen verwenden eine Hohlnadel, über die Gewebeproben entnommen werden. Im nächsten Schritt werden diese Gewebeteile unter dem Mikroskop kontrolliert. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie sowie der Berufsverband der Deutschen Urologen weisen darauf hin, dass dieses Diagnoseverfahren die aktuell effektivste Methode zur Entnahme von Gewebeteilen ist. Die Überprüfung des Gewebes dient der Bestätigung oder Verneinung eines möglichen Vorbefundes auf Prostatakrebs.
Was geschieht nach der Biopsie mit den Gewebeproben?
Nach der Biopsie nimmt ein Pathologe die entnommenen Proben unter die Lupe. Mikroskopisch werden die Gewebeteile auf Tumorzellen untersucht. Wird der Verdacht auf Prostatakrebs bestätigt, trifft der Pathologe bestenfalls eine Aussage über das Stadium der Krebserkrankung sowie die dadurch beeinflusste Ausbreitung. Die Wartezeit bis zum Erhalt eines endgültigen Ergebnisses dauert zumeist mehrere Tage an. Allerdings raten Ärzte erst dann zu einer Prostata Biopsie, wenn anderweitige Diagnoseverfahren den Verdacht auf eine Krebserkrankung der Prostata verhärten. Eine Entnahme von Gewebe aus der Vorsteherdrüse ist ebenfalls eine verhältnismäßig aussagekräftige Methode. Allerdings verweisen Urologen darauf, dass eine Krebsdiagnose über diese Prozedur nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden kann. Bei Auftreten eines negativen Befundes sind möglicherweise zusätzliche Untersuchungen erforderlich. Diese Kontrollen sind nötig, wenn ein stetig ansteigender oder hoher PSA-Wert vorliegt.
Vorbereitende Schritte auf die Gewebeentnahme
Bevor ein Urologe die Prostatastanzbiopsie an einem Patienten durchführt, ist ein umfassendes Aufklärungsgespräch zwischen Arzt und Betroffenem erforderlich. Dieses Vorgespräch schließt das Ausfüllen eines Fragebogens ein, der sich beispielsweise auf vorhergehende Operationen, Allergien oder einzunehmende Pharmazeutika bezieht. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Einnahme von Medikamenten, die sich auf die Blutgerinnung Betroffener auswirken. Dies ist zum Beispiel bei Marcumar oder Aspirin der Fall. Patienten werden darauf hingewiesen, dass sie diese Arzneimittel zwischen drei und sechs Tagen vor der Biopsie absetzen müssen. Anderenfalls besteht ein stark erhöhtes Risiko für Blutungen.
Die Prostata-Biopsie: der detaillierte Verfahrensablauf
Erfahrungsgemäß dauert eine Biopsie der Prostata nur wenige Minuten an. Deswegen führen die meisten Urologen die Behandlung ambulant in ihrer Praxis durch. Die untersuchte Person wird in Seitenlage oder auf dem Rücken mit angewinkelten Beinen gelagert. Da sich die Prostata direkt neben dem Enddarm befindet, führt ein Arzt die Biopsienadel transrektal ein. An der vorderen Spitze ist das Biopsiegerät mit einer Ultraschallsonde versehen.
Damit die Kombination aus Stanzbiopsie sowie transrektaler Ultraschalluntersuchung für betroffene Männer schmerzlos verläuft, erhalten Betroffene ein Gleitmittel sowie eine lokale Anästhesie. Die eigentliche Gewebeentnahme verspüren Patienten kaum. Die schmerzfreie Anwendung basiert auf dem Federdruckapparat, über den moderne technische Apparate wie die Biopsiegeräte verfügen. Durch diese Technologie bewegt sich die Nadel sehr schnell im Gewebe. Untersuchte Personen verspüren maximal einen kleinen Stich.
Bei einem bestehenden Verdacht auf Prostatakrebs ist folgende Prozedur gängig:
- besteht Verdacht auf Prostatakrebs: Entnahme von 10 bis 12 Stanzproben (hauptsächlich aus dem Prostatabereich, der bei Voruntersuchungen auffällig war)
- je nach Einzelfall wird die Anzahl der Stanzproben auf bis zu 30 erhöht (sogenannte Sättigungsbiopsie; Durchführung erfolgt stationär unter Vollnarkose)
Was geschieht nach der Prostatastanzbiopsie?
Nach Beendigung der Untersuchung verweilen Patienten noch für einige Zeit unter ärztlicher Aufsicht. Damit größere Blutungen ausgeschlossen werden können, kontrollieren Ärzte den Urin der Betroffenen vor Verlassen der Arztpraxis zumeist auf Blut. Patienten sollten sich bereits vor der Behandlung um eine Begleitperson kümmern. Am Tag des Eingriffs ist es nicht gestattet, allein Auto zu fahren oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Da den Männern Schmerz- oder Beruhigungsmittel verabreicht wurden, schränken diese Pharmazeutika sowie die Lokalanästhesie die Fahrtüchtigkeit betroffener Personen ein.
Risiken und Komplikationen der Prostata Biopsie
Nach der Untersuchung müssen sich Betroffene unbedingt ausruhen. Auf körperliche Anstrengungen sollten Männer nach der Biopsie unbedingt verzichten. Folgende Begleiterscheinungen beeinträchtigen das allgemeine Wohlbefinden möglicherweise in den ersten Tagen nach dem Eingriff:
- leichte Blutspuren im Stuhl, Urin oder beim Samenerguss
- leichtes Druckgefühl
- Fieber
- Schmerzen
- Kreislaufprobleme
- starke Blutungen
Insbesondere bei Fieber oder starken Schmerzen sollten sich behandelte Männer sofort an einen Arzt wenden. Diese Symptome können auf eine Entzündung der Prostata hinweisen.
Vor- und Nachteile der Prostatabiopsie
Legen Mediziner eine Prostata-Biopsie nahe, sollten Betroffene diesen Rat unbedingt beherzigen. Die Behandlung wird hauptsächlich bei einem berechtigten Verdacht auf eine Krebserkrankung durchgeführt. Um den Krebs bei einem positiven Test behandeln zu können, bildet die Prostatastanzbiopsie eine wichtige Grundlage. Schlimmstenfalls rettet die Biopsie ein Menschenleben. Allein dieser Effekt sollte Patienten dazu bewegen, den Untersuchungstermin wahrzunehmen.
Vorteile
- Prostata Biopsie ist zumeist ambulant unter Lokalanästhesie durchführbar
- Ergebnis der Biopsie verschafft Gewissheit
- kleiner Eingriff mit großer Aussagekraft
- Nachsorgemaßnahmen beschränken sich auf ein Minimum
Nachteile
- bei positivem Befund ist Prostatabiopsie nur ein Behandlungsschritt unter vielen
- geringe Risiken (die dennoch nicht komplett ausgeschlossen werden können)