Tennis Ellenbogen

Eine Operation des Tennis-Ellenbogens: Methoden zur Genesung

Ein Tennis-Ellenbogen, auch als Tennisarm bekannt, ist eine Bezeichnung für eine Erkrankung der Sehnen in der Nähe des Ellenbogens. Eines der markantesten Symptome dieser Armerkrankung ist ein starker Druckschmerz, der an der Außenseite des Ellenbogens in Erscheinung tritt. Dieser Schmerz tritt laut Aussagen von Ärzten aufgrund einer chronischen Sehnenüberlastung auf, die Entzündungen hervorruft.

Was ist ein Tennisarm?

Der medizinische Fachterminus des Tennisellenbogens lautet Epicondylitis Humeri Radialis. Diese Epicondylitis kennzeichnet eine verhältnismäßig häufig auftretende Krankheit, die in die Kategorie sogenannter Insertionstendopathien – Erkrankungen des Sehnenansatzes – eingestuft wird. Der Tennis-Ellenbogen ist ein an der Außenseite des Ellenbogens auftretendes Schmerzsyndrom. Weil die Beschwerden relativ häufig im Zusammenhang mit sportlichen Aktivitäten auftreten, ist die Erkrankung allgemein als „Tennisellenbogen“ oder „Tennisarm“ bekannt. Die Realität beweist jedoch, dass die Sehnenüberlastung nur in Ausnahmefällen durch diese Sportart ausgelöst wird.

Ärzte bestätigen, dass Sportler sowie Nicht-Sportler gleichermaßen unter einem Tennis-Ellenbogen leiden. Folgende Personengruppen gelten als gefährdet:

Der Unterschied zwischen einem Tennis- sowie Golferarm besteht darin, dass sich die Schmerzen beim Tennisellenbogen an der Außenseite sowie beim Golferarm an der Innenseite manifestieren. Dieses Phänomen bezeichnen Ärzte als sogenannten Golferellenbogen.

Methoden der Behandlung der Erkrankung

Bei ersten Beschwerden raten Orthopäden sowie Sportmediziner dazu, den Arm sowie die Muskulatur zu schonen. Weitere mögliche Behandlungsansätze wie physiotherapeutische Maßnahmen, Wärmetherapien, Heilerde-Kompressen oder Softlaser-Anwendungen lindern die Beschwerden ebenfalls. Versprechen Kortisonspritzen oder extrakorporale Stoßwellentherapien auch nicht den gewünschten Erfolg, ist eine Operation häufig der letzte Ausweg.

Wie erfolgt der operative Eingriff am Tennisarm?

Zuerst nimmt ein Orthopäde oder Chirurg einen etwa fünf Zentimeter langen Schnitt an der Ellenbogen-Außenseite vor. Wurde das direkt unter der Haut befindliche Fettgewebe durchtrennt, kommt der Sehnenansatz der Streckmuskulatur automatisch zum Vorschein. Die nun ersichtliche verletzte Gewebestruktur grenzt sich optisch deutlich von dem gesunden Sehnengewebe ab. Die geschädigten Stellen werden komplett herausgeschnitten und zusätzlich vom Ansatz der Knochenhaut entfernt. Zwangsläufig stellt sich ein verminderter Zug auf die Sehne ein. Damit Schmerzen in diesem Körperbereich nicht mehr auftreten können, nehmen Fachärzte für Orthopädie zumeist auch eine Durchtrennung schmerzleitender Nervenfasern vor. Per Naht wird die Hautwunde im letzten Schritt verschlossen. Die bevorzugte Betäubungsmethode für die Behandlung ist die Plexusanästhesie. Eine OP des Tennisellenbogens dauert ungefähr 40 Minuten an.

Wann empfehlen Sportmediziner die Operation?

Ein Arzt rät zu einer chirurgischen Behandlung des Tennisellenbogens, wenn die Beschwerden nach einer vier- bis sechsmonatigen Durchführung dieser Therapieansätze nicht gelindert werden:

Eine Operation des Tennisarms ist kein lebenswichtiges Verfahren. Deshalb ist es erforderlich, dass Patienten und Patientinnen zum Zeitpunkt des Eingriffs vollkommen gesund sind. Anderenfalls muss die Behandlung auf einen anderen Zeitpunkt verschoben werden. Eine bakterielle Gelenkinfektion ist ein Ausschlusskriterium für die OP.

Vor und nach der OP am Tennis-Ellenbogen: worauf achten?

Nehmen Patienten regelmäßig Medikamente zu sich, sollten Chirurg sowie Anästhesist vor der operativen Behandlung unbedingt über deren Einnahme informiert werden. Eventuell ist es notwendig, dass blutverdünnende Substanzen einige Tage vor der Operation abgesetzt werden müssen. Im Bedarfsfall ist es sinnvoll, für die Zeit nach der chirurgischen Therapie eine häusliche Versorgung zu sichern. Bedingt durch die Ruhigstellung des Arms, sind die eigenen Betätigungsmöglichkeiten stark eingeschränkt.

Auch wenn die operative Behandlung des Tennisarms ambulant verläuft, befinden sich behandelte Personen nach der OP noch für einige Zeit unter Beobachtung. Fühlen sich Patienten und Patientinnen für den Heimweg gestärkt, dürfen sie die medizinische Einrichtung verlassen.

Nach der OP ist es durchaus normal, dass sich die Schmerzen am operierten Tennisellenbogen verstärken. Die Einnahme eines Schmerzmittels verschafft Abhilfe. Um den Genesungsprozess zu unterstützen, wird der Arm für ungefähr zwei Wochen mit einer Gipsschiene für den Oberarm ruhiggestellt. Nach der Beseitigung der Gipsschiene müssen Patienten mit einer Wahrnehmung krankengymnastischer Therapien samt Bewegungstherapie sowie Kraftaufbau rechnen. Nach spätestens sechs Wochen kann der Arm zumeist wieder normal belastet werden. Folgende Maßnahmen fördern den Heilungsverlauf ebenfalls:

  • Bandagieren des Ellenbogengelenks bei speziellen Belastungen wie dem Tennisspiel
  • Verzicht auf die Bewegungen, die die Beschwerden des Gelenks vermutlich ausgelöst haben
  • falls Tennisarm durch Tennisspiel ausgelöst wurde: Schlägerwechsel oder Praktizierung anderer Schlagtechniken durch professionelle Anleitung

Eine Operation des Tennis-Ellenbogens: welche Risiken bestehen?

Fachärzte stufen eine Behandlung des Tennisellenbogens als sehr risikoarmes Verfahren ein. Allerdings birgt jede OP gewisse Risiken. Diese Komplikationen treten vereinzelt auf:

  • Gefäßverletzungen
  • Nervenverletzungen
  • Gelenk- oder Knocheninfektionen
  • eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten des Ellenbogengelenks

Eine Operation des Tennisellenbogens: Vor- und Nachteile

Ein Tennisarm ist für Betroffene mit starken Schmerzen verbunden. Dementsprechend hoch sind die Einschränkungen, die Patienten und Patientinnen in Kauf nehmen müssen. Erbringen alternative Behandlungsansätze zur Operation nicht den erhofften Erfolg, ist eine OP für zahlreiche erkrankte Menschen der einzige Ausweg.

Vorteile

  • Operation ist ambulant und ohne Vollnarkose durchführbar
  • sehr gute Erfolgsaussichten der Behandlung
  • geringe Behandlungsrisiken
  • vorbereitende Maßnahmen beschränken sich auf ein Minimum

Nachteile

  • Nachsorge und Genesungsprozess dauern relativ lange an
  • eventuell ist Umstellung alter Lebensgewohnheiten erforderlich
  • keine 100%ige Garantie auf Behandlungserfolge nach erster Operation

Häufige Fragen zum Thema Tennis Ellenbogen

Was ist ein Tennis-Ellenbogen?

Eine Erkrankung der Sehnen am Ellenbogen, medizinisch Epicondylitis humeri radialis. Kennzeichnend ist ein starker Druckschmerz an der Außenseite des Ellenbogens, ausgelöst durch eine chronische Überlastung der Sehne, die Entzündungen hervorruft. Sitzt der Schmerz an der Innenseite, handelt es sich um einen Golferellenbogen.

Wer ist betroffen?

Sportler und Nicht-Sportler gleichermaßen. Gefährdet sind Menschen, die viel mit der Maus am Computer arbeiten, außerdem Musiker, Tennisspieler, Kanufahrer und Volleyballer. Im Tennis trifft es Amateure deutlich häufiger als Profis, die meisten Überlastungen treten ab 30 Jahren auf.

Wann wird operiert?

Wenn physikalische Therapien, Salbenverbände, Ruhigstellung und Gelenkinjektionen über vier bis sechs Monate keine Linderung gebracht haben. Auch Kortisonspritzen und Stoßwellentherapie werden vorher versucht. Der Patient muss zum Operationszeitpunkt gesund sein, eine bakterielle Gelenkinfektion schließt den Eingriff aus.

Wie läuft die Operation ab?

Über einen etwa fünf Zentimeter langen Schnitt an der Außenseite des Ellenbogens. Der Arzt legt den Sehnenansatz der Streckmuskulatur frei, schneidet das geschädigte Gewebe vollständig heraus und löst es vom Ansatz der Knochenhaut, wodurch der Zug auf die Sehne nachlässt. Meist werden zusätzlich schmerzleitende Nervenfasern durchtrennt. Der Eingriff dauert rund 40 Minuten und erfolgt in der Regel unter Plexusanästhesie.

Wie lange dauert die Genesung?

Der Arm wird etwa zwei Wochen mit einer Oberarm-Gipsschiene ruhiggestellt. Danach folgen Krankengymnastik mit Bewegungstherapie und Kraftaufbau. Nach spätestens sechs Wochen lässt sich der Arm meist wieder normal belasten. Dass die Schmerzen direkt nach der Operation zunehmen, ist normal und lässt sich mit Schmerzmitteln auffangen.

Was hilft gegen ein Wiederauftreten?

Das Ellenbogengelenk bei besonderen Belastungen wie dem Tennisspiel bandagieren und auf die Bewegungen verzichten, die die Beschwerden vermutlich ausgelöst haben. Wurde der Tennisarm durch das Tennisspiel verursacht, helfen ein anderer Schläger oder eine unter professioneller Anleitung geänderte Schlagtechnik.

Wie gut sind die Erfolgsaussichten?

Sehr gut. In etwa 85 Prozent der Fälle sind die Patienten innerhalb der ersten zwei Monate nach der Operation komplett schmerzfrei. Eine unzureichende dauerhafte Ausheilung ist die Ausnahme.

Welche Risiken bestehen?

Der Eingriff gilt als sehr risikoarm. Vereinzelt kommt es zu Gefäß- oder Nervenverletzungen, Gelenk- und Knocheninfektionen oder einer eingeschränkten Beweglichkeit des Ellenbogengelenks. Bei Fieber, Schmerzen, Taubheitsgefühl, einem drückenden Verband oder verfärbten Fingern gehört man sofort zum Arzt.