Venenentnahme

Eine operative Korrektur nach einer Venenentnahme

Sind die Herzkranzgefäße verschlossen, dient eine sogenannte Bypass-Operation der Wiederherstellung der lebenswichtigen Durchblutung des Herzmuskels. Ärzte modellieren während der Bypassoperation eine Art Umgehung, um den verschlossenen Gefäßbereich zu überbrücken. Dieses Ziel wird erreicht, indem in einem Eingriff neben arteriellen Gefäßen der Brustpartie die zumeist oberflächliche Beinvene bearbeitet wird. Herzchirurgen stehen bei der Bypass-OP zumeist unter Zeitdruck. Anderenfalls droht aufgrund der verschlossenen Herzkranzgefäße ein Infarkt. Um das gesundheitliche Risiko zu minimieren, beschränken Ärzte die Kontrolle des Venenzustands an Beinen während der Operation auf das Nötigste. Als Folge dessen können durch die Venenentnahme am Bein Abflussprobleme entstehen, die über korrigierende Eingriffe operativ behoben werden können.

Eine Venenentnahme: die Ausgangssituation

Eine Korrektur-Operation nach Venenentnahmen empfehlen Kardiologen den Patienten, bei denen der Abfluss nach einer Bypass-OP über die im Körper verbleibenden Venen nicht wie erhofft funktioniert. Typische Symptome dieser Erkrankung sind angeschwollene, schmerzende Beine. Da sich ein Rückstau des Bluts bildet, erleiden intakte Abschnitte der Vene auf Dauer ebenfalls Schädigungen. Eine Grundbedingung für eine erfolgreiche Durchführung dieser OP in der Herzchirurgie ist stets eine exakte Untersuchung über die Strömungsverhältnisse im erkrankten Bein. Diese Kontrolle der Vene erfolgt im Regelfall per Ultraschall. Vereinzelt raten Fachärzte zu einer Röntgenabbildung per Kontrastmittelgabe.

Erforderliche Maßnahmen vor dem Eingriff

Patienten und Patientinnen wird angeraten, sich bereits vor der Operation Kompressionsstrümpfe zu besorgen. Diese Strümpfe müssen Betroffene nach der chirurgischen Behandlung für einige Wochen tragen. Sind Patienten aufgrund anderer Erkrankungen auf eine regelmäßige Einnahme von Arzneimitteln angewiesen, müssen Anästhesist sowie Kardiologe rechtzeitig vor dem Eingriff darüber informiert werden. Eventuell ist es bei Substanzen mit blutverdünnender Wirkung notwendig, diese Medikamente abzusetzen. Folgende Schritte sind die Grundlage, um die OP am geplanten Tag durchzuführen:

Das Verfahren der Korrektur-Operation

Normalerweise wird die operative Korrektur nach der Entnahme der Vene unter Vollnarkose durchgeführt. Eine genaue Angabe zur Dauer der Behandlung ist nicht möglich. Die praktizierte Methode sowie individuelle Venenverhältnisse bestimmen den Zeitansatz maßgeblich.

Unterbindung über kleine Hautschnitte

Bei einem gesunden Menschen wird der Blutabfluss aus dem Bein durch eine oberflächliche und tiefe Hauptvene gewährleistet, die Vena Saphena Magna. Diese Hauptvene ist wiederum mit sogenannten Perforansvenen – Verbindungsvenen – verbunden. Da die oberflächliche Vene im Rahmen einer Bypassoperation komplett oder partiell beseitigt wird, übernehmen deren Funktion anschließend die tiefe Beinvene oder überbleibende Hautvenen. Die chirurgische Korrektur verfolgt den Zweck, all die Venenanteile zu unterbinden oder zu entfernen, in denen sich das Blut aufgrund unzureichend funktionierender Venenklappen anstaut. Diese Verbindungsvenen werden über mehrere kleine Hautschnitte unmittelbar aufgesucht und im Anschluss unterbunden.

Endoskopische Behandlung

Eine Alternative zu diesem Verfahren ist die endoskopische Behandlung. Bei dieser Methode führt ein Chirurg über einen Hautschnitt ein Endoskop unter der Muskelhülle unterhalb der Kniekehle ein. Das Endoskop erreicht ebenfalls die erkrankten Venen. Im nächsten Schritt unterbinden Ärzte den Blutstrom mit Metallclips oder durch elektrische Pinzetten.

Nach der Entnahme: worauf achten?

Auch wenn die Venenentnahme ambulant durchgeführt wird, verweilen Betroffene nach der Operation für geraume Zeit unter ärztlicher Beobachtung. Die Narkose lässt zwar verhältnismäßig schnell nach. Allerdings dauert es länger, bis die Wirkung der Betäubung komplett abgeklungen ist. Deshalb dürfen Patienten und Patientinnen am Tag der Korrektur keinesfalls allein Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Zudem muss gewährleistet sein, dass operierte Personen in den ersten 24 Stunden nach der Behandlung stets von einer weiteren Person begleitet werden. Mit diesen Maßnahmen unterstützen behandelte Personen den Genesungsprozess:

  • so früh wie möglich aufstehen und herumlaufen: automatische Reduktion der Thrombosegefahr
  • Durchführung der Kompressionstherapie: dient Ausübung eines gleichmäßigen Drucks auf das Bein; Verhinderung von Blutentstehung in tieferen Körperregionen
  • Anlegen eines Kompressionsstrumpfes über dem Verband im Anschluss an den Eingriff
  • Tragen von im Sanitätshaus angepassten Kompressionsstrümpfen für mindestens sechs Wochen
  • vierwöchiger Verzicht auf Baden und Schwimmen
  • Duschen ist ab sechstem Tag nach der Operation erlaubt
  • einfache sportliche Aktivitäten wie Radfahren oder Wandern nach etwa einer Woche
  • vierwöchige Abstinenz von anstrengenden sportlichen Betätigungen wie Krafttraining

Bereits am Tag der Operation erfahren Betroffene, wann sie sich wieder beim Arzt vorstellen sollen. Dieser Termin ist strikt einzuhalten. Aus Sicherheitsgründen ist bei Fieber, Schwellungen oder starken Schmerzen eine sofortige Kontaktaufnahme zum Arzt gewünscht.

Welche Risiken hat die Entnahme der Vene nach der Bypassoperation?

Dieser korrigierende Eingriff ist eine relativ kleine Behandlungsmethode, die nur in Ausnahmefällen Komplikationen verursacht. Das bedeutet jedoch nicht, dass gesundheitliche Risiken unter Garantie ausgeschlossen werden können. Möglicherweise führt eine Venenentnahme zu diesen Beschwerden:

  • Lymphstau
  • Wundheilungsstörungen
  • Infektionen
  • Blutergüsse
  • Verhärtungen aufgrund kleiner Blutergüsse
  • Empfindungsstörungen der Haut (aufgrund Verletzungen von Hautnerven)

Eine Korrektur-Operation nach der Venenentnahme: Vor- und Nachteile

Diese korrigierende Operation ist nach dem Einsetzen von einem Bypass ein relativ kleiner Eingriff mit großer Wirkung. Einem positiven Effekt für die Gesundheit stehen nur geringe Risiken gegenüber. Deshalb ist die OP für Betroffene eine gute Wahl.

Vorteile

  • kleiner Eingriff mit positivem Effekt
  • Operation ist ambulant durchführbar
  • OP wird als risikoarmes Verfahren deklariert
  • Wahlmöglichkeiten aus mehreren Behandlungsansätzen

Nachteile

  • intensive Nachsorgemaßnahmen beeinflussen Behandlungserfolg maßgeblich
  • Eingriff ist nur unter gewissen Voraussetzungen durchführbar
  • Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt

Häufige Fragen zum Thema Venenentnahme

Warum wird nach einer Bypass-Operation nachkorrigiert?

Weil für den Bypass meist die oberflächliche Beinvene entnommen wird und der Blutabfluss über die verbleibenden Venen anschließend nicht immer funktioniert. Typische Zeichen sind geschwollene, schmerzende Beine. Der Rückstau schädigt auf Dauer auch die noch intakten Venenabschnitte.

Welche Untersuchungen gehen voraus?

Eine genaue Prüfung der Strömungsverhältnisse im betroffenen Bein, in der Regel per Ultraschall. Vereinzelt raten Ärzte zu einer Röntgenaufnahme mit Kontrastmittel. Operiert wird erst, wenn sich der Patient von der Bypass-Operation erholt hat und akute Entzündungen abgeklungen sind.

Wie läuft die Korrektur ab?

Unter Vollnarkose. Bei der einen Methode sucht der Chirurg die Verbindungsvenen über mehrere kleine Hautschnitte auf und unterbindet sie. Bei der endoskopischen Variante führt er ein Endoskop unter der Muskelhülle unterhalb der Kniekehle ein und unterbricht den Blutstrom mit Metallclips oder elektrischen Pinzetten. Reste der Vena saphena magna lassen sich mit einem Draht herausziehen.

Wie bereite ich mich vor?

Kompressionsstrümpfe schon vorher besorgen, sie werden nach dem Eingriff einige Wochen gebraucht. Alle regelmäßig eingenommenen Medikamente gehören rechtzeitig besprochen, blutverdünnende müssen unter Umständen abgesetzt werden. Am Anästhesietag kein Nikotin, sechs Stunden vorher keine feste Nahrung und keine trüben Flüssigkeiten, zwei Stunden vorher keine klaren Flüssigkeiten.

Was gilt direkt nach dem Eingriff?

Auch bei ambulanter Durchführung bleibt man zunächst unter ärztlicher Beobachtung. Am Operationstag darf man weder selbst fahren noch allein öffentliche Verkehrsmittel nutzen, in den ersten 24 Stunden sollte immer jemand dabei sein. So früh wie möglich aufstehen und umherlaufen senkt die Thrombosegefahr.

Wie lange muss ich Kompressionsstrümpfe tragen?

Mindestens sechs Wochen, angepasst im Sanitätshaus. Direkt nach dem Eingriff kommt der erste Strumpf über den Verband. Der gleichmäßige Druck auf das Bein verhindert, dass sich Blut in tieferen Regionen sammelt.

Wann darf ich wieder duschen und Sport treiben?

Duschen ist ab dem sechsten Tag nach der Operation erlaubt, Baden und Schwimmen erst nach vier Wochen. Leichte Aktivitäten wie Radfahren oder Wandern sind nach etwa einer Woche möglich, anstrengender Sport wie Krafttraining nach vier Wochen.

Welche Risiken bestehen?

Der Eingriff gilt als klein und risikoarm, Komplikationen sind die Ausnahme. Möglich sind ein Lymphstau, Wundheilungsstörungen, Infektionen, Blutergüsse und daraus entstehende Verhärtungen sowie Empfindungsstörungen der Haut durch verletzte Hautnerven. Bei Fieber, Schwellungen oder starken Schmerzen gehört man sofort zum Arzt.