Verengung der Harnröhrenöffnung

Wenn das Wasserlassen zur Qual wird: Behandlungsmethoden einer verengten Harnröhrenöffnung

Eine Verengung der Harnröhrenöffnung ist entweder angeboren oder das Resultat einer Entzündung. Eine verengte Harnröhrenmündung ist an einem abgeschwächten Harnstrahl erkennbar, der gedreht oder gespalten die Harnröhre verlässt. Ein häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen sind die Folge. Zudem neigen Betroffene zu häufigen Harnwegsinfekten, da die Blase aufgrund der engen Öffnung nicht komplett geleert werden kann. Bei männlichen Patienten ist die Harnröhrenverengung vermehrt mit einer Hypospadie verbunden. Bei diesem Krankheitsbild befindet sich die Harnröhrenöffnung auf der Penis-Unterseite.

Gelegentlich erkennen Ärzte die Verengung der Mündung bereits mit bloßem Auge. Die exakte Weite der Harnröhre wird festgestellt, indem kleine Stäbe aus Metall oder Plastik mit unterschiedlichen Durchmessern eingeführt werden. Ist die Öffnung an der Harnröhre zu klein, wird das Körperorgan erweitert.

Wann erweitert ein Arzt die verengte Harnröhrenmündung?

Bei einer Verengung der Harnröhrenmündung rät ein Arzt immer dann zu einer Erweiterung, wenn Patienten und Patientinnen über Beschwerden beim Wasserlassen klagen. Dringender Handlungsbedarf besteht bei den Personen, bei denen sich Urin aufgrund der zu geringen Öffnung in der Blase staut. Diese Überprüfung erfolgt über eine Messung der in der Blase befindlichen Restharnmenge. Eine mögliche Negativfolge wären Harnwegsinfektionen. Zudem könnten die Nieren Schäden erleiden.

Vorbereitungen für eine Behandlung der Verengung der Harnröhrenöffnung

Eine verengte Harnröhrenmündung tritt in erster Linie bei Kindern auf. Deshalb müssen Eltern vor der Operation darauf achten, dass Jungen und Mädchen sechs Stunden vor der Anästhesie keine festen Nahrungsmittel oder trüben Flüssigkeiten mehr einnehmen. Dennoch sind auch Erwachsene nicht vor der Erkrankung gefeit. Ab zwei Stunden vor der Harnröhren-Operation ist ebenfalls die Einnahme von klaren Flüssigkeiten untersagt. Muss das Kind regelmäßig Pharmazeutika einnehmen, ist eine Absprache mit dem Anästhesisten notwendig. Dieser Facharzt entscheidet, welche Medikamente direkt vor dem OP eingenommen werden können.

Informationen zur chirurgischen Behandlung

Die Schlitzung der verengten Harnröhre erfolgt unter Vollnarkose. Bei normalem Verlauf dauert die operative Behandlung nur wenige Minuten an. Die sogenannte Meatoplastik nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch. Dieses Verfahren sieht einen Wiederaufbau der Harnröhrenöffnung vor. Die operative Behandlung zur Erweiterung der Harnröhrenöffnung erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Einführung eines Spezialinstruments in Harnröhrenmündung
  2. Instrument ist mit kleinem Messer versehen, das verengte Stelle aufschlitzt
  3. Aufschlitzen ermöglicht ungehinderten Abfluss von Harn
  4. entstandene Wunde heilt ohne Naht
  5. für effektive Abheilung wird Katheter für Harnableitung eingelegt

Als älteste Methode gilt die sogenannte Bougierung. Ein Arzt nimmt eine Aufdehnung vor, bei der ein spezieller Katheter in die Harnröhre eingeführt wird. Allerdings ist der Dehnungseffekt bei dieser Methode auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt. Generell ist diese Methode nicht für Patienten mit massiver Restharnbildung oder akutem Harnverhalt geeignet. Alternativ kann ein Stent in die Röhre eingebracht werden, der die Harnröhre offenhält. Diese Stents werden nach zwei Formen unterschieden:

  1. dauerhafte Stents: verbleiben in Harnröhre
  2. temporäre Stents: werden nach einigen Monaten gewechselt oder beseitigt

In der medizinischen Praxis wird die Stent-Methode allerdings nur selten angewandt. Das Risiko stetig wiederkehrender Entzündungen ist zu groß.

Nach dem Eingriff: diese Maßnahmen begünstigen den Heilungsprozess

Eine operative Therapie der Verengung der Harnröhrenmündung wird normalerweise ambulant durchgeführt. Dennoch muss das Kind nach der Harnröhren-Operation für einige Stunden unter ärztlicher Beobachtung verweilen, bis es sich weitgehend von dem Eingriff erholt hat. Bis zu 24 Stunden nach der Operation müssen die Patienten von einer Aufsichtsperson betreut werden. Zumeist erhalten die Kinder zusätzlich zur Vollnarkose eine örtliche Betäubung, so dass das Schmerzempfinden nach der OP eingeschränkt ist. Lässt die Betäubung nach und klagen Betroffene unter Schmerzen, müssen die Begleiterscheinungen der Operation mit schmerzstillenden Medikamenten behandelt werden.

Bereits am Tag des Eingriffs werden Kinder und ihre Eltern oder erwachsene Patienten über den nächsten Kontrolltermin informiert. Sind die Patienten und Patientinnen von Nachblutungen, starken Schmerzen oder Fieber betroffen, ist eine sofortige Kontaktaufnahme zum behandelnden Arzt notwendig.

Ist die Operation bei einer Verengung der Harnröhrenmündung riskant?

Mediziner stufen eine chirurgische Behandlung der verengten Harnröhrenmündung als risikoarm ein. Dennoch kann sich kein Patient sicher sein, dass Komplikationen nicht dennoch auftreten. Selten, aber dennoch nicht ausgeschlossen sind folgende Risiken:

  1. Wundheilungsstörungen
  2. Verletzungen der Harnröhre oder umliegender Organe
  3. Erektionsproblemen bei jungen Männern

Erfolgsaussichten der Behandlung

Eine nicht behandelte Harnröhrenverengung kann durch den Harnaufstau einen Funktionsverlust der Nieren herbeiführen. Umso wichtiger ist es, die Verengung frühzeitig zu behandeln. Allerdings ist eine erfolgreiche Therapie der Verengung der Harnröhrenöffnung längst kein Erfolgsgarant. Nach einem Rückfall ist eine erfolgreiche Behandlung noch schwieriger als eine Ersttherapie. Generell betonen Ärzte, dass sich die Therapieresultate einer Harnröhrenverengung verbessern, je näher sich die Verengung an der Harnblase befindet. Je kürzer die Verengung ist und je seltener die Erkrankung behandelt wurde, umso besser sind die Erfolgsaussichten.

Vor- und Nachteile der Therapie einer verengten Harnröhrenmündung

Eine verengte Harnröhre stellt Betroffene vor große gesundheitliche Probleme. Negativfolgen wie dauerhafte Erkrankungen der Niere drohen. Deshalb ist dringender Behandlungsbedarf gefragt.

Vorteile

  • Verengung der Harnröhrenöffnung ist durch verschiedene OP-Methoden behandelbar
  • Eingriff ist ambulant durchführbar
  • spürbare Verbesserung der Lebensqualität bei erfolgreicher Behandlung
  • verhältnismäßig risikoarmer Eingriff

Nachteile

  • erfolgreiche Behandlung ist keine Garantie für dauerhafte Verbesserung des Gesundheitszustands
  • Erfolgsaussichten verschlechtern sich bei wiederholter Erkrankung

Häufige Fragen zum Thema Verengung der Harnröhrenöffnung

Woran erkennt man eine verengte Harnröhrenöffnung?

Am abgeschwächten Harnstrahl, der gedreht oder gespalten austritt. Dazu kommen häufiger Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen. Weil sich die Blase nicht vollständig entleeren lässt, treten häufig Harnwegsinfekte auf. Bei Männern ist die Verengung öfter mit einer Hypospadie verbunden, bei der die Harnröhrenöffnung an der Penis-Unterseite liegt.

Wie wird die Verengung festgestellt?

Gelegentlich sieht der Arzt sie schon mit bloßem Auge. Die genaue Weite bestimmt er, indem er kleine Stäbe aus Metall oder Kunststoff mit unterschiedlichem Durchmesser einführt. Wie viel Restharn in der Blase bleibt, wird zusätzlich gemessen.

Wann wird operiert?

Wenn Beschwerden beim Wasserlassen bestehen. Dringend ist der Eingriff, wenn sich Urin in der Blase staut, denn daraus können Harnwegsinfektionen und Nierenschäden entstehen. Voraussetzung ist die Narkosefähigkeit, der Patient sollte gesundheitlich stabil sein.

Wie läuft die Schlitzung ab?

Unter Vollnarkose und meist in wenigen Minuten. Der Arzt führt ein Spezialinstrument mit kleinem Messer in die Harnröhrenmündung ein und schlitzt die verengte Stelle auf, so dass der Harn wieder ungehindert abfließt. Die Wunde heilt ohne Naht, für die Abheilung wird ein Katheter zur Harnableitung eingelegt.

Was ist eine Meatoplastik?

Der vollständige Wiederaufbau der Harnröhrenöffnung. Sie dauert deutlich länger als die Schlitzung und kommt nur bei komplizierten Befunden, hochgradigen Veränderungen oder immer wiederkehrenden Verengungen in Frage.

Welche Alternativen gibt es?

Die Bougierung als älteste Methode, bei der ein spezieller Katheter die Harnröhre aufdehnt, deren Effekt aber zeitlich begrenzt ist und die sich bei starker Restharnbildung oder akutem Harnverhalt verbietet. Außerdem Stents, die dauerhaft bleiben oder nach einigen Monaten gewechselt werden, wegen der Gefahr wiederkehrender Entzündungen aber selten eingesetzt werden.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Sie hängen von der Lage ab: Je näher die Verengung an der Harnblase liegt, je kürzer sie ist und je seltener sie schon behandelt wurde, desto besser. Nach einem Rückfall ist eine erfolgreiche Behandlung schwieriger als beim ersten Mal. Unbehandelt kann der Harnaufstau die Nierenfunktion zerstören.

Welche Risiken bestehen?

Der Eingriff gilt als risikoarm. Selten kommt es zu Wundheilungsstörungen, Verletzungen der Harnröhre oder umliegender Organe sowie zu Erektionsproblemen bei jungen Männern. Bei Nachblutungen, starken Schmerzen oder Fieber gehört man sofort zum Arzt.