Wurzelspitzen-Resektion

Eine Wurzelspitzenresektion: wenn die Wurzelspitze entzündet ist …

Häufig führt eine Wurzelbehandlung nicht zum gewünschten Erfolg. Entzündete Zähne können oft nicht gerettet werden. Der letzte Ausweg ist eine Wurzelspitzenresektion, die Fachärzte auch als „WSR“ bezeichnen. Dieses medizinische Verfahren wird angewandt, wenn sich Infektionen durch eine Wurzelkanalbehandlung nicht therapieren lassen. Dabei wird die erkrankte Wurzelspitze operativ abgetragen, um anschließend das entzündete und bakterielle Gewebe zu beseitigen. Diese Maßnahme ermöglicht es, dass der Wurzelkanal von außen vor eindringenden Bakterien geschützt wird. Durch diese Maßnahme wird effektiv Infektionen vorgebeugt.

Wann legen Zahnmediziner die Behandlung nahe?

Nach einer erfolglos verlaufenen Wurzelkanalbehandlung wird eine Wurzelspitzenresektion dann durchgeführt, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

Die Wurzelspitzenresektion ist ein größerer Eingriff als eine Wurzelbehandlung. Bei einer entzündeten Zahnwurzel wird ausschließlich der Kanal über den Zahn von der Zahnkrone aus gesäubert. Bei der Resektion nehmen Zahnmediziner oder Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie eine Zahnfleischöffnung bis hin zur Wurzelspitze vor. Dennoch sind beide Therapieansätze eng aneinander gekoppelt.

Die Wurzelspitzenresektion: der Verfahrensablauf im Detail

Im Regelfall nimmt eine Zahnwurzelspitzenresektion an einer Zahnwurzel etwa 15 bis 30 Minuten in Anspruch. Dennoch wirken sich Komponenten wie der Schwierigkeitsgrad des Eingriffs, die Konstitution des Patienten sowie etwaig auftretende Komplikationen maßgeblich auf den Zeitansatz aus. Die Lage des Zahns ist ebenfalls ausschlaggebend. Da bei einer Wurzelspitzenresektion des Backenzahns beispielsweise die Sicht eingeschränkt ist, dauert die chirurgische Behandlung auch länger. Möglicherweise verlängert sich die Behandlungsdauer unter erschwerten Bedingungen auf bis zu 45 Minuten. Die Resektion wird in folgenden Schritten vorgenommen:

  • Durchtrennung der Knochenhaut: Damit der Knochen frei zugänglich gemacht wird, müssen das Zahnfleisch sowie die darunter befindliche Knochenhaut durchtrennt werden.
  • Beseitigung des Knochens: Beseitigung des Knochens mit einer speziellen Knochenfräse, bis die Wurzelspitze sowie das dazugehörige Gewebe sichtbar sind.
  • Kürzung der Wurzelspitze: Kürzung der Wurzelspitze mit einer Fräse auf eine Größe von etwa zwei Millimetern, bis feine und verästelte Wurzelkanalausläufer komplett beseitigt sind.
  • Verschluss des Wurzelkanals: Verschluss der Nervhöhle mit einer Füllung (nach Desinfektion bzw. Trocknung). Danach wird das Zahnfleisch zusammengeklappt und vernäht.

Über eine Röntgenaufnahme überprüft ein Mediziner im Anschluss, ob die Operation erfolgreich verlaufen ist. Nach der OP wird die Zahnkrone mit einem Verschluss versehen, der bis zur endgültigen Wundheilung als Provisorium fungiert.

Nach der Resektion: worauf müssen Patienten achten?

Solange die Anästhesie auch nach der Zahnwurzelspitzenresektion nachwirkt, sollten Betroffene nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder Nahrung zu sich nehmen. Ein Verzicht auf Nikotinzufuhr wird für einen Zeitraum von mindestens 24 Stunden empfohlen. Die Fäden werden normalerweise nach etwa sieben bis zehn Tagen entfernt. Nach rund drei bis sechs Monaten fertigt der behandelnde Arzt ein Röntgenbild an, um den Behandlungserfolg zu kontrollieren. Folgende Maßnahme tragen zu einem optimalen Heilungsverlauf bei:

  • Kühlung bei Schmerzen und Schwellungen
  • im Bedarfsfall Einnahme von ärztlich verordneten Schmerzmitteln
  • Verzicht auf Einnahme von Kaffee und Tee bis zu 24 Stunden nach OP

Risiken der Wurzelspitzenresektion am Zahn

Schwellungen und Schmerzen sind Begleiterscheinungen, die sich nach einer Zahnwurzelspitzenresektion nicht gänzlich vermeiden lassen. Zusätzlich müssen behandelte Personen mit klassischen Operationsrisiken rechnen. Diese können, müssen jedoch nicht auftreten.

Möglicherweise werden während der Behandlung Unterkiefernerven leicht geschädigt oder auch stärker verletzt. Diese Irritation erzeugt ein zeitweise auftretendes Taubheitsgefühl oder Geschmacksstörungen. Allerdings treten schwerwiegende Komplikationen nur in Ausnahmefällen auf.

Kostenübernahme einer Wurzelspitzenresektion

Im Normalfall übernehmen gesetzliche Krankenversicherungen die finanziellen Aufwendungen für eine Wurzelspitzenresektion, die bei Zähnen an der Front- oder Seitenpartie vorgenommen wird. Eine Ausnahme ist ein Zahn, der medizinisch als nicht erhaltungswürdig bewertet wird. Soll ein Zahn im hinteren Kieferbereich der chirurgischen Therapie unterzogen werden, müssen Patienten weitere Anforderungen erfüllen. Folgende Voraussetzungen sollten gegeben sein:

  • Zahnreihe wird nur einseitig nach hinten verkürzt
  • es existiert Zahnersatz, der durch Operation erhalten bleibt
  • Zahnreihe weist zu behandelnden Backenzahn auf, der bisher lückenlos ist

Vor- und Nachteile der Zahnwurzelspitzenresektion

Nicht in jedem Fall ist eine Wurzelspitzenresektion des Zahns die beste Lösung für Patienten und Patientinnen. Eine Therapie ohne operativen Eingriff ist auch möglich, wenn eine Entzündung an der Wurzelspitze vorliegt, deren Zahnmarkhöhle bereits im Vorfeld behandelt wurde. Der Nachteil der Behandlungsmethode ist die lange Heilungsdauer, die sich zum Teil über einen größeren Zeitraum erstreckt.

Vorteile

  • Beseitigung des angegriffenen und entzündeten Gewebes
  • Reduzierung eines erneuten Entzündungsrisikos durch Schließung des Wurzelkanals
  • Behandlung ambulant durchführbar
  • Krankenversicherungen übernehmen im Normalfall die Behandlungskosten

Nachteile

  • für Durchführung der Behandlung müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen
  • langwierige Abheilungsphase (chirurgischer Eingriff am Kieferknochen)
  • verhältnismäßig risikobehaftetes Verfahren