Mit dem Augenlaser zu einem verbesserten Sehvermögen

Wer ein eingeschränktes Sehvermögen aufgrund einer Weitsichtigkeit oder anderer Erkrankungen hat, trägt häufig eine Brille oder Kontaktlinsen. Obwohl die Modeindustrie die Brille längst als stylisches Accessoire für sich entdeckt hat, ist nicht jeder von der Idee begeistert, mit dem Gestell auf der Nase herumzulaufen. Alternativen werden gesucht. Die vermutlich geläufigste und zuverlässigste Methode ist das Augenlasern. Augenlaser werden eingesetzt, um die Form der Hornhaut leicht zu verändern und Patienten zu alter Sehkraft zurück zu verhelfen.

Ein Augenlaser: was ist das?

Das am häufigsten bei diesen Therapien verwendete Gerät ist der Excimer-Laser. Dieser Automat ist eine spezielle Laser-Art, die Fehlsichtigkeiten korrigiert. Per Laser wird ein stark gebündeltes Licht ausgesendet, dessen Strahlen hochenergetisch auf eine bestimmte Stelle projiziert werden. Als Folge dessen wird auf der Hornhaut Gewebe abgetragen, um das Sehvermögen der Betroffenen wieder zu verbessern.

Die Voraussetzungen

Nicht jede Person ist gleichermaßen für die Anwendung mit einem Augenlaser geeignet. Im Gegenteil: werden bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllt, raten Ärzte sogar von einer Behandlung mit einem Augenlaser ab.

Tipp der Redaktion: Kommt das Laserverfahren nicht in Betracht, ist ein Linsenaustausch eine mögliche Option.

Generell ist ein Augenlaser für alle Menschen eine gute Lösung, die zwischen 18 und 40 Jahren alt sind. Ab einem Alter von 55 Jahren raten Mediziner gänzlich von dieser Therapieform ab. Die Behandlung ist bei einer Dioptrie von -10 bis +5 wirkungsvoll. Allerdings dürfen die Augen keinesfalls zu trocken sein.

Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass die Hornhaut der behandelten Personen nicht zu dünn sein darf. Außerdem sollten sich Interessenten erst dann für diesen Eingriff entscheiden, wenn die Dioptrien über ein Jahr hinweg konstant geblieben sind. Unter einem konstanten Wert definieren Mediziner eine Veränderung, die innerhalb dieses Zeitraums nicht über +/- 1 Dioptrien hinausgeht. Letztendlich ist es ebenfalls wichtig, dass die Hornhautverkrümmung ein Maximum von 4 Dioptrien nicht übersteigt.

Die Vorsorge

Haben sich Personen mit einer Sehschwäche für eine Lasertherapie entschieden, ist eine Voruntersuchung beim ausgewählten Arzt vorzunehmen. In deren Rahmen entscheiden die Mediziner, inwiefern die Augen für den Eingriff geeignet sind. Damit die Untersuchungsergebnisse nicht verfälscht werden, sollten sich Patienten und Patientinnen an diese Richtlinien halten:

  1. Am Untersuchungstag sind keine Cremes im Bereich um die Augen auftragen.
  2. Vor der Untersuchung sollten Patienten für zwei Wochen keine Kontaktlinsen verwenden.
  3. Frauen sollten bis zu drei Tage vor der Untersuchung auf Make-Up an den Augen verzichten

Für die Voruntersuchung sollten Betroffene bis zu drei Stunden einplanen. Ein seriöser Facharzt nimmt sich diese Zeit, um die Patienten sorgfältig auf den Eingriff vorzubereiten.

Augen lasern: welche Methoden kommen in Betracht?

Unabhängig von der gewählten Methode werden die Laserverfahren binnen weniger Minuten ambulant durchgeführt. In der sogenannten refraktiven Chirurgie stehen unterschiedliche Methoden zur Wahl, die allesamt der Beseitigung von Sehschwächen dienen. Bei allen drei Vorgehensweisen wird der Excimer-Laser angewendet.

Photorefraktive Keratektomie (PRK)

Dieses Laserverfahren ist die ältere Therapiemethode in der Augenmedizin. Die Prozedur wird wie folgt durchgeführt:

  • Die etwa 0,5 Millimeter dicke Hornhaut mit einem Rand von 1 Millimeter wird mit dem Excimer-Laser abgeschliffen.
  • Bearbeitet wird ein etwa 0,1 Millimeter dicker Teil der zentralen Hornhaut.
  • Durch diesen Abschliff erfolgt ein Ausgleich der Fehlsichtigkeit.

LASIK-Methode

Nicht die Oberfläche, sondern der Innenbereich der Hornhaut wird abgeschliffen. Ein kleines computergesteuertes Gerät trennt Flaps, bestimmte Scheiben der Hornhaut, partiell ab. Daraufhin wird die Hornhaut nach oben geklappt, um den inneren Teil der Hornhaut mithilfe des Excimer-Lasers zu schleifen. Im letzten Schritt wird die kleine Hornhautscheibe wieder zurückgeklappt, um sich von allein anzusaugen. Ein Vernähen der behandelten Stelle entfällt dadurch.

Femto-LASIK

Das Femto-LASIK-Verfahren ist eine verfeinerte Abwandlung der LASIK-OP, bei dem das ursprüngliche Mikrokeratom durch einen Femtosekundenlaser abgelöst wird. Ein deutlicher Vorteil im Gegensatz zur herkömmlichen FEMTO-Methode ist die exaktere Präzision beim Präparieren der sogenannten Flaps. Weil diese Therapie auf weniger Kontakten zwischen Geräten und Menschen aufbaut, ist das etwaige Risiko einer Infektion auf ein Minimum reduziert. Mit Ausnahme dieses Aspekts sind LASIK sowie Femto-LASIK miteinander vergleichbar.

Lasek-Verfahren

Das Lasek-Verfahren – medizinisch als Laser Epitheliale Keratomileusisbezeichnet – dient einer Modellierung der Hornhautoberfläche des Auges. Chirurgen verwenden einen Kaltlicht-Laser, der den extrem sensiblen äußeren Bereich des Auges bearbeitet. Als Resultat entsteht eine nach außen auftretende Wunde, die einige Tage nach der Lasertherapie starke Schmerzen verursachen kann. Das Lasek-Verfahren ist in erster Linie für Patienten und Patientinnen geeignet, deren Hornhaut nicht für die Lasik-Behandlung geeignet ist. Allerdings muss die Hornhaut eine festgelegte Dicke aufweisen.

ReLEX Smile-Verfahren

Die Besonderheit des ReLEX Smile-Verfahrens besteht in der besonders sicheren und schonenden Korrektur der Fehlsichtigkeit. Dieser Eingriff wird wie folgt vorgenommen:

  • Hornhaut wird für Lasern des Auges nicht großflächig geöffnet.
  • Die Augenkorrektur wird mithilfe eines Femtosekundenlasers durchgeführt.

Welche Methode ist für wen geeignet?

Generell ist ein Trend dahingehend zu verzeichnen, dass die PRK-Methode immer seltener angewendet wird. Am weitesten ist die LASIK-Therapie verbreitet, die sich durch ihre unterschiedlichen Ausrichtungen bewährt hat. Bei der Wahl eines geeigneten Verfahrens haben Betroffene ein gewisses Mitbestimmungsrecht. Doch auch die Empfehlungen der Fachärzte sollten Patienten und Patientinnen unbedingt beachten.

Welche Nachsorgemaßnahmen muss man treffen?

Um durch die Lasertherapie erreichte Behandlungserfolge nicht zu minimieren oder gesundheitliche Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, zu dem Eingriff eine Begleitperson mitzunehmen. Denn nach der Laseranwendung empfehlen Mediziner, das behandelte Auge nach Möglichkeit acht Stunden lang geschlossen zu halten. Weiterhin sollten sich Betroffene an folgenden Nachsorgemaßnahmen orientieren:

  1. Augenreiben unmittelbar nach OP vermeiden
  2. Cremes müssen am Augenlid vorsichtig aufgetragen werden
  3. in den ersten Tagen Verzicht auf Wimperntusche
  4. Autofahren ist bis zu sieben Tage nach Eingriff gesetzlich verboten

Wie lange hält der positive Effekt auf das Sehvermögen an?

Normalerweise ist die Fehlsichtigkeit nach einer Laseranwendung für mindestens 10 bis 15 Jahre therapiert. Dennoch sollten Betroffene nicht unterschätzen, dass die Augen dem natürlichen Alterungsprozess unterliegen. Aus dem Grund ist eine Verschlechterung der Akkommodationsfähigkeit der Augenlinse nicht ausgeschlossen.

Tipp der Redaktion: Einige Jahre nach der Behandlung ist es nach einer Verschlechterung der Sehfähigkeit durchaus in Erwägung zu ziehen, eine neue Laser-OP vorzunehmen oder die Sehstärke mit einer Brille wieder herzustellen.

Risiken einer Augenlaser-Behandlung

Einschätzungen des Verbands der Spezialkliniken für Augenlaser und refraktive Chirurgie zufolge sind ernstzunehmende Komplikationen bei einer Augenlaserbehandlung eher gering. Etwaige Risiken lassen sich durch eine bedachte Arztwahl auf ein Minimum reduzieren. Eine mögliche Komplikation der LASIK-Anwendung beruht auf der Tatsache, dass bei steigender Fehlsichtigkeit ein stetig kleinerer Bereich auf der Hornhaut gelasert wird. Diese Vorgehensweise kann in der Dunkelheit oder Dämmerung zu Problemen führen. Bei Tageslicht weitet sich die Pupille und Betroffene können sich geblendet fühlen. Eine mögliche Folge wären Doppelkonturen oder Lichthöfe, die beispielsweise das Autofahren beeinträchtigen können. Weiterhin sind diese Komplikationen möglich:

  • Sehprobleme bei beidseitiger Fehlsichtigkeit: kann zwischen beiden Operationsterminen auftreten
  • Doppelbilder
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Schwindel
  • Einwachsen oberflächlicher Hornhautschicht unter Hornhautdeckelchen (Komplikation tritt vermehrt vier bis sechs Wochen nach LASIK-Therapie auf)
  • markante Schwächung der Hornhaut einschließlich Vorwölbung
  • wesentliche Verschlechterung der Sehfähigkeit
  • Infektion (zum Teil mit anschließender Narbenbildung)

Die Kosten von Augenlaser-Verfahren

Abhängig vom gewählten Verfahren betragen die Behandlungskosten etwa 1.250 bis 2.400 Euro pro Auge. Auf welchen Betrag sich die Kosten im Einzelfall belaufen, erfahren Patienten und Patientinnen im Beratungsgespräch.
Tipp der Redaktion: Betroffene sollten bedenken, dass die meisten Mediziner die finanziellen Aufwendungen für Vor- und Nachtuntersuchungen separat von den Behandlungskosten berechnen. Das bedeutet, der Preis für die Therapie ist noch höher.

Warum ist die Lasertherapie für Augen so teuer?

Zugegebenermaßen ist eine Lasertherapie an den Augen recht kostenintensiv. Allerdings sollten Betroffene bedenken, dass sie nach dieser Behandlung zumeist für die nächsten 15 Jahre keine Brille mehr benötigen. Wird für eine Brille, die normalerweise aller zwei Jahre erneuert wird, ein Wert von etwa 370 Euro angesetzt, hätten sich die Kosten der Lasertherapie nach 16 Jahren rentiert.

Übernehmen Krankenkassen den Kostenaufwand?

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Therapien mit einem Laser grundsätzlich nicht. Lasereingriffe sind Teil der sogenannten refraktiven Chirurgie. Diesen Bereich der Medizin hat die Bundesärztekammer in den Katalog individuell zu finanzierender Gesundheitsleistungen, den IGEL, aufgenommen.

Bei privaten Krankenversicherungen hängt diese Entscheidung von der jeweiligen Gesellschaft ab. Weil die LASIK-Methode mittlerweile als medizinische Heilbehandlung eingestuft wird, übernehmen einige Versicherungsanbieter die Behandlung in vollem Umfang.

Tipp der Redaktion: Auf diese Kostenübernahme sollten sich Mitglieder einer privaten Krankenversicherung nicht verlassen. Es ist ratsam, vor der Behandlung abzuklären, ob eine Kostendeckung vorliegt oder nicht.

Tipps zur Arztsuche

Augen sind ein sensibles und wichtiges Organ. Deshalb sollten mögliche Patienten und Patientinnen die Arztsuche mit Bedacht angehen. Bei der Wahl eines geeigneten Operateurs ist durchaus ein kritischer Standpunkt gefragt. Medizinexperten raten dringend dazu, den ausgewählten Augenarzt oder Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie vor der Behandlung „auf Herz und Nieren“ zu testen. Folgende Anhaltspunkte sind hilfreich:

  • Wie oft hat der Arzt bereits Therapien mit einem Augenlaser durchgeführt?
  • Bildet sich der Mediziner regelmäßig fort?
  • Betreibt der Arzt Qualitätssicherung?
  • Liegen TÜV-Siegel oder anderweitige Zertifizierungen vor?

Sinnvoll ist es, sich an Fachärzte zu wenden, die sich auf das Augenlasern spezialisiert haben. Ein Vorteil ist nicht nur der hohe Erfahrungsschatz dieser Mediziner. Nehmen die Ärzte ausschließlich Behandlungen mit dem Augenlaser vor, bieten diese Mediziner die Therapien häufig zu vergünstigten Konditionen an.

Vor- und Nachteile einer Therapie mit Augenlaser

Vorteile

  • deutlich verbessertes Sehen ohne Sehhilfe
  • kurze Operationszeit von wenigen Minuten
  • einer der sichersten Eingriffe in der Medizin überhaupt
  • wesentlich verbessertes Lebensgefühl
  • Behandlungsergebnis tritt sofort nach der Operation ein
  • Schmerzpensum ist sehr gering bis überhaupt nicht vorhanden

Nachteile

  • bei LASIK-Verfahren ist Destabilisierung der Hornhautstruktur möglich
  • maximal mögliche Korrektur der Fehlsichtigkeit hängt von Komponenten wie Pupillengröße sowie Hornhautdicke ab
  • Komplikationen wie Entstehung trockener Augen sind nicht ausgeschlossen