Septoplastik (Nasenscheidewand Operation)

Septoplastik - Wichtige Informationen zur Operation der Nasenscheidewand

Eine eingeschränkte Nasenatmung ist ein Problem, unter dem viele Menschen leiden. Die logische Konsequenz bei diesen Beschwerden ist eine Kontaktaufnahme zum behandelnden HNO-Arzt. In den meisten Fällen diagnostizieren die Fachärzte eine Nasenscheidewandverkrümmung, eine Vergrößerung der Nasenmuscheln oder eine Mischung aus beiden Krankheitsbildern. Körperlich äußert sich eine krumme Nasenscheidewand, das sogenannte Nasenseptum, in Beschwerden wie Kopfschmerzen, andauernden Nasennebenhöhlenentzündungen oder Atemproblemen. Die physische Belastung für Betroffene ist dementsprechend groß. Noch mehr Handlungsbedarf ist gefragt, wenn die Verkrümmung der Nasenscheidewand von außen ersichtlich ist und somit das optische Gesamtbild des Gesichts stört.

Nasenscheidewand - Schema

Was bewirkt der Eingriff?

Die Nasenscheidewand-OP, in der Fachsprache auch als Septoplastik oder Septumplastik bekannt, dient der Begradigung schiefer Nasenscheidewände. Die Hauptfunktion dieser Nasenoperation besteht darin, die im inneren Bereich der Nase entlang verlaufende Scheidewand zu korrigieren. Darüber hinaus verfolgt dieser Teilbereich der Rhinoplastik den Zweck, die von außen ersichtliche Verkrümmung des sogenannten Septums zu begradigen.

Müssen Patienten bestimmte Voraussetzungen erfüllen?

Damit die Septoplastik notwendig ist, müssen Betroffene spezielle physische Anzeichen aufweisen. Eine Grundvoraussetzung zur Durchführung der Nasenscheidewand-OP ist, dass von einem HNO-Arzt eine deutliche Verkrümmung der Nasenscheidewand diagnostiziert worden sein muss. Auch diese Kriterien müssen Patienten und Patientinnen unmittelbar vor den Nasenkorrekturen erfüllen:

  1. Betroffene müssen sich vor der Operation in einer guten körperlichen Verfassung befinden, denn eine Vollnarkose ist eine große Belastung für den Körper.
  2. Dem Umgang mit Patienten mit hoher Blutungsneigung gilt besondere Aufmerksamkeit. Beispielsweise ist es dringend notwendig, bis zu zwei Wochen vor dem Eingriff Arzneimittel mit blutverdünnender Wirkung abzusetzen.

Tipp der Redaktion: Obwohl die Nasenscheidewand Operation auch den optischen Aspekt der Nasenform berücksichtigt, ist die Septoplastik keine klassische ästhetische Operation. Das Hauptaugenmerk der Behandlung liegt auf medizinischen Gründen.

Beispielsweise soll die Operation Patienten dabei helfen, einem möglichen Schnarchen sowie einer behinderten Nasenatmung entgegenzuwirken.

Der Verfahrensablauf

Um die genaue Ursache für Atemprobleme zu diagnostizieren, ist es die Aufgabe des HNO-Arztes, vor der Operation eine eindeutige Nasenscheidewandverkrümmung festzustellen. Diese Diagnose ist besonders wichtig, weil das Nasenseptum mit den unterschiedlichsten Deformationen verbunden sein kann. Abhängig von der jeweiligen Verkrümmung werden verschiedene Techniken der Nasenkorrektur ausgewählt. Klassischerweise wird die Septoplastik über Vollnarkose vorgenommen.

Zu Beginn setzen HNO-Ärzte einen kleinen Schnitt über der vorderen Nasenscheidewand, um das sogenannte Mukoperichondrium vom Knorpel anzuheben. Dieses Mukoperichondrium ist eine Schleimhautregion, die unmittelbar an den Gesichtsknochen angrenzt. Sind diese beiden Teile der Nase voneinander gelöst, erhält der behandelnde Mediziner einen Zugang zum darunter befindlichen Knorpel- sowie Knochengewebe.

Tipp der Redaktion: Ist eine verkrümmte Nasenscheidewand nicht der einzige Grund für Atemprobleme, könnten vergrößerte Nasenmuscheln eine weitere Ursache für die gesundheitlichen Beschwerden sein. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, die Nasenmuscheln im Rahmen der gleichen Operation zu verkleinern.

Eine weitere Option besteht darin, im Rahmen der Nasenscheidewand-OP Eigenknorpel in die Nase zu transplantieren. Dieses Verfahren ist dann sinnvoll, wenn markante Formveränderungen des Nasenrückens vermieden und die Nasenscheidewand effektiv stabilisiert werden soll. Um die Nasenstruktur zusätzlich zu stützen, näht ein Facharzt auf beiden Seiten der Nasescheidewand kleine Folien auf. Eine andere Lösung zur Stabilisierung wäre, spezielle Schienen in die Nase zu legen. Derartige Stützelemente werden etwa eine Woche nach der operativen Korrektur beseitigt. Ergänzend setzen Chirurgen zur Blutungsstillung eine Tamponade in jedes Nasenloch ein. Diese Tamponade wird ungefähr 24 Stunden nach dem operativen Eingriff wieder beseitigt. Die Schienen verbleiben gewöhnlich für ein bis zwei Wochen in der Nase, um daraufhin fachmännisch beseitigt zu werden.

Die Dauer der Operation

Die Dauer der Operation hängt davon ab, in welchem Umfang der Eingriff durchgeführt wird. Treten während der Behandlung keine größeren Komplikationen auf, ist die Begradigung der Nasenscheidewand normalerweise nach ein bis zwei Stunden vorgenommen.

Wichtige Nachsorgemaßnahmen im Überblick

Eine der wichtigsten Nachsorgemaßnahmen beschränkt sich darauf, dem Körper nach dem Eingriff die nötige Ruhe zu schenken. Im Normalfall dauert es ungefähr drei Wochen, bis berufstätige Personen nach dem Eingriff wieder ihrer Beschäftigung nachgehen können. Bis dahin (und zum Teil auch darüber hinaus) ist es wichtig, sich an folgenden postoperativen Pflegemaßnahmen zu orientieren:

  • regelmäßige Spülungen mit Salzwasserlösung
  • regelmäßige Pflegeeinheiten mit Nasensalbe bzw. Nasenöl

Tipp der Redaktion: Beide Maßnahmen sind dringend erforderlich, weil die operierte Nasenschleimhaut in den ersten ein bis zwei Wochen nach der OP ihre Selbstreinigungsfunktion einstellt.

Zusätzlich verabreichen zahlreiche HNO-Ärzte nach Nasenscheidewand-Operationen ein schwaches Bakteriostatikum, das mit einem vergleichsweise harmlosen Antibiotikum gleichzusetzen ist. Diese Maßnahme wird von Ärzten prophylaktisch getroffen, um das geschwächte Immunsystem der Nasenschleimhäute zu unterstützen.

Risiken der Septoplastik

Risiken der Septoplastik sind relativ gering. Dennoch sollten sich Betroffene vor Augen führen, dass etwaige Komplikationen bei einer Operation der Nasenscheidewand nicht komplett ausgeschlossen sind. Beispielsweise ist es nach der Behandlung relativ normal, dass Blutergüsse oder Nachblutungen entstehen. Das Risiko für diese unangenehmen Nebenfolgen senkt sich, wenn sich Patienten nach der OP ausreichend schonen. Zudem weisen Mediziner auf folgende Komplikationen hin, die allerdings sehr selten auftreten:

  • Perforation der Nasenschleimhaut (auftretendes Loch in der Nasenschleimhaut; Ursache ist Schleimhautschädigung während der Operation)
  • unwillkürliche Formung einer sogenannten Sattelnase
  • wiederholte Verkrümmung der Nasenscheidewand

Kosten des Eingriffs

Die Kosten der Septoplastik können nicht pauschal benannt werden. Ein wichtiger Faktor bezieht sich beispielsweise auf die Frage, in welchem Umfang der Eingriff vorgenommen wird. Durchschnittskosten von etwa 5.000 Euro sind für die Septoplastik zur Wiederherstellung der klassischen Nasenfunktionen durchaus gängig. Soll eine verkrümmte Nasenscheidewand auch ästhetisch begradigt werden, fallen für diese plastische Chirurgie Zusatzkosten von etwa 1.500 Euro an.

Ist eine medizinische Notwendigkeit zur Durchführung der Operation der Nasenscheidewände vorhanden, übernehmen private und gesetzliche Krankenkassen die Behandlungskosten. Wünschen Betroffene außerdem eine ästhetische Korrektur, müssen Patienten diesen Teil der Behandlung normalerweise selbst tragen. Dennoch ist es in jedem Fall sinnvoll, sich vor den Konsultationen zu Fachärzten das Einverständnis der Krankenversicherungen für eine Kostenübernahme einzuholen.

Wer führt Operationen an der Nasenscheidewand durch?

Die richtigen Ansprechpartner für die Septoplastik sind Fachärzte der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Diese Ärzte haben im Rahmen ihrer medizinischen Ausbildung die nötigen Kompetenzen erworben, um eine Nasenscheidewand-OP erfolgreich durchzuführen.

Vor- und Nachteile der Operation

Verläuft die Behandlung ordnungsgemäß nach Plan, profitieren behandelte Personen nach dem Eingriff von einer deutlich verbesserten Lebensqualität. Die Atemwege funktionieren frei. Unangenehme Begleiterscheinungen wie regelmäßige Nasennebenhöhlenentzündungen, Schwellungen der Nasenmuscheln oder Kopfschmerzen schränken den Alltag Betroffener nicht mehr ein. Inwiefern etwaige Nachteile der Nasenscheidewand-Operationen ins Gewicht fallen, muss jeder Betroffene für sich selbst entscheiden.

Vorteile

  • Patienten profitieren von modernen, gewebeschonenden Operationstechniken
  • bei sorgfältiger Nachsorge treten nur selten Komplikationen wie Schleimhautperforationen ein
  • auf Wunsch können von außen erkennbare Folgen der Nasenscheidewandverkrümmung operativ beseitigt werden
  • physische Beschwerden werden markant gemindert
  • Krankenkassen übernehmen Kosten für funktionelle Beseitigung gesundheitlicher Probleme

Nachteile

  • ordnungsgemäße, intensive Nachsorge ist dringend für dauerhaften OP-Erfolg erforderlich
  • Krankenversicherungen tragen oft nicht die Kosten für eine ästhetische Korrektur
  • Risiken des Eingriffs sind nicht komplett auszuschließen