Dammplastik für ein kräftigeres Gewebe

Für die meisten Frauen ist die Geburt eines Kindes ein ganz besonderer Moment. Doch Geburten belasten den Körper von Frauen enorm. Relativ häufig wird die Gesundheit Betroffener durch eine Geburt in Mitleidenschaft gezogen. Einige Folgen machen sich bereits kurze Zeit nach der Geburt, andere erst viele Jahre später bemerkbar. In diesen Fällen schafft die Dammplastik Abhilfe.

Ursachen für Erkrankungen des Dammbereichs

Klassische Ursachen, die eine häufige Basis zur Durchführung dammplastischer Operationen sind, treten wie folgt auf:

  • mehrere Geburten
  • schwere vaginale Geburten
  • Mehrlingsgeburten

Das Gewebe des Beckenbodens sowie der Vaginalbereich erleiden Schäden. Diese Schäden sind bei bestehender Bindegewebsschwäche besonders umfangreich. Schlimmstenfalls führt eine Erschlaffung des Bindegewebes eine Senkung von Organen wie der Gebärmutter, des Darms sowie der Blase herbei.

Wann ist eine Plastik in der Dammregion erforderlich?

Die Schäden machen sich häufig erst im Laufe der Zeit bemerkbar. Normalerweise nehmen Patientinnen die Veränderungen der Dammregion zuerst als ein Ziehen oder mäßig starken Schmerz in der Rücken- oder unteren Beckenpartie wahr. Steigert sich der Schmerzpegel, ist Handlungsbedarf gefragt. Verspüren Frauen einen starken Schmerz oder klagen diese über Probleme beim Stuhlgang oder Wasserlassen, ist eine Konsultation bei einem Gynäkologen unumgänglich.

Tipp der Redaktion: Zu Beginn werden Fachärzte für Frauenheilkunde vermutlich versuchen, das Problem durch konservative Maßnahmen wie Beckenboden- oder Rückbildungsgymnastik zu bekämpfen. Schlagen diese Versuche fehl, ist eine Operation zumeist unumgänglich.

Wer führt die OP durch?

Mittlerweile gibt es in Deutschland zahlreiche Spezialisten, die nach einer Gebärmuttersenkung eine Dammplastik durchführen. Diese Tatsache erleichtert betroffenen Frauen die Suche nach einem versierten Mediziner. Klassische Ansprechpartner für diese Behandlung sind:

  1. Fachärzte für Gynäkologie
  2. Fachärzte der plastisch-ästhetischen Chirurgie

Tipp der Redaktion: Keinesfalls sollten sich Frauen auf die Kompetenzen von Ärzten verlassen, die sich selbst als „Schönheitschirurgen“ bezeichnen. Dieser Terminus ist in Deutschland nicht geschützt und kann deshalb – ohne Einhaltung jedweder Formalitäten – von jedem Arzt verwendet werden.

So verläuft der dammplastische Eingriff

Die gängige Methode der Dammplastik – auch als Perineoplastik bekannt – wird heutzutage vaginal vorgenommen. In der Vergangenheit war ein Bauchdeckenschnitt üblich, der den behandelten Bereich jedoch stark beeinträchtigt hat. Weil heutzutage alle operativen Vorgänge über die Scheide vorgenommen werden, ist dieser Behandlungsansatz für Frauen wesentlich schonender.

Es ist üblich, die Operation mit lokaler Betäubung durchzuführen. Fachärzte nehmen folgende Behandlungsschritte vor:

  1. Stabilisierung und Anhebung der Harnblase mit einem Kunststoffnetz
  2. Straffung der Muskeln in der Damm- und Beckenbodenpartie

Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass der Darm nicht weiter in Richtung Scheide gewölbt wird.

Hinweise zur Nachsorge

Nach dem chirurgischen Eingriff wird Frauen angeraten, sich für mehrere Monate körperlich zu schonen. Deshalb sollten Patientinnen nach der Behandlung unbedingt von der Ausübung sportlicher Aktivitäten sowie dem Tragen schwerer Lasten absehen. Betroffene sollten bedenken, dass der Geschlechtsverkehr für einen gewissen Zeitraum schmerzhaft sein kann. Aus dem Grund raten Fachärzte an, für mindestens sechs Wochen auf Sex zu verzichten.

Tipp der Redaktion: Möchten sich Frauen in irgendeiner Weise sportlich betätigen, ist maximal leichte Beckenbodengymnastik gestattet. Diese Nachsorgemaßnahmen können den Heilungsverlauf sogar positiv beeinflussen.

Mögliche Risiken der Behandlung

Die Dammplastik ist eine Operation. Jeder operative Eingriff birgt gewisse Risiken. Deshalb kann kein Mediziner bei dieser Behandlung gewisse Risiken zu 100 Prozent ausschließen. Auch wenn die Komplikationsrate gering ist, sollten Frauen mögliche Gefahren in ihre Entscheidung für oder gegen die OP einbeziehen:

  • Verletzung benachbarter Organe
  • Nachblutungen
  • Schwellungen
  • vereinzelte Lähmungserscheinungen in ausgewählten Körperpartien
  • Bauchfellentzündungen (sehr seltene Fälle)

All diese Risiken sind gegeben. Bei medizinischer Notwendigkeit raten Ärzte im Normalfall dennoch zur Dammplastik. Das Kosten-Nutzen-Risiko fällt bei fachmännischer Versorgung zugunsten der positiven gesundheitlichen Folgen aus.

Wer trägt die Kosten?

Normalerweise ist die Dammplastik ein Eingriff mit medizinischer Notwendigkeit. In der Praxis ist es deshalb üblich, dass Krankenversicherungen die entstehenden Kosten anstandslos übernehmen. Allerdings wird Patientinnen empfohlen, sich vor der Durchführung der Maßnahmen mit den Krankenkassen über die Kostenübernahme zu einigen. Durch diese Verfahrensweise vermeiden Patient sowie Versicherungsunternehmen böse Überraschungen.

Vor- und Nachteile

Die Dammplastik ist eine medizinische Maßnahme, die in gängigen Praxis auf ärztlichen Rat hin durchgeführt wird. Die Behandlung dient der Verbesserung des persönlichen gesundheitlichen Zustands. Dieser Vorteil ist Anlass genug, sich für die Operation zu entscheiden.

Vorteile

  • chirurgische Behebung eines die Gesundheit beeinträchtigenden Problems
  • effektive Verbesserung des Gesundheitszustands (bei richtiger Arztwahl)
  • bei medizinischer Notwendigkeit tragen Krankenversicherungen die Kosten
  • positives Kosten-Nutzen-Risiko
  • große Auswahl aus Ärzten

Nachteile

  • Nachsorgemaßnahmen erstrecken sich über verhältnismäßig langen Zeitraum
  • Risiken sind nicht komplett auszuschließen