Glaukom / Grüner Star

Das Augenlicht retten: der Zweck einer Operation des Grünen Stars

Der „Grüne Star“ ist eine Erkrankung des Auges, die in medizinischer Fachsprache auch als „Glaukom“ bezeichnet wird. Das markanteste Symptom der Erkrankung ist ein Anstieg des Augeninnendrucks, der auf einem Ungleichgewicht zwischen dem Abfluss sowie der Herstellung des sogenannten Kammerwassers basiert. Aufgrund des erhöhten Drucks im Augeninnenbereich werden sensible Netzhautzellen sowie der Sehnerv in Mitleidenschaft gezogen. Der damit einhergehende Verlust des Sehvermögens ist ein schleichender Prozess, den Augenärzte sowie Patienten häufig viel zu spät bemerken. Schmerzen treten beim grünen Star maximal bei einem sogenannten Glaukomanfall auf. Deshalb ist der Grüne Star eine relativ tückische Augenerkrankung.

Spezifika des grünen Stars

Der grüne Star wird zwischen dem Offenwinkel- bzw. Weitwinkel-Glaukom sowie Engwinkelglaukom differenziert. Die wesentlich häufiger auftretende Form ist das Offenwinkel- bzw. Weitwinkel-Glaukom. Diese Glaukomform ist durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet:

  • schleichendes Nachlassen des Sehvermögens
  • typische Symptome sind Ausfälle des Gesichtsfeldes
  • Schädigung an Sehnerv kann nicht mehr rückgängig gemacht werden
  • Sehkraft ist dauerhaft reduziert
  • schmerzfrei

Diesem Erkrankungsbild steht das Engwinkel-Glaukom gegenüber. Bei dieser wesentlich seltener auftretenden Form liegt ein akuter Schub unter starken Schmerzen vor. Möglicherweise droht binnen kurzer Zeit eine Erblindung. Bei einem Engwinkelglaukom liegt ein gestörter Abfluss des Kammerwassers vor. Diese Erkrankung wird durch eine verengte Stelle zwischen der Hornhaut sowie Iris hervorgerufen.

Risikofaktoren des Glaukoms

Im weltweiten Vergleich ist der grüne Star die am häufigsten auftretende Ursache einer Erblindung. Risikofaktoren der Erkrankung sind folgende:

  1. steigendes Alter
  2. familiäre Vorbelastung durch Verwandte ersten Grades
  3. massive Blutdruckschwankungen
  4. Diabetes
  5. Durchblutungsstörungen
  6. Kurz- oder Weitsichtigkeit mit hoher Dioptrienzahl

Eine Glaukomoperation: gibt es Gegenanzeigen?

Zu einer operativen Behandlung des grünen Stars raten Augenärzte dann, wenn sich der Innendruck des Auges durch Arzneimittel nicht effektiv reduzieren lässt. Droht eine Gefährdung des Sehnervs, sollte der Eingriff unbedingt zeitnah durchgeführt werden. Allerdings lässt sich nicht jedes Glaukom chirurgisch behandeln. Ob die Behandlung erfolgversprechend ist, schätzt ein Augenarzt im Rahmen einer Untersuchung ein.

Vorsorgemaßnahmen zur Behandlung des grünen Stars

Nehmen Patienten und Patientinnen regelmäßig Pharmazeutika aufgrund anderer Erkrankungen ein, ist es notwendig, den behandelnden Arzt darüber zu informieren. Bei einigen Medikamenten wie blutverdünnenden Substanzen ist es erforderlich, dass die Präparate einige Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden. Auch diese Maßnahmen tragen zu einer ordnungsgemäßen Vorbereitung auf die OP bei.

  1. bei Operation unter Vollnarkose: Verzicht auf feste Nahrung und trübe Flüssigkeiten für mindestens sechs Stunden vor der Behandlung
  2. Verzicht auf klare Flüssigkeiten mindestens zwei Stunden vor der Operation (als Ausnahme gilt die Einnahme einer Vorbereitungstablette)
  3. kein Nikotinkonsum am Tag des Eingriffs

Optionen zur Anästhesie

Wird die Operation des grünen Stars via Laser durchgeführt, rat ein Augenarzt zumeist zu Lokalanästhetika in Augentropfenform. Der Vorteil der sogenannten Leitungsanästhesie besteht darin, dass der Schutzreflex des Auges durch diese Betäubung vollständig unterbunden wird. Dementsprechend kann sich das Auge nicht bewegen und ist schmerzfrei. Löst die Vorstellung von einer Operation am Auge bei Patienten massive Angstzustände aus, ist eine Vollnarkose möglicherweise die richtige Lösung. Diese Narkoseform ist auch für besonders nervöse Menschen geeignet, denen es schwer fällt, für längere Zeit ruhig zu liegen.

Medizinische Praktiken zur Behandlung eines Glaukoms

Im ersten Schritt versucht ein Augenarzt zumeist, den grünen Star mit Augentropfen zu behandeln. Dieses Präparat soll eine Senkung des Augeninnendrucks herbeiführen. Diese Funktion verfolgen zahlreiche medizinische Substanzen mit verschiedenen Wirkungsmechanismen, die partiell auch miteinander kombinierbar sind. Erbringen die Pharmazeutika jedoch nicht den gewünschten Effekt, ziehen Mediziner eine Glaukom-OP in Betracht. Hierfür kommen verschiedene Verfahren zur Anwendung. Die unterschiedlichen Behandlungsansätze richten sich nach der Ursache sowie genauen Diagnose der Erkrankung. Das gemeinsame Ziel aller Methoden ist es, den Innendruck der Augen durch eine geringere Produktion des Kammerwassers oder künstliche Abflüsse zu reduzieren.

Lasertrabekuloplastik

Ein chirurgischer Eingriff mit der sogenannten Lasertrabekuloplastik verfolgt den Zweck, eine erhöhte Durchlässigkeit des im Auge befindlichen Trabekelmaschenwerks herbeizuführen. Dieses Trabekelmaschenwerk ist der Gewebeteil des Auges, durch den die Augenflüssigkeit abfließt. Dieser Behandlungsansatz zielt auf einen punktförmigen Lasereingriff am Gewebe des Trabekelmaschenwerks ab. In dem schwammähnlichen Gewebe entstehen Narben in Lochform, die einen Abfluss der Flüssigkeit des Auges begünstigen. Ein Nachteil der Methode ist der auf einen relativ kurzen Zeitraum begrenzte Effekt.

Sklerektomie

Die Sklerektomie ist eine andere Lasermethode, bei der ein Hohlraum in der Lederhaut des Auges erschaffen wird. Der Augendruck wird gemindert, indem die im Auge befindliche Flüssigkeit durch den Hohlraum abfließt.

Iridektomie

Bei der Iridektomie wenden Augenärzte ein chirurgisches Verfahren an, bei dem Mediziner einen Teil der Iris – der Regenbogenhaut – entfernen. Ein Durchfluss für das Kammerwasser entsteht. Dieser Durchfluss befindet sich zwischen der vorderen sowie hinteren Augenkammer.

Trabekulektomie

Die Verfahrensweise der Trabekulektomie ist folgende:

  1. aus Lederhaut ein wird Streifen als Abflussloch heraus geschnitten
  2. weiterer Kanal für Kammerwasser-Abfluss wird aus Lederhaut geschnitten

Das Ziel der Trabekulektomie ist es, aus vorhandenen Augenstrukturen ein Ventil zum Abfluss der Flüssigkeit zu formen. Das Kammerwasser fließt durch das neu eingebaute Abflussloch.

Zyklophotokoagulation

Auch die Zyklophotokoagulation ist eine Methode, die eine Verödung sogenannter Ziliarkörper im Auge mit einem Laserstrahl herbeiführt. Dieser Ziliarkörper, auch als Strahlenkörper bezeichnet, dient der Herstellung von Flüssigkeit im Auge. Indem die Verödung eine Verringerung des Drüsengewebes erzeugt, folgt zwangsläufig eine verringerte Produktion des Kammerwassers.

Wie erfolgt die Nachbehandlung nach den OP-Verfahren?

Nach einer Glaukomoperation müssen sich Patienten auch bei ambulanter Behandlung noch für einige Stunden in der Obhut der Mediziner befinden. Diese Ratschläge zum Transport nach dem Eingriff sollten Betroffene beachten:

Verschreiben Ärzte Medikamente zur Verbesserung des Heilungsprozesses, müssen Patienten diese Arzneimittel exakt nach Vorschrift anwenden. Möglicherweise ist ein Schmerzmittel in den ersten Tagen nach der OP sinnvoll.

Risiken der Operation des grünen Stars

Das Ausmaß möglicher gesundheitlicher Risiken hängt erstrangig vom aktuellen Zustand des erkrankten Auges sowie der für den Eingriff verwendeten Technik ab. Die Risiken für folgende Komplikationen sind zwar nicht ausgeschlossen, aber sehr gering:

  • gestörte Wundheilung
  • Gesichtsfeldausfälle
  • Nachblutungen
  • Infektionen

Generell sind die chirurgischen Anwendungen etwas risikobehafteter, bei denen der Augapfel zur Operation geöffnet werden muss. Erbringt die erste Behandlung nicht den gewünschten Erfolg, ist eventuell eine wiederholte Korrektur notwendig.

Vor- und Nachteile der Operation des grünen Stars

Leiden Patienten unter dem grünen Star bzw. einem Glaukom, ist eine Operation an den erkrankten Augen keine Kann-Option. Findet keine Behandlung statt, droht eine Erblindung des Auges. Dieser drohenden gesundheitlichen Einschränkung wirkt die OP entgegen.

Vorteile

  • unterschiedliche Behandlungsansätze für verschiedene Stadien der Erkrankung
  • verschiedene Anästhesiemethoden sind wählbar
  • gesundheitliche Risiken durch OP sind gering
  • Nachsorgemaßnahmen reduzieren sich auf ein Minimum
  • bei medizinischer Indikation übernehmen Krankenkassen die Kosten

Nachteile

  • möglicherweise führt erster Eingriff noch nicht zum gewünschten Behandlungserfolg
  • zweite Operation wäre möglich
  • Effekte einiger Behandlungen sind nur von kurzer Dauer

Häufige Fragen zum Thema Glaukom / Grüner Star

Warum ist der Grüne Star so tückisch?

Der Sehverlust schreitet schleichend voran und wird oft viel zu spät bemerkt. Schmerzen treten höchstens bei einem Glaukomanfall auf. Eine Schädigung des Sehnervs lässt sich nicht rückgängig machen. Deshalb sollten alle Menschen ab 40 Jahren regelmäßig den Augendruck messen und den Sehnerv beurteilen lassen.

Welche Formen gibt es?

Das häufigere Offenwinkel- oder Weitwinkel-Glaukom verläuft schmerzfrei, das Sehvermögen lässt schleichend nach, typisch sind Ausfälle des Gesichtsfelds. Beim selteneren Engwinkel-Glaukom kommt es zu einem akuten Schub mit starken Schmerzen, hier kann binnen kurzer Zeit eine Erblindung drohen.

Wer ist besonders gefährdet?

Das Risiko steigt mit dem Alter und bei familiärer Vorbelastung durch Verwandte ersten Grades. Weitere Faktoren sind massive Blutdruckschwankungen, Diabetes, Durchblutungsstörungen sowie Kurz- oder Weitsichtigkeit mit hoher Dioptrienzahl.

Wann wird operiert?

Wenn sich der Augeninnendruck mit Augentropfen nicht ausreichend senken lässt. Droht eine Gefährdung des Sehnervs, sollte der Eingriff zeitnah erfolgen. Operieren lässt sich allerdings nicht jedes Glaukom, das beurteilt der Augenarzt in einer Untersuchung.

Welche Operationsverfahren gibt es?

Die Lasertrabekuloplastik macht das Trabekelmaschenwerk durchlässiger, wirkt aber nur begrenzte Zeit. Die Sklerektomie schafft einen Hohlraum in der Lederhaut, die Iridektomie entfernt einen Teil der Regenbogenhaut. Die Trabekulektomie formt aus den vorhandenen Strukturen ein Abflussventil. Die Zyklophotokoagulation verödet den Ziliarkörper, sodass weniger Kammerwasser entsteht.

Wie schnell wirkt die Operation?

Das hängt vom Verfahren ab. Bei der Zyklophotokoagulation muss sich im Ziliarkörper erst eine Narbe bilden, das setzt nach etwa sechs bis acht Wochen ein. Endgültige Erfolge zeigen sich deshalb erst nach rund drei Monaten.

Wie wird betäubt?

Bei Laseroperationen genügen meist betäubende Augentropfen. Die Leitungsanästhesie schaltet den Schutzreflex aus, das Auge ist dann unbeweglich und schmerzfrei. Bei starken Ängsten oder Menschen, denen längeres ruhiges Liegen schwerfällt, kommt eine Vollnarkose in Frage.

Welche Risiken bestehen?

Sie sind gering und hängen vom Zustand des Auges und der verwendeten Technik ab. Möglich sind gestörte Wundheilung, Gesichtsfeldausfälle, Nachblutungen und Infektionen. Etwas risikoreicher sind Eingriffe, bei denen der Augapfel geöffnet werden muss. Bringt die erste Behandlung nicht den gewünschten Erfolg, ist ein zweiter Eingriff möglich.