Mit einer Haarentfernung zur glatten Haut

An dem Thema Körperbehaarung scheiden sich die Geister. Empfinden viele Frauen eine behaarte Männerbrust oder den Drei-Tage-Bart als attraktiv, ist eine übermäßige Körperbehaarung bei Frauen zumeist lästig. Viele Frauen bevorzugen glatte und seidige Haut, die frei von Haarwuchs ist. Doch der Weg dahin ist oft beschwerlich und zeitintensiv. Methoden wie Rasieren, eine Epilation oder Anwendungen mit Enthaarungsschaum erbringen nur kurzzeitige Erfolge. Wer sich hingegen an einem dauerhaft haarfreien Hautbild erfreuen möchte, muss sich anderer Methoden bedienen.

Haarwuchs: ein Thema mit hohem Diskussionspotential

Sprießen Haare an ungewünschten Körperstellen wie den Achseln oder der Bikinizone, empfinden Menschen den Haarwuchs in diesen Bereichen als unattraktiv. Kulturelle, sexuelle, gesundheitliche oder religiöse Gründe trugen über Jahrzehnte hinweg zur Etablierung dieses Schönheitsideals bei. Besonders stark leiden Betroffene mit sogenannter Hypertrichose unter ihrer Behaarung. In diesem Fall tritt an ungewünschten Körperstellen besonders starker Haarwuchs auf. Diese starke Behaarung verursacht ein unangenehmes Körpergefühl. Ein häufiger Auslöser ist eine genetische Veranlagung zu starkem Haarwuchs. Ist die Körperbehaarung übermäßig stark ausgeprägt, gilt eine dauerhafte Haarbeseitigung oft als letzter Ausweg.

Eine Haarentfernung: vorbereitende Maßnahmen

Es gibt viele Ursachen für eine übermäßig starke Körperbehaarung. Vor einer Haarentfernung ist es deshalb unerlässlich, den individuellen Grund für die starke Behaarung herauszufinden. Diese Ursachenforschung ist wichtig, um die effektivste Behandlungsmethode für jeden Patienten auszuwählen. Denn der Behandlungsplan wird den persönlichen Ansprüchen der Betroffenen angepasst. Dadurch wird gewährleistet, dass der unangenehme starke Haarwuchs auf Dauer ausbleibt.

Die wichtigsten Methoden im Überblick

Bevor die eigentliche Behandlung zur Haarbeseitigung beginnt, ist es die Aufgabe der Patienten, die behandelte Körperpartie mit einer Rasur komplett von Haaren zu befreien. Bezieht sich die Haarbeseitigung auf das Gesicht, muss dieser Körperbereich vollständig von Make-Up entfernt werden. Der behandelte Körperbereich wird mit einem Stift markiert. Anschließend trägt ein Facharzt sogenanntes Ellipse-Gel auf die Haut auf. Diese Flüssigkeit trägt dazu bei, einen intensiven Kontakt zwischen der Haut sowie dem Applikator herzustellen.

Eine lokale Anästhesie ist normalerweise nicht nötig. Zudem ist es üblich, den Eingriff ambulant vorzunehmen. Alle an der Therapie beteiligten Personen tragen während der Haarentfernung eine Schutzbrille, die die Augen vor der etwaig auftretenden Strahlung schützt. Mit einigen Schüssen kontrollieren die Ärzte zuerst, wie die Haut der Patienten auf die Behandlung reagiert. Diese Maßnahme ermöglicht es dem Fachpersonal, etwaige Einstellungen an den Geräten vorzunehmen. Anschließend wird das Gerät über einen bestimmten Zeitraum über den Körperbereich geführt. Nach der Behandlung wird das Gel beseitigt.

Die gängigsten Methoden für eine dauerhafte Haarentfernung bzw. Haarreduktion sind das Laser- sowie IPL-Verfahren. Der Vorteil dieser Techniken ist, dass diese beiden Vorgehensweisen bei nahezu jedem Hauttyp ohne besondere Vorbereitung angewendet werden können. Beim Intensed Pulsed Light-Verfahren – dem IPL – sowie der Laseranwendung kommen qualitativ hochwertige Geräte zum Einsatz, die sich in der Medizin längst bewährt haben.

Tipp der Redaktion: Tipp der Redaktion: Auch wenn der Hauttyp für die Behandlungserfolge nicht entscheidend ist, gelten für die Haarfarbe andere Regeln. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist eine Beseitigung von blonden, grauen oder roten Haaren noch stark entwicklungsbedürftig. Die Ursache ist das Pigment Melanin, das primär in dunklen Haaren steckt. Deshalb sind die Behandlungen bei Haarentfernungen dieser Haarfarbe effektiver.

Beide medizinischen Verfahren haben gemeinsam, dass diese hochenergetisches Licht auf die Haut übertragen. Dieses Licht gelangt durch Impulse über die obere Hautschicht direkt zum Haarfollikel. Indem das Haarpigment Melanin die Lichtenergie in Wärme umwandelt, dringt die Hitze direkt bis in die Wurzel des Haares durch. Die Wurzel wird zerstört. Als Folge dessen können keine neuen Haare mehr produziert werden.

Unterschiede zwischen beiden Verfahren

Ein maßgeblicher Unterschied zwischen beiden Techniken besteht darin, dass die Lichtstrahlen beim IPL-Verfahren gleichzeitig auf mehrere Haarwurzeln übertragen werden. Aus dem Grund wirkt diese Methode besonders schnell und effektiv. Ein Nachteil dieser Prozedur ist jedoch, dass per IPL-Methode ausschließlich im Wachstum befindliche Follikel zerstört werden können. Doch im Normalfall befinden sich über 50 Prozent aller Wurzeln des Haares stets in der Ruhephase. Um alle Haare zu beseitigen, müssen Betroffene deshalb fünf bis zehn Sitzungen in Kauf nehmen.

Die Laseranwendung basiert auf einem anderen Prinzip. Denn Laser können wiederum nur die Haare behandeln, die sich zum Zeitpunkt des Eingriffs in der Wachstumsphase befinden. Die Grundlage bilden sogenannte LightSheer-Dioden, durch die das gebündelte Licht mit Wellenlängen von rund 800 Nanometer auf die Körperpartien übertragen wird. Die bei dieser Behandlung auftretende Energie ist so hoch, dass diese als Lichtleiter auch die Haarwurzel erreicht. Erhöht sich die Temperatur auf über 68 Grad, werden die Follikel auf Dauer geschädigt. Weil die Pulsdauer sowie die dynamische Kühlung individuell eingestellt werden können, ist eine individuelle Anpassung an die Bedürfnisse der Patienten möglich.

Vorbereitung und Nachsorge der Behandlung

Der erste Schritt für eine erfolgreiche Behandlung ist ein Beratungsgespräch. Im Rahmen der damit verbundenen Voruntersuchungen klären Arzt und Patient, welchen Zustand die Haare aufweisen und welche Behandlungsmethode ratsam ist. Anschließend ist es die Aufgabe der Patienten, Vorsorgemaßnahmen zu treffen, die sich positiv auf das spätere Behandlungsergebnis auswirken.

Betroffenen wird angeraten, sich bis zu 30 Tage vor der ersten Behandlung keiner erhöhten Sonneneinstrahlung auszusetzen. Auch diese Maßnahmen verbessern die späteren Behandlungserfolge:

  • Verzicht auf Solariumsbesuche
  • (bei Bedarf) Verwendung von Sonnencreme mit LSF 50+
  • bis zur Behandlung keine Haare im behandelten Bereich zupfen oder wachsen

Nach der Haarentfernung müssen Patienten keinerlei Einschränkungen in Kauf nehmen. Allerdings sollten die behandelten Personen auch nach der Entfernung des Haarwuchses mindestens 30 Tage lang auf Solarium und direkte Sonneneinstrahlung verzichten. Diese Empfehlungen gelten für den gesamten Zeitraum, der sich gelegentlich auf bis zu zehn Wochen erstreckt.

Wie viele Sitzungen sind nötig, um ein dauerhaftes Ergebnis zu erzielen?

Im Regelfall sind fünf bis zehn Sitzungen notwendig, um einen dauerhaften Behandlungserfolg zu erzielen.

Wie lange hält der Effekt der Haarbeseitigung an?

Es gibt keine genauen Angaben darüber, wie lange die Effekte der Haarbeseitigung andauern. Einige Ärzte attestieren dem IPL-Verfahren ein lebenslanges Ergebnis. Andere Mediziner verweisen darauf, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass sich nach einigen Jahren wieder Haare bilden. Diese Nachzügler sind ruhende Wurzeln, die zu irgendeinem Zeitpunkt wieder aktiviert werden. Dieser Prozess tritt normalerweise nach etwa sechs bis acht Jahren ein. Aus dem Grund sprechen viele Schönheitschirurgen auch nicht von einer dauerhaften Haarentfernung, sondern einer Haarreduktion.

Risiken einer Haarentfernung

Eine Haarentfernung ist ein relativ risikoarmer Eingriff. Dennoch sind einige unangenehme Nebenwirkungen nicht gänzlich auszuschließen. Beispielsweise verursachen die Eingriffe Hautreizungen, die sich wie ein leichter Sonnenbrand anfühlen. Das Risiko einer möglichen Schorfbildung beläuft sich auf weniger als 0,5 Prozent. Tritt Schorf auf, wird Patienten empfohlen, die Kruste ausheilen zu lassen und keinesfalls aufzukratzen. Zudem besteht ein geringes Risiko für eine Pigmentverschiebung. Weil diese Personengruppen besonders gefährdet sind, sollten Betroffene im Zweifelsfall von einer Haarbeseitigung absehen:

  • Personen, die auf eine Einnahme lichtsensibilisierender Arzneimittel angewiesen sind
  • Patienten und Patientinnen mit einer Sonnenallergie
  • schwangere Frauen
  • Personen, die unter Infektionskrankheiten, Hautkrebs oder Pigmentstörungen leiden

Im Zweifelsfall nehmen Mediziner weitere Tests vor. Diese Testergebnisse entscheiden darüber, ob Betroffene für eine dauerhafte Entfernung der Haare geeignet sind oder nicht.

Diese Spezialisten führen die Behandlung durch

Der erste Ansprechpartner vor einer Haarentfernung ist ein Endokrinologe. Diese Mediziner stellen in ersten Informationsgesprächen und Voruntersuchungen fest, welche Ursachen die vermehrte Körperbehaarung auslösen. Die weitere Aufgabe dieses Facharztes besteht darin, die effizienteste Behandlungsmethode festzulegen. Die eigentliche Behandlung wird durch Haarentfernungsstudios oder Fachkliniken durchgeführt, die auf eine Haarbeseitigung spezialisiert sind. In diesen Einrichtungen sollten folgende Mediziner tätig sein:

  • Dermatologe
  • Facharzt für plastische Chirurgie
  • Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie

Kosten des Eingriffs

Die Kosten der Haarentfernung hängen bei Behandlungen in Deutschland von der jeweiligen Behandlungsdauer ab. Einige Beispiele im Überblick:

  • Einzelbehandlungen der Oberlippe, des Bauchnabels, Nackens, Kinns oder der Hände: 50 bis 85 Euro
  • Einzelbehandlungen an Armen, Oberschenkeln oder der Brust: 70 bis 500 Euro
  • Ganzkörperanwendungen: mindestens 500 Euro.

Weil für ein dauerhaftes Resultat mindestens fünf und je nach Haarwuchs bis zu zwölf Therapien notwendig sind, müssen die Kosten für die Einzelsitzungen dementsprechend multipliziert werden.

Tipp der Redaktion: Einige Anbieter offerieren die Behandlungen zu Sonderkonditionen bzw. mit speziellen Rabatten. Deshalb ist es empfehlenswert, sich über derartige Aktionen bei den Dienstleistern zu informieren.

Eine weitere Alternative sind kombinierte Behandlungspakete, die Anwendungen in unterschiedlichen Körperbereichen vereinen. Häufig sind die Behandlungskosten in ausländischen Spezialpraxen günstiger als in Deutschland.

Vor- und Nachteile der Entfernung von Haaren

Wer an übermäßigem Haarwuchs leidet oder sich an bestimmten Körperpartien der lästigen Körperbehaarung entledigen möchte, empfindet eine Haarentfernung als Befreiungsschlag. Doch die Methode sollte genau durchdacht sein. Schließlich fallen die Erfolge bei verschiedenen Behandlungsansätzen sehr unterschiedlich aus.

Vorteile

  • markant verbesserte Lebensqualität
  • unterschiedliche Verfahren stehen zur Wahl
  • überschaubare Kosten der meisten Behandlungsformen
  • breite Auswahl aus Anbietern der Haarentfernung

Nachteile

  • nicht alle Methoden wie Rasieren oder Epilationen führen zu einer dauerhaften Haarentfernung
  • medizinische Uneinigkeit über Dauer des Wirkungseffekts sogenannter dauerhafter Entfernungsmethoden
  • zahlreiche Behandlungen bedürfen mehrerer Sitzungen
  • ohne medizinische Indikation müssen Betroffene für Behandlungskosten aufkommen