Transplantation von Augenbrauen für natürliche Schönheit

Augenbrauen haben nicht nur eine optische Funktion. Obwohl der Haarkranz über den Augen den „Spiegel der Seele“ galant in Szene setzt, dienen die Augenbrauen in erster Linie als Schutz. Fremdkörper oder Schmutzpartikel wie Sandkörner oder Staub sollen durch diesen Teil des Gesichts abgefangen werden. Darüber hinaus schützen Augenbrauen vor Nässe oder Schweiß. Ist dieser wichtige Teil der Gesichtsmimik nicht mehr vorhanden, fällt der vermeintliche Schönheitsmakel direkt auf. Denn die Brauen über den Augen tragen maßgeblich dazu bei, dem Gesicht Konturen und einen unverwechselbaren Ausdruck zu verleihen.

Ursachen: weshalb fallen Augenbrauen überhaupt aus?

Gründe für einen Verlust der Augenbrauen gibt es viele. Unterschiedliche Ursachen führen dazu, dass Augenbrauen überhaupt nicht oder nur in schwacher Form vorhanden sind. Folgende Gründe veranlassen betroffene Menschen dazu, sich einer Transplantation der Augenbrauen zu unterziehen:

  • erblich bedingter Ausfall der Brauen
  • Mikrovernarbung der Haut nach Permanent Make-Up-Behandlungen
  • Überzupfung der Augenbrauen
  • Angeborene Fehlbildungen
  • Hormonschwankungen
  • Traumata
  • Brandwunden

Ablauf der Transplantation

Um den Verlust der Augenbrauen auszugleichen, bedienen sich behandelnde Mediziner normalerweise der FUE-Methode. Dieses schonende Verfahren mit der exakten Bezeichnung Follicular Unit Extraction verfolgt den Zweck, größere Lücken oder komplette Brauen-Areale wieder aufzufüllen – ohne den menschlichen Organismus zu sehr zu belasten.

Tipp der Redaktion: Bei der Durchführung des FUE-Verfahrens verpflanzen Mediziner Körper- und Kopfhaare auf besonders hautschonende Weise. Diese Therapie ist für einen partiellen oder vollständigen Verlust der Augenbrauen geeignet.

Die Augenbrauentransplantation nimmt ein behandelnder Arzt normalerweise ambulant unter lokaler Anästhesie vor. Pro Behandlung müssen Patienten und Patientinnen ein Zeitintervall von 1 bis 5 Stunden einplanen. Für jede Augenbraue werden etwa 100 bis 500 Haarfollikel verpflanzt. Im Regelfall sind maximal zwei Sitzungen notwendig, um ein komplett zufriedenstellendes Resultat zu erzielen.

Das bedeutet im Einzelnen, dass ein Arzt pro Augenbraue im Durchschnitt etwa 150 bis 200 Einzelhaarimplantationen benötigt.

Einzelne Haarwurzeln, die Haarfollikel, werden für die Haartransplantation dem Hinterkopf oder anderen potentiellen Körperzonen entnommen. Selbstverständlich hängt die Anzahl erforderlicher Spenderhaare in erster Linie von der aufzufüllenden Körperregion sowie dem Ausmaß der Rekonstruktion ab. Einzelne Details der Haarverpflanzung im Überblick:

  1. Die für die Entnahme der zu verpflanzenden Haare verwendete Hohlnadel weist einen Durchmesser von 0,6 bis 0,7 Millimetern auf.
  2. Damit die Follikel so fein wie möglich sind, entnehmen Mediziner Fett-, Haut- sowie Oberhautgewebeteile.
  3. Jede einzelne Wurzel wird auf ihre Eignung zur Transplantation überprüft und separat in der Augenbrauenregion implantiert.
  4. Die richtige Position der Augenbrauenhaare orientiert sich an der Wuchsrichtung, Dichte sowie Haarlinie des Haarwuchses. Hierbei beachten Fachärzte folgende Faustregel: In Richtung der Gesichtsmitte wachsen die Augenbrauen ungefähr im 90-Grad-Winkel nach oben. Im Bereich der Ohren nimmt der Haarwuchs einen Winkel von maximal 45 Grad an.
  5. Um die Haare einzusetzen, sind nur kleine Zugänge erforderlich. Aufgrund dieser Technik ist eine Narbenbildung so gut wie nicht vorhanden.

Eine andere Option zur FUE-Technik ist die sogenannte FUT-Methode. Im Gegensatz zur Entnahme einzelner Haare fokussiert sich dieses Verfahren auf eine Einpflanzung ellipsenförmiger Haarstreifen. Allerdings kommt diese kosmetisch-medizinische Lösung nur für die Patienten in Betracht, die vergleichsweise umfangreiche Transplantationen der Augenbrauen benötigen.

Was geschieht nach der Augenbrauentransplantation?

Nach dem Eingriff ist es besonders wichtig, dass Betroffene den behandelten Bereich schonen. Praxisfälle haben bewiesen, dass etwa 90 Prozent aller Spenderhaare auf Dauer erhalten bleiben. Dennoch müssen sich Patienten und Patientinnen in Geduld üben. Denn das endgültige Behandlungsresultat ist erst nach rund zehn Monaten sichtbar.

Tipp der Redaktion: Es ist völlig normal, dass die implantierten Haare etwa drei bis fünf Wochen nach der Operation ausfallen. Nach rund drei bis fünf Monaten sind die Haare wieder vollständig nachgewachsen. Ab diesem Zeitpunkt sind die Augenbrauen dauerhaft vorhanden.

Weiterhin raten Mediziner Betroffenen an, in den ersten Tagen nach dem Eingriff körperliche Anstrengungen sowie eine übermäßige Verschmutzung der Haare zu vermeiden. Ein effektiver Sonnenschutz für den Oberkopf ist innerhalb der ersten drei Monate nach der Transplantation dringend notwendig. Anderenfalls können in dieser Körperregion Pigmentstörungen auftreten.

Kosten des Eingriffs

Die Kosten einer Transplantation der Augenbrauen hängen von diesen unterschiedlichen Komponenten ab:

  • individuelle Konsistenz der Spenderhaare sowie Kopfhaut
  • Anzahl der eingesetzten Haarfollikel
  • Dauer sowie Umfang der Behandlung
  • Wuchsrichtung, Haarlinie und Dichte der Augenbrauen
  • individuelle Honorarforderungen der Ärzte

Das Zusammenspiel all dieser Faktoren verursacht einen finanziellen Aufwand von 2.000 bis 3.000 Euro. Muss vor der Behandlung ein komplett haarloser Gesichtsbereich mit Augenbrauen versehen werden, steigen die Kosten auf bis zu 4.600 Euro an. Generell entscheiden sich Krankenkassen gegen eine Kostenübernahme für diese Transplantationen, wenn dem Eingriff keine medizinische Indikation zugrunde liegt. Müssen Patienten nach dem Eingriff weitere Folgebehandlungen oder Zusatzleistungen beanspruchen, ist der damit verbundene finanzielle Aufwand ebenfalls durch die Betroffenen selbst zu begleichen.

Die richtigen Ärzte für die Transplantation

Die richtigen Ansprechpartner für diese Korrektur der Augenbrauen sind Fachärzte für plastische Chirurgie oder Fachärzte für plastische und ästhetische Chirurgie. Plastische Chirurgen agieren als selbständige Fachärzte, die nach einer medizinischen Grundausbildung eine zusätzliche sechsjährige hochspezialisierte Ausbildung in diesem Fachbereich erhalten haben. Dieses Studium schließt beispielsweise eine Durchführung unterschiedlicher Operationen in allen Teilbereichen der plastisch-ästhetischen Chirurgie sowie darauf aufbauende absolvierte Prüfungen vor der zuständigen Ärztekammer ein. Anderweitige Bezeichnungen wie „Schönheitschirurg“, „Kosmetischer Chirurg“ oder „Ästhetischer Chirurg“ sind hingegen nicht geschützt. Deshalb können diese Titel von jedem approbierten Mediziner ohne Vorlage eines Qualifikationsnachweises oder Weiterbildungsnachweises geführt werden.

Vor- und Nachteile des Eingriffs

Wer unter keinem oder schwachem Haarwuchs an den Augenbrauen leidet, ist gewiss häufig den neugierigen Blicken der Mitmenschen ausgesetzt. Dieser Zustand ändert sich nach einer erfolgreichen Transplantation der Augenbrauen. Doch nicht nur die erhöhte Lebensqualität ist ein deutlicher Pluspunkt dieser Behandlungsform. Zahlreiche weitere Vorteile stehen einer geringen Anzahl an Nachteilen gegenüber.

Vorteile

  • bei erfolgreicher Behandlung bleibt Haarwuchs an den Augenbrauen dauerhaft bestehen
  • es treten keine Abstoßungsreaktionen auf, weil körpereigene Substanzen verwendet werden
  • schmerzfreie Methode, die unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird
  • sehr kurze Regenerationszeit
  • natürliches Erscheinungsbild nach Behandlung (weitgehend) ohne Narben

Nachteile

  • bei fehlender medizinischer Indikation übernehmen Krankenversicherungen nicht die Kosten
  • Eingriff muss im Bedarfsfall wiederholt werden