Ästhetische Fußchirurgie: was leistet dieser medizinische Bereich?

Für viele betroffene Menschen ist der Blick auf die eigenen Füße eine Tortur. Probleme im Bereich des Mittelfußes oder Zehenfehlstellungen sind gesundheitliche Einschränkungen, die sich optisch und funktionell negativ auswirken.  Für diese und weitere Krankheitsbilder ist die ästhetische Fußchirurgie zuständig.

Ästhetische Fußchirurgie: eine Definition

Die ästhetische Fußchirurgie inkludiert eine Vielzahl möglicher Operationsmethoden. Generell sind alle Behandlungsansätze darauf ausgelegt, die Schäden am Fuß schonend und effektiv zu beheben. Die kosmetische Fußchirurgie bezieht sich auf unterschiedliche Eingriffe, die sich beispielsweise auf Schiefstellungen der Großzehen, Hammerzehen, Narbenbehandlungen oder Schweißfüße fokussieren. Kleinere Therapieversuche beziehen sich auf eingewachsene Zehennägel, Haarentfernungen, Besenreisen oder Hühneraugen.

Erkrankungen am Fuß: die wichtigsten Ursachen

Die ästhetische Fußchirurgie ist ein Trend aus den USA, dem Frauen und Männer gleichermaßen folgen. Auffällige Verformungen oder Fehlstellungen sind Gründe, die Betroffene zu einer Konsultation bei einem Fußchirurgen bewegen. Eine der wichtigsten Ursachen für die Fußverformungen ist das Schuhwerk. Denn häufig sind Schuhe zu spitz, zu hoch oder zu eng. Die Folgen dieser falschen Schuhauswahl gehen an Füßen nicht spurlos vorüber. Neben verkrümmten Zehen bilden sich schmerzende Ballen oder unangenehme Druckstellen heraus.

Die wichtigsten Krankheitsbilder im Überblick

Hallux Valgus

Unter Hallux Valgus versteht man einen Schiefstand der Großzehe. Diese verhältnismäßig häufig auftretende Fußdeformation kann erworben oder erblich bedingt sein. Der schmerzhafte sogenannte Großzehenballen geht von dem zunehmend in den Innenbereich abdriftenden ersten Mittelfußknochen aus. Es entsteht eine Schiefstellung, aufgrund der die Sehnen auf Dauer eine Fehlstellung einnehmen. Es folgen Entzündungen und Verdickungen des Knochens, die häufig eine Fehlstellung des Grundgelenks herbeiführen.

Dornwarzen

Dornwarzen bilden sich an der Fußsohle aufgrund einer viralen Infektion. Durchdringen die Warzen tiefere Hautschichten, klagen Patienten und Patientinnen oft über Schmerzen. Schlagen konservative Methoden wie Laserbehandlungen oder Tinkturen nicht an, schneiden Fachärzte die Dornwarzen im Rahmen der ästhetischen Fußchirurgie heraus. Die OP-Dauer beschränkt sich in diesem Fall auf wenige Minuten.

Zehenverkürzung

Verhältnismäßig lange Zehen schränken den Fuß funktionell und optisch ein. Die zweite Zehe ist am häufigsten von der Überlänge betroffen. Die lange Form der Zehe ist oft angeboren. Eine weitere Ursache sind im Vorfeld durchgeführte nicht gelenkerhaltende Operationen, aufgrund denen die Großzehen anschließend zu lang sind.

Tipp der Redaktion: Operativ stehen mehrere Methoden zur Wahl. Beispielsweise kann ein Operateur ein Stück Knochen aus dem Grundglied des Zehs beseitigen. Bei einer anderen Methode setzt ein Arzt kleine Implantate als Drahtschienung ein.

Zehenverlängerung

Zu kurze Zehen stellen eine funktionelle sowie ästhetische Beeinträchtigung dar. Besonders kritisch sind zu kurze Zehen zu bewerten, wenn diese die Stabilität des Fußes mindern. Die wichtigsten Ursachen dieses Erscheinungsbildes sind wie folgt:
  • genetische Anomalie: beispielsweise Brachymetatarsie, die sich durch Fehlwachstum bzw. ein oder mehrere zu kurze Mittelfußknochen auszeichnet
  • erfolglos verlaufene Operationen für Gelenkamputationen bzw. der Hammerzehe
Normalerweise lassen sich genetisch verursachte Anomalien operativ effektiver korrigieren.

Eingewachsene Nägel

Eingewachsene Nägel – in der Medizin auch als Unguis Incarnatus bekannt – sind ein relativ häufiges Krankheitsbild. Die durch zu enge Schuhe oder falsches Nägelschneiden entstehende Erkrankung hat diese gesundheitlichen Einschränkungen zur Folge:

  • Reizung der Nagelbetthaut
  • schmerzhafte Entzündungen
  • Bildung von Granulationsgewebe, sogenanntem „wildem Fleisch“
  • Bildung von Infektionen (aufgrund von Bakterien)

Morbus Ledderhose

Sinn und Zweck einer Behandlung bei Morbus Ledderhose ist es, das erkrankte Gewebe zu entfernen. Dieses Krankheitsbild gilt als gutartige Erkrankung des Bindegewebes, das sich an der Haut unter den Füßen befindet. Die Krankheit entwickelt sich häufig über viele Jahre und ist durch eine auffällige Knoten- und Strangbildung gekennzeichnet. Im fortgeschrittenen Stadium verursacht Morbus Ledderhose Schmerzen.

Unterspritzung

Eine Unterspritzung mit Eigenfett, Kollagenfillern oder Hyaluronsäure hält bis zu 18 Monate an und kommt in der ästhetischen Fußchirurgie bei diesen Behandlungsfeldern zum Einsatz:

  • Ausgleich eingezogener Narben oder anderer Hautunebenheiten
  • Auffüllung bzw. optische Verjüngung erschlaffter Haut
  • Arthrose
  • Aufpolsterung des Vorfußbereichs (zur Minimierung von Schmerzen beim Laufen)
  • Volumenerweiterung zu dünner oder ungleich geformter Zehen

Arthrose

Arthrose kennzeichnet einen vorzeitigen Gelenkverschleiß. Der Körper verliert schrittweise an dem für die Bewegung erforderlichen Knorpelbelag. Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen sind die Folge. Schrittweise neigt der Körper dazu, das Gelenk stillzulegen. Eine Versteifung setzt ein. Erste konservative Behandlungsmethoden beziehen sich auf eine Ruhigstellung, Verabreichung von Schmerzmitteln oder Hyaluronsäure- bzw. Kortisoninjektionen. Schlagen diese Therapien fehl, wird Arthrose durch folgende chirurgischen Behandlungsmaßnahmen gelindert:

  1. Gelenktoilette (Beseitigung von störendem Gewebe aus dem Gelenk)
  2. Kunstgelenk (künstlicher Ersatz eines Gelenkimplantats)
  3. Arthroplastik (partielle Entfernung von Gelenken, um Knochenreibung zu verringern)
  4. Arthrodese/Versteifung (chirurgische Versteifung eines an Arthrose erkrankten Gelenks)

Krallenzehe/Hammerzehe

Sogenannte Hammerzehen bzw. Krallenzehen sind die Folge eines häufigen Tragens von hochhackigen Schuhen. Das Muskelgleichgewicht ist gestört. Die kleinen Zehen erleiden Fehlstellungen. Die Zehen nehmen nicht nur eine unattraktive Optik ein. Zugleich fördern Krallenzehen die Entstehung von Hühneraugen oder Entzündungen. Schlimmstenfalls legt sich eine Zehe auf benachbarte Zehen. Die Zehen werden überlastet.

Tipp der Redaktion: Bei diesen und vielen anderen Krankheitsbildern des Fußes ist es möglich, die Fehlstellung im Anfangsstadium konservativ zu behandeln. Konservative Behandlungsansätze beschränken sich auf eine regelmäßige Verwendung von Einlagen oder Schienen. Erbringen diese Behandlungen nicht den gewünschten Erfolg, kommt die ästhetische Fußchirurgie zum Einsatz.

Schneiderballen

Der Schneiderballen ist eine der am häufigsten auftretenden Fußdeformitäten. Ist ein Schneiderballen zu Beginn an einer leichten Zeh-Schiefstellung erkennbar, treten im weiteren Krankheitsverlauf Entzündungen sowie Verdickungen des Knochens auf. Die mögliche Folge ist Arthrose. Auch der Schneiderballen kann im Anfangsstadium mit einer konservativen Therapie durch Einlagen oder Schienen behandelt werden. Im fortgeschrittenen Stadium werden kleine Eingriffe an den Sehnen, der Gelenkkapsel oder am Knochen bzw. größere Operationen mit Umstellungen am Knochen durchgeführt.

Zehenverschmälerung

Der Zeitaufwand einer Zehenverschmälerung beträgt etwa 30 Minuten. Dieser Eingriff wird durch einen Facharzt vorgenommen, um an beiden Seiten einer Zehe Gewebe zu beseitigen. Das Resultat ist eine neu erschaffene Kontur des Fußes. In Extremfällen ist es während der Behandlung erforderlich, den Umfang des Zehennagels samt Nagelbett zu verringern.

Syndaktylie

Von einer Syndaktylie ist die Rede, wenn Zehen bzw. Zehenglieder durch Knochen oder die Haut miteinander verbunden sind. Dieses Krankheitsbild basiert entweder auf einer Störung in der embryonalen Entwicklungsphase oder einer Verletzung. Am Fuß verursacht die Syndaktylie normalerweise keine großen funktionellen Beeinträchtigungen. Deshalb ist eine Behandlung eine klassische ästhetische Korrektur. Abhängig vom Grad der Verwachsung, ist eine Trennung der Zehen bei einer knöchernen Syndaktylie nicht in jedem Fall empfehlenswert.

Ganglien

Ein weiteres Behandlungsfeld der ästhetischen Fußchirurgie ist das Ganglion bzw. Überbein. Ein Ganglion ist an einer schmerzhaften und berührungsempfindlichen Geschwulst am Fuß erkennbar, die an der oberflächlichen Sehnenscheide oder der Gelenkkapsel auftritt. Ist das Überbein von außen weder sichtbar noch tastbar, wird die Diagnose wesentlich erschwert. Mediziner bewerten ein Ganglion als einen gutartigen Tumor, der sich gelegentlich spontan zurückbildet.

Hühneraugen

Hühneraugen sind das Resultat eines chronischen dauerhaften Drucks, der auf die Haut in Knochennähe ausgeübt wird. Zumeist bilden sich die Hühneraugen über den Mittelgelenken zwischen der zweiten und fünften Zehe.

Fettabsaugung

Fettabsaugungen werden am Fuß im Bedarfsfall an den Fesseln vorgenommen. Sinn und Zweck des Eingriffs ist es, einen harmonischen Übergang vom Fuß zum Unterschenkel zu erschaffen. Nach der Injektion einer fettlösenden Substanz saugt ein Chirurg die überschüssigen Fettzellen ab.

Schwitzende Füße

Schwitzende Füße, im allgemeinen Sprachgebrauch als „Schweißfuß“ bezeichnet, sind durch übermäßige Schweißabsonderungen charakterisiert. Diese erhöhte Schweißbildung am Fuß ist die Folge einer Überaktivität des vegetativen Nervensystems. Schwitzende Füße schränken Betroffene nicht nur im Alltag ein. Problematisch ist ebenfalls, dass auf der Hornschicht durch die ständige Durchfeuchtung eine erhöhte Gefahr für die Bildung von Fuß- und Nagelpilz besteht.

Narbenkorrekturen

Narbenkorrekturen werden dann vorgenommen, wenn sich nach Operationen oder Unfällen auf der Haut unschöne oder gar schmerzhafte Narben bilden. In der ästhetischen Fußchirurgie werden Korrekturen der Narben durchgeführt, um den Fuß ästhetisch ansprechender zu gestalten.

Die häufigsten Behandlungsmethoden und Tipps zur Nachsorge

In der chirurgischen Praxis ist es gängig, die Füße durch spezielle Schnitte mit feinen Techniken zu bearbeiten. Der Vorteil dieser Behandlungsansätze besteht darin, dass sich nach den Eingriffen so gut wie kein Narbengewebe bildet. Ob der Knochen, die Sehne oder eine Gelenkkapsel während der ästhetischen Fußchirurgie bearbeitet werden, hängt vom individuellen Krankheitsbild ab. Häufig muss ein Operateur Gewebe entfernen. Optional fügt ein Mediziner körpereigene oder körperfremde Materialien hinzu. Um fehlende Ressourcen an Gewebe auszugleichen, ist Hyaluronsäure ein probates Mittel.

Weitere Möglichkeiten beziehen sich auf diese Maßnahmen:

  • Liposuktion (Fettabsaugung)
  • Botoxinjektionen

In der Regel werden die chirurgischen Eingriffe mit lokaler Anästhesie durchgeführt. Bei kleinen Eingriffen reduziert sich die Genesungszeit auf wenige Tage. Die Schonzeit verlängert sich mit dem Umfang der chirurgischen Therapie. Folgende Nachsorgemaßnahmen begünstigen den Heilungsprozess.

  • Hochlagerung des Fußes
  • regelmäßiges Kühlen
  • tragen von Spezialschuhen

Risiken der ästhetischen Fußchirurgie

Auch bei Behandlungsmethoden mit einem rein ästhetischen Ansatz sind Komplikationen und Nebenwirkungen nicht komplett ausgeschlossen. Eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit besteht für folgende Risiken:

  1. Nachblutungen
  2. Blutergüsse
  3. Infektionen
  4. Wundheilungsstörungen

Seltener treten allergische Reaktionen oder Taubheitsgefühle auf.

Die Kosten der ästhetischen Fußchirurgie

Der Kostenumfang ästhetischer fußchirurgischer Behandlungen richtet sich nach dem jeweiligen Krankheitsbild. Kleinere Eingriffe werden mit wenigen hundert Euro abgerechnet. Größere Behandlungen kosten höhere Beträge im vier- oder gar fünfstelligen Bereich.

Vor- und Nachteile

Die ästhetische Fußchirurgie hält zwar einige Nachteile, aber noch mehr Vorteile bereit. Denn die allesamt durch einen Chirurgen durchgeführten Maßnahmen versprechen vor allem einen Pluspunkt: die Lebensqualität betroffener Personen deutlich zu steigern.

Vorteile

  • deutlich verbessertes Wohlgefühl nach erfolgreicher Behandlung
  • unterschiedliche Behandlungsansätze für verschiedene Krankheitsbilder
  • risikoarme Verfahren
  • in meisten Fällen sind wenige Nachsorgemaßnahmen für optimalen Heilungsprozess ausreichend
  • Kostenübernahme bei medizinischer Notwendigkeit

Nachteile

  • partiell deutliche physische Einschränkungen in den ersten Tagen nach der Behandlung
  • keine Kostenübernahme durch Krankenkassen bei rein ästhetischem Eingriff