Bessere Verträglichkeit bei der Eigenfett-Unterspritzung

Der Traum von der ewigen Jugend ist ein Wunsch, der für jeden Menschen utopisch bleibt. Dennoch gibt es in der Schönheitsindustrie zahlreiche Möglichkeiten, dem eigenen Körper zu einem jüngeren Erscheinungsbild zu verhelfen. Viele Cremes oder Vitaminpräparate versprechen der Haut einen strahlenden und glatteren Teint: doch in der Realität lässt der Effekt zumeist zu wünschen übrig. Eine Eigenfettunterspritzung ist hingegen eine Methode, die Falten effizient und dauerhaft glättet, indem der Haut neues Volumen verliehen wird.

Eine Eigenfettunterspritzung: was ist das?

Die Eigenfettunterspritzung, auch als Lipofilling oder Lipotransfer bekannt, hat sich in der Schönheitsmedizin bewährt. Auch im höheren Alter trägt die Behandlungsmethode dazu bei, einen deutlich sichtbaren Volumenaufbau zu gewährleisten und tiefe Falten zu straffen. Bei diesem minimal-invasiven Verfahren der plastisch-ästhetischen Chirurgie wird in erster Linie das Gesicht mit körpereigenem Fett behandelt. Weiterhin können auch andere Körperbereiche im Rahmen der Therapie mit einer Volumenkorrektur aufgewertet werden. Das aus dem eigenen Körper entnommene Eigenfett übernimmt bei der Therapie die Funktion eines Dermal Fillers, das als biologisches Implantat sehr gut vom Organismus angenommen wird.

So läuft eine Eigenfettunterspritzung ab

Im ersten Schritt muss bei einer Faltenunterspritzung mit Eigenfett eigenes Fettgewebe entnommen werden. Diese Entnahme erfolgt im Rahmen einer Liposuktion. Diesen kleinen Eingriff nimmt ein Arzt für geläufig an unauffälligen Körperregionen wie dem Bauch, der Hüfte oder den Oberschenkeln vor. Hierbei steht es Patienten sowie Patientinnen frei, die Liposuktion komplett bei Bewusstsein, unter leichtem Dämmerschlaf oder einer sogenannten Tumeszenz-Lokalanästhesie durchführen zu lassen.

Anschließend bereiten die behandelnden Mediziner das gewonnene körpereigene Material steril auf und injizieren das Körperfett an den gewünschten Körperstellen.

Tipp der Redaktion: Auch bei diesem Behandlungsschritt besteht die Möglichkeit, sich unter Verwendung einer Betäubungscreme leicht anästhesieren zu lassen.

Ist die komplett etwa dreieinhalb Stunden andauernde Behandlung abgeschlossen, massieren die Ärzte die entsprechenden Körperzonen noch einmal zusätzlich. Durch diese Maßnahme wird eine ideale Verteilung des Eigenfetts erreicht. Um Schmerzen sowie Schwellungen auf ein Minimum zu reduzieren, kommen im Anschluss Kälteanwendungen zum Einsatz.

Wann kommt die Behandlung in Betracht?

Eine Eigenfettbehandlung ist eine Form der Faltenunterspritzung, die Patienten ein natürlich wirkendes junges Äußeres verleiht. Die Behandlungsmethode wirkt optisch folgenden Alterserscheinungen entgegen:

  1. schlechtere Hautqualität
  2. Verlust des Volumens der Haut
  3. fortschreitender Alterungsprozess einschließlich erschlaffender Gesichtsstrukturen und Gesichtskonturen.

Die Behandlung mit Körperfett als eigenem Dermal Filler hat sich als eine der wirkungsvollsten Formen der Faltenbehandlung bewährt. Insbesondere im Augen-, Lippen- und Wangenbereich erzielen Mediziner sehr gute Resultate. Als ergänzende Komponente zu einem Facelifting trägt eine Eigenfettunterspritzung zu einem deutlich besseren Hautbild bei, weil ein Facelifting im Gesicht kein zusätzliches Volumen erschafft. Deshalb entscheiden sich viele Patienten für eine Kombination aus Facelifting, Augenlifting sowie Eigenfettunterspritzung. Zudem sind Eigenfettunterspritzungen eine besonders effiziente Methode bei der Beseitigung tiefer Lachfalten, Nasolabialfalten oder Stirnfalten.

Die wichtigsten Anwendungsgebiete im Überblick:

Tipp der Redaktion: Ein anderes bewährtes Verfahren einer Faltenbehandlung ist es, betroffene Körperpartien mit Hyaluronsäure zu unterspritzen.

Wie lange hält der Therapieeffekt an?

Das endgültige Ergebnis einer Eigenfettunterspritzung bleibt für etwa zwei Jahre bestehen. Anschließend besteht auf Wunsch die Möglichkeit, die Eigenfetttherapie erneut durchzuführen.

Tipp der Redaktion: Sind Patienten und Patientinnen nach einer Eigenfettunterspritzung nicht mit dem Ergebnis zufrieden, können sie das Lipofilling etwa vier Wochen nach der ersten Behandlung wiederholen.

Diese Nachsorgemaßnahmen sind erforderlich

In den ersten drei Tagen nach der Injektion ist es wichtig, dass der mit Eigenfett unterspritzte Körperbereich für etwa fünf Minuten pro Tag schonend massiert wird. Diese Massage hilft dabei, den Dermal Filler effizient unter der Haut zu verteilen. Die Hautpflege können Betroffene wie gewohnt handhaben. Zusätzlich zu dieser Nachsorgemaßnahme sollten sich Patienten an diesen medizinischen Ratschlägen orientieren:

  • an ersten vier Tagen nach dem Lipotransfer übermäßige Kälte oder Hitze vermeiden
  • Haut keiner übermäßigen Sonneneinstrahlung aussetzen
  • Verzicht auf sportliche Aktivitäten in der ersten Woche nach der Behandlung
  • keine Saunabesuche in den ersten vier Tagen unternehmen

Mögliche Nebenwirkungen des Lipofillings

Generell hat sich das Lipofilling als verhältnismäßig schmerzarme Methode der plastisch-ästhetischen Chirurgie bewährt. Weil eine Eigenfettunterspritzung stets auf einer kleineren vorhergehenden Fettabsaugung basiert, wird dieser Eingriff von einigen behandelten Personen als unangenehm empfunden. Auf Wunsch wird diese Therapie von Medizinern unter lokaler Betäubungoder Dämmerschlaf vorgenommen.

Tipp der Redaktion: Sind Betroffene besonders schmerzempfindlich, besteht die Möglichkeit, die behandelten Hautbereiche zu anästhesieren. Im Normalfall führen Ärzte die örtliche Betäubung mit Salben oder einer Injektionslösung durch.

Zudem verweisen Schönheitschirurgen auf diese etwaig entstehenden Nebenwirkungen:

  • Blutergüsse an Einstichstellen
  • Schwellungen
  • Infektionen (in extrem seltenen Fällen)

Im Regelfall dauern diese Nebenwirkungen nur wenige Tage an. Nach wenigen Tagen können eventuell auftretende Wunden auf der Haut mit Kosmetikartikeln kaschiert werden.

Kosten der medizinischen Methode

Obwohl Faltenunterspritzungen in den meisten Fällen nur geringe Kosten verursachen, ist der Preis für eine Eigenfettunterspritzung vergleichsweise hoch. Der Grund: zur Durchführung dieses Verfahrens ist im Vorfeld eine Fettabsaugung notwendig. Die Kosten einer Eigenfettunterspritzung betragen etwa 1.500 Euro. Mediziner betonen, dass sich der erhöhte finanzielle Aufwand rentiert. Denn im Vergleich zu anderen Methoden der Faltenunterspritzung hält der Effekt der Eigenfettbehandlung deutlich länger an.

Vor- und Nachteile des Lipotransfers

Das sogenannte Lipofilling bietet viele Vorteile. Der vermutlich größte Pluspunkt ist die komplett auszuschließende Allergiegefahr. Weil die Behandlung mit körpereigenem Gewebe erfolgt, treten mit großer Sicherheit keine allergischen Reaktionen auf. Bei den anderen Vor- und Nachteilen gilt es, diese Aspekte mit Bedacht gegeneinander abzuwägen.

Vorteile

  • verbesserte Hautqualität (Grund für diesen Effekt ist bis heute unerforscht)
  • besitzen Menschen zahlreiche überschüssige Fettzellen, können auch größere Mengen an Eigenfett entnommen werden
  • bei größeren Ressourcen an Eigenfett können auch umfangreiche Eigenfettunterspritzungen durchgeführt werden
  • Infektionsgefahr durch andere Erreger ist weitgehend ausgeschlossen
  • verhältnismäßig unkompliziertes Verfahren

Nachteile

  • Eigenfettentnahme ist kleine Operation
  • um optimales Ergebnis zu erzielen, muss Unterspritzung häufig mehrfach durchgeführt werden
  • für Einlagerung sowie Bearbeitung des entnommenen Körperfetts müssen besondere technische Voraussetzungen bestehen und Vorsichtsmaßnahmen erfüllt werden