Mikrodermabrasion: für ein besseres Hautbild
Unsere Haut ist Tag für Tag besonderen Belastungen ausgesetzt. Eine starke UV-Einstrahlung, sich stetig verändernde klimatische Bedingungen, der Kontakt zu Kosmetika oder Waschsubstanzen jeglicher Art – all diese Komponenten gehen an der Haut nicht spurlos vorüber. Die natürliche Hautbarriere wird strapaziert. Die Hautstruktur verändert oder verschlechtert sich. Diesem Prozess wirkt die Mikrodermabrasion entgegen.

Was ist die Mikrodermabrasion?
Die Mikrodermabrasion ist ein mechanisches Peelingverfahren, das die Hautstruktur aufwertet. Insbesondere Kosmetiker und Dermatologen führen diese Anwendung durch, in der zwei Komponenten aufeinandertreffen. Der Begriff „Mikro“ – in deutscher Sprache als „klein“ übersetzt – kennzeichnet den Umfang der Behandlungsmethode. Die Bezeichnungen „Derma“ sowie „Brasion“ beziehen sich auf die Wörter „Haut“ sowie „schleifen“. Das bedeutet, dass bei einer Mikrodermabrasion Haut in kleinerem Ausmaß abgeschliffen wird. Diese Methode kann generell am ganzen Körper angewendet werden. Dennoch ist das Gesicht die Körperpartie, bei der das Verfahren besonders häufig eingesetzt wird. Die Mikrodermabrasion hat sich als eines der schonendsten Verfahren gegen Fältchen, Narben oder unreine Haut bewährt.
Was bewirkt die Mikrodermabrasion?
Die Wirkungsweise einer Mikrodermabrasion ist sehr komplex. Dieses Verfahren löst im Körper verschiedene Prozesse aus, die allesamt einem verbesserten Erscheinungsbild der Haut zugutekommen.
- Komplett schmerzfreie Entfernung von abgestorbenen Hautzellen
- Aktivierung des Lymphflusses
- Anregung der Neubildung von Hautzellen
- Steigerung der Mikrozirkulation von Zellen (diese begünstigt automatisch den Wiederaufbau einer intakten Hornschicht)
- Auf der Haut aufgetragene Wirkstoffe wirken intensiv ein (führt zu einer Normalisierung der Zellbildung der Haut)
- Stimulierung der Elastanbildung (Haut erscheint frischer und straffer)
All diese Wirkungsweisen sind direkt im Anschluss an die Behandlung ersichtlich. Dennoch sollten Patienten und Patientinnen nach ersten Anwendungen keine Wunder erwarten. Befinden sich Falten oder andere Unebenheiten in tieferen Hautschichten, bedürfen zufriedenstellende Behandlungsergebnisse zumeist mehrerer Anwendungen.
Für wen ist das medizinisch-kosmetische Verfahren geeignet?
Die Mikrodermabrasion eignet sich in erster Linie für alle Betroffenen, die bereits seit längerer Zeit unter Akne oder Aknenarben leiden. Darüber hinaus empfehlen Mediziner und Kosmetiker diese Behandlungsform für Menschen, die Narben, großporige Haut oder trockene Haut aufweisen.
Auch bei der Beseitigung bzw. Linderung von Schwangerschaftsstreifen oder Cellulitis ist die Mikrodermabrasion ein probates Verfahren. Des Weiteren hat sich die Behandlungsform als Anti-Aging-Behandlung bewährt.
Dermatologen sowie Kosmetiker betonen ebenfalls, dass diese Behandlung Pigmentflecken oder andere Farbunterschiede auf der Haut mildert.

Wie funktioniert die Behandlung?
Vorbereitung
Die vorbereitenden Schritte einer Mikrodermabrasion laufen wie folgt ab:
- Analyse der zu behandelnden Haut (einschließlich Struktur und Sensibilität der Haut)
- Sanfte Reinigung als Vorbereitung auf die Behandlung
- Erweiterte intensive Reinigung mit speziellen Produkten für die Haut
- Entfettung der Hautoberfläche
Behandlung
Anschließend wird die Mikrodermabrasion durchgeführt. Bei dieser Behandlung kommen feinste Kristalle zum Einsatz. Diese Methode ist mit dem Sandstrahlenprinzip vergleichbar. Um ein unangenehmes Gefühl zu vermeiden, wird die Haut mit einer lokal betäubenden Salbe behandelt. Bei längeren Sitzen ist bei schmerzempfindlichen Menschen durchaus eine Betäubungsspritze sinnvoll.
Bei einer Mikrodermabrasion im Gesicht setzen Patienten und Patientinnen einen Augenschutz gegen die Kristallsplitter auf. Anschließend wird das Gerät aktiviert.
Das für die Behandlung eingesetzte Schleifgerät besteht aus mehreren Kristallköpfen, die unter Anwendung eines Druckluftsystems auf der Haut aufgesetzt werden. Mit kleinen „Schüssen“ rieseln die feinen Kristalle auf die Haut, um durch dieses Verfahren die oberste Hautschicht abzutragen. Diese der Dermabrasion ähnelnde Methode wird so lange ausgeführt, bis kleine Pünktchen in den Hautporen entstehen.
Dieses Erscheinungsbild kennzeichnet kleinere lokale Blutungen. Bewirken andere Hautbehandlungen jedoch eine deutliche Schuppenbildung, tritt dieser Effekt bei der Mikrodermabrasion nicht ein.
Nachreinigung
Nach der Anwendung wird eine Nachreinigung vorgenommen, bevor spezielle Pflegeprodukte auf die Haut aufgetragen werden können. Die Dauer der Behandlung umfasst – abhängig von der jeweiligen Körperpartie – einen Zeitraum von 30 bis 120 Minuten.
Grundsätzlich sollten Patienten und Patientinnen bedenken, dass eine Mikrodermabrasion regelmäßig wiederholt werden sollte. Erst bei turnusmäßigen Anwendungen dieser Methode werden auf der Haut permanente Ergebnisse erreicht. In Abhängigkeit des jeweiligen Hauttyps sollte das Verfahren im ein- oder zweiwöchigen Rhythmus durchgeführt werden. In einigen Fällen raten Hautexperten sogar zu einer Kur, die mehrere Behandlungen innerhalb einer Woche einschließt. Wie viele Sitzungen letztendlich notwendig sind, hängt maßgeblich von der behandelten Fläche sowie deren Tiefe ab. Bei einer Behandlung einzelner Falten genügen im Regelfall fünf bis sechs Sitzungen. Bei einer Beseitigung tieferer Aknenarben sind acht bis zehn Sitzungen erforderlich,
Interessante Tipps zur Nachsorge
Dermatologen und Kosmetiker raten davon ab, die Haut nach einer Mikrodermabrasion mit fettigen Cremes, Ölen oder Salben zu konfrontieren. Der Nachteil derartiger Produkte besteht darin, eine Verhornung der Haut unnötig zu fördern.
Zudem sind Betroffene nach der Anwendung gut beraten, die Haut effizient vor einer intensiven Sonneneinstrahlung zu schützen. Ein wichtiger Aspekt der Vor- und Nachsorge ist der strikte Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Alkohol wirkt wie ein Blutverdünner, der somit Komplikationen wie Hämatome auslösen kann. Nikotin begünstigt eine Gefäßverengung und behindert aufgrund dieser Wirkungsweise den Heilprozess.
Kosten der Mikrodermabrasion
Es gibt keinen festgelegten Preis für eine Mikrodermabrasions-Behandlung. Die Kosten der Einzelsitzungen hängen maßgeblich vom Aufwand ab. Normalerweise müssen Betroffene pro Sitzung einen Kostenaufwand von 50 bis 100 Euro einplanen.
Vor- und Nachteile der Mikrodermabrasion
Die Mikrodermabrasion ist mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen verbunden. Hierbei gilt es, diese Plus- und Minuspunkte sinnvoll gegeneinander abzuwägen.
Vorteile
- Hautabtragung ist bei dieser Methode regulierbar und kontrollierbar
- Es erfolgt keine einfache Abnahme von Hautschichten. Stärke der Abtragung der Hautschichten hängt von Intensität der Abtragungen sowie Anzahl durchgeführter Behandlungen ab
- Die Haut verhornt sich durch Mikrodermabrasion nicht verstärkt. Vielmehr normalisiert und stabilisiert sich die Talgproduktion der Haut. Dieser Effekt führt auch bei fettiger oder unreiner Haut zu einer effektiven sowie dauerhaften Verbesserung
- Ernstzunehmende Komplikationen wie eine Krustenbildung treten in vergleichbaren Verfahren wie einer Laserbehandlung wesentlich häufiger auf
Nachteile
- Nach einer Mikrodermabrasion kann um sensible Gesichtsbereiche wie den Mund, die Nase und Augen ein unangenehmes Gefühl auftreten
- Es besteht ein gewisses Grundrisiko, eine Allergie gegen die während des Verfahrens verwendeten Kristalle zu entwickeln. Deshalb ist es sinnvoll, die Wirkungsweise der Kristalle vor der ersten Behandlung am Unterarm zu testen
- Eine Behandlung bei zu hoher Intensität führt schlimmstenfalls zu einer Reizung oder gar Schädigung der Haut
Häufige Fragen zum Thema Mikrodermabrasion
Was passiert bei einer Mikrodermabrasion?
Feinste Kristalle rieseln nach dem Prinzip des Sandstrahlens per Druckluft auf die Haut und tragen die oberste Hautschicht ab. Behandelt wird, bis kleine Pünktchen in den Hautporen erscheinen, also lokale Mikroblutungen. Eine Schuppenbildung wie bei anderen Hautbehandlungen tritt dabei nicht auf.
Für wen eignet sich die Behandlung?
Vor allem für Menschen mit Akne oder Aknenarben, mit Narben, großporiger oder trockener Haut. Auch Schwangerschaftsstreifen, Cellulite und Pigmentflecken lassen sich mildern. Daneben hat sich das Verfahren als Anti-Aging-Behandlung bewährt.
Was bewirkt sie in der Haut?
Sie entfernt abgestorbene Hautzellen schmerzfrei, aktiviert den Lymphfluss, regt die Neubildung von Hautzellen an und steigert die Mikrozirkulation, was den Wiederaufbau der Hornschicht begünstigt. Aufgetragene Wirkstoffe dringen anschließend besser ein, und die Elastanbildung wird stimuliert, sodass die Haut straffer wirkt.
Wie viele Sitzungen brauche ich?
Bei einzelnen Falten genügen meist fünf bis sechs Sitzungen, bei tieferen Aknenarben sind acht bis zehn nötig. Je nach Hauttyp wird im ein- oder zweiwöchigen Rhythmus behandelt, manchmal empfehlen Hautexperten eine Kur mit mehreren Behandlungen pro Woche. Eine Sitzung dauert je nach Körperpartie 30 bis 120 Minuten.
Tut die Behandlung weh?
Damit kein unangenehmes Gefühl entsteht, wird die Haut vorher mit einer örtlich betäubenden Salbe behandelt. Bei längeren Sitzungen und schmerzempfindlichen Menschen ist eine Betäubungsspritze sinnvoll. Im Gesicht schützt eine Brille die Augen vor Kristallsplittern.
Was ist nach der Behandlung zu beachten?
Keine fettigen Cremes, Öle oder Salben verwenden, denn sie fördern die Verhornung. Besser sind feuchtigkeitsspendende Pflegemittel. Die Haut sollte vor intensiver Sonne geschützt werden. Alkohol wirkt blutverdünnend und begünstigt Hämatome, Nikotin verengt die Gefäße und behindert die Heilung, beides gehört weggelassen.
Welche Nachteile gibt es?
Um empfindliche Bereiche wie Mund, Nase und Augen kann ein unangenehmes Gefühl auftreten. Es besteht ein Grundrisiko, eine Allergie gegen die verwendeten Kristalle zu entwickeln, deshalb sollte man sie vor der ersten Behandlung am Unterarm testen. Eine zu hohe Intensität kann die Haut reizen oder schädigen.
Was kostet eine Sitzung?
Je nach Aufwand 50 bis 100 Euro pro Sitzung. Einen festgelegten Preis gibt es nicht.