Dermabrasion: für ein besseres Erscheinungsbild der Haut!

Markante optische Merkmale auf der Haut erzeugen bei vielen Betroffenen einen besonders hohen Leidensdruck. Nicht immer ist es möglich, optische Makel mit einfachen Mitteln wie Peelings zu retuschieren. Besteht der Wunsch nach einer dauerhaften Entfernung von bestimmten Hauterscheinungen, ist die Dermabrasion in vielen Fällen eine sinnvolle Option.

Anatomie der Haut

Was bewirkt eine Dermabrasion?

In der ästhetischen Medizin erzielt eine Dermabrasion beeindruckende Behandlungsresultate. Aus kosmetischer sowie medizinischer Sicht trägt das Verfahren zu einer deutlichen Verbesserung des Hautbilds bei Hauterscheinungen wie Fältchen bei. Stark beschädigte Haut erhält eine markante optische Aufwertung.

Weiterhin trägt die Behandlungsmethode zur Wiederherstellung eines feineren und jüngeren Hautbilds bei. Generell erreicht die Dermabrasion im Gesichtsbereich die besten Behandlungsergebnisse. Im Innenbereich von Armen oder Beinen fallen die Veränderungen eher gering aus.

Betroffenen sollte bewusst sein, dass eine Dermabrasion zwar eine optische Aufwertung der Haut erreicht. Dennoch lässt sich der natürliche Hautalterungsprozess durch diesen Eingriff nicht aufhalten.

Tipp der Redaktion: Weil bei einer Dermabrasion ausschließlich oberflächliches Hautgewebe beseitigt wird, besteht die Möglichkeit, die Behandlung bei unzureichendem Resultat zu wiederholen. Dennoch ist nicht immer eine vollständige Beseitigung der störenden Hautfaktoren möglich.

Einzelheiten zu dem medizinischen Verfahren

Um keine Verzögerungen der Blutgerinnung hervorzurufen, sollten Patienten und Patientinnen bereits vor der Dermabrasion auf eine Einnahme von Schlafmitteln, Acetylsalicylsäure sowie Alkohol verzichten. Raucher sollten ihren Nikotinkonsum schon vier Wochen vor dem Eingriff minimieren, um etwaige Wundheilungsstörungen zu vermeiden.

Tipp der Redaktion: Wird die Dermabrasion im Mundbereich durchgeführt und neigen Betroffene zu Lippenherpes, ist eine Herpesprophylaxe im Vorfeld dringend ratsam.

Ähnlich wie bei der Mikrodermabrasion, ist auch für diesen Eingriff in vielen Fällen eine lokale Betäubung empfehlenswert. Wie stark dieses Lokalanästhetikum ist, richtet sich insbesondere nach der Größe des zu behandelnden Befundes. Normalerweise greifen Dermatologen oder Schönheitschirurgen auf eine Betäubungssalbe oder Betäubungsspritze zurück. Nur bei Behandlungen größerer Körperbereiche ist im Einzelfall eine Vollnarkose notwendig. Werden minimale Defekte behoben, ist eine Schmerzausschaltung möglicherweise gar nicht nötig.

Wurde das Anästhetikum verabreicht, wird die oberste Hautschicht mithilfe einer Diamantfräse oder feinen Drahtbürste bis zum Erreichen des sogenannten Stratum Papillare abgetragen. Die Schleiftiefe wird in Abhängigkeit von der Indikation gewählt. Partiell werden Hautschichten abgetragen, bis kleinere Blutungen auftreten. Die Dermabrasion lässt sich unter anderem deshalb sehr gut chirurgisch kontrollieren, weil Haut sowie Behandlungsinstrumente während des Verfahrens gekühlt werden.

Unmittelbar im Anschluss an die Behandlung wird der entsprechende Bereich mit einem Wundverband aus Fettgaze versorgt. Dieses Material wird je nach Bedarf mit einer kortikoidhaltigen Augensalbe bestrichen. Daraufhin sichern die behandelnden Ärzte den Wundverband durch einen elastischen Verband ab.

Dermabrasion vs. Mikrodermabrasion: was ist der Unterschied?

Beide medizinischen Verfahren vereinen wichtige Gemeinsamkeiten. Denn bei beiden Methoden werden obere Hautschichten abgeschliffen. Der deutliche Unterschied zwischen den Vorgehensweisen besteht jedoch in dem Umfang, der bei der Dermabrasion deutlich ausgeprägter ist.

Werden bei einer Behandlung von Hautbildern wie Cellulite bei einer Mikrodermabrasion nur kleinere Maßnahmen vorgenommen, wird die Dermabrasion einschneidenden operativen Methoden zugeordnet. Aus dem Grund ist es insbesondere bei einer Dermabrasion wichtig, diese Behandlung durch einen erfahrenen Dermatologen oder Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie durchführen zu lassen.

Informationen zur Nachsorge der Dermabrasion

Nach der Dermabrasion können Krusten auftreten, die jedoch von allein abfallen. Zusätzlich behandeln Mediziner die betroffenen Hautstellen mit Salbe, um einer etwaigen Narbenbildung sowie dem Austrocknen der Wunde vorzubeugen.

Mediziner raten für einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten dringend von der Einnahme oraler Kontrarezeptiva ab. Über den gleichen Zeitraum ist intensive Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Preise der Dermabrasion im Überblick

Es gibt keinen Einheitspreis für eine Dermabrasion. Ein ausschlaggebender Faktor für die Höhe der Kosten ist der Umfang, auf den sich die Behandlung erstreckt. Zusätzlich spielen Komponenten wie die Wahl eines geeigneten Anästhetikums eine wichtige Rolle. Beschränkt sich die Dermabrasion beispielsweise auf das gesamte Gesicht, müssen Betroffene mit einem Kostenaufwand von 1.500 bis 2.000 Euro rechnen.

Ist die Behandlung kosmetischer Natur, übernehmen Krankenkassen die Kosten für das Verfahren nicht. Liegt jedoch eine medizinische Indikation vor, die mit gesundheitlichen Einschränkungen verbunden ist, erklären sich Krankenkassen im Normalfall zu einer Kostenübernahme bereit.

Für welche Patienten ist die Dermabrasion empfehlenswert?

Dermabrasion eignet sich für vielfältige Erscheinungsformen oder Erkrankungen der Haut. Generell wird das Verfahren für diese Zwecke eingesetzt:

  1. Narbenbildung nach unfallbedingter Verletzung (eventuell mit anschließendem Peeling für atrophe Narben)
  2. Akne Narben ("ausgebrannte" Akne - Acne Vulgaris)
  3. Elastizitätsverlust der Haut aufgrund Lichtschädigung (Faltenbehandlung mit beabsichtigter Hautverjüngung)
  4. Solare Lentigines (durch Sonneneinstrahlung entstandene aktinische Pigmentierungen) am Handrücken oder im Gesichtsbereich
  5. Syringome (gutartige Tumoren an Schweißdrüsenausführungsgängen)
  6. Rhinophym (knollenartige Verdickungen an der Nase, die auf ein verstärktes Gewebewachstum der Talgdrüsen zurückzuführen sind)
  7. Kongenitaler Nävus (seit der Geburt bestehende bräunliche gutartige Pigmentierungsstörungen auf der Haut)
  8. Morbus Bourneville-Pringle (tuberöse Sklerose, die beispielsweise zu Hautstörungen führt)
  9. Pseudoxanthoma Elasticum (starke Schädigung elastischer Fasern der Haut)
  10. Entfernung von Fremdkörpereinsprengungen
  11. Beseitigung von Tätowierungen (in seltenen Fällen)

Risiken der Methode

Obwohl die Dermabrasion generell als relativ risikofreie operative Methode gilt, sind Komplikationen durch die Behandlung nicht gänzlich auszuschließen. Allerdings werden diese Risiken minimiert, wenn sich Patienten und Patientinnen auch nach der Behandlung an die Vorgaben der Mediziner halten und einen kompetenten Arzt auswählen. Die Dermabrasion beinhaltet folgende Komplikationen:

  1. Ursprünglicher Befund wird bei zu geringer Behandlungstiefe nicht komplett beseitigt
  2. Beeinträchtigung von tieferen Gewebeschichten der Haut bei zu starkem Abschleifen (einschließlich Narbenbildung oder Rötung)
  3. Überschießende Narben (bei bestehender Wundheilungsstörung)
  4. Pigmentverschiebungen
  5. Zystenbildung bei Verschluss der Ausführungsgänge der Hautdrüsen durch die Behandlung
  6. Blutungen, Nachblutungen, Nervendurchtrennungen
  7. Erhöhte Infektionsgefahr

Wer führt eine Dermabrasion durch?

Die Arztwahl sollte bei einer geplanten Dermabrasion gut durchdacht sein. Denn diese Behandlung ist ein größerer Eingriff in den Körper, den garantiert ein erfahrener und versierter Mediziner durchführen sollte. Eine mögliche Option sind Dermatologen, die dieses Verfahren anbieten. Auch plastische Chirurgen oder Schönheitschirurg sind vertrauenswürdige Ansprechpartner. Doch nicht jeder Arzt, der sich als Schönheitschirurg ausgibt, kommt für die Behandlung in Frage.

Tipp der Redaktion: Der Begriff „Schönheitschirurg“ ist juristisch nicht geschützt. Betroffene sollten sich unbedingt an einen Mediziner wenden, der als Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie oder als Facharzt für plastische Chirurgie agiert. Wer diesen Titel trägt und Vereinigungen wie der Fachgesellschaft der plastischen Chirurgen angehört, verfügt über die nötige Ausbildung und kann eine Dermabrasion durchführen.

Vor- und Nachteile der Behandlung

Die Dermabrasion ist ein medizinischer Eingriff, der durch unterschiedliche Vor- und Nachteile gekennzeichnet ist.

Vorteile

  1. Gute Behandlungserfolge (zumeist bereits nach einer Sitzung)
  2. Geringe Risiken
  3. Keine längeren Ausfallzeiten betroffener Personen nach der Behandlung

Nachteile

  1. Verhältnismäßig hoher Kostenaufwand
  2. Einschneidende operative Methode (schmerzhaft)
  3. Ersetzt keine Verjüngungskuren wie Botoxinjektionen etc.