Ohren anlegen lassen: Methoden, Risiken und Kosten im Überblick

Jeder Mensch ist individuell. So verschieden, wie jeder einzelne Mensch ist, so unterschiedlich ist auch sein Äußeres. Trotz dieser kleinen, aber feinen Unterschiede gibt es ein Schönheitsideal, das viele Männer und Frauen anstreben. Zu dieser Idealvorstellung gehört beispielsweise auch ein perfekt geformtes Ohr, das in seiner Form, Position oder Größe bestimmte Anforderungen erfüllen sollte. Liegt dieser Fall nicht vor, sind Betroffene – insbesondere im Kindesalter – häufig unschönen Hänseleien ausgesetzt. Viele Personen oder Eltern betroffener Kinder sehen sich veranlasst, die Ohren anlegen zu lassen. Doch auch im Erwachsenenalter kommt der Eingriff für spezielle Personengruppen in Betracht: beispielsweise dann, wenn ein stetiges Tragen von Ohrenschmuck zu einer Veränderung der Form dieses Sinnesorgans führt.

Abstehende Ohren und ihre Ursachen

Ursachen für abstehende Ohren sind unterschiedlicher Natur. Im Regelfall basieren abstehende Ohren auf drei verschiedenen Gründen.

  1. abweichende Größen und Formen von Ohrläppchen
  2. nicht vorhandene Anthelixfalte: Ohrmuschel ist unvollständig geformt
  3. übermäßig stark ausgeprägte Ohrmuschel bzw. Concha Concha Auricularis: talähnliche Struktur am Außenohreingang, führt zu größerem Abstand zwischen Ohrmuschel sowie Schädelknochen

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Abstehende oder zu große Ohren sind ein optisches Problem, das bei Betroffenen schlimmstenfalls Minderwertigkeitskomplexe oder andere psychische Probleme auslöst. Möchten Eltern ihren Kindern unangenehme Hänseleien aufgrund abstehender Ohren durch andere Kinder ersparen, entscheiden sich viele Mütter und Väter bereits im Kindesalter ihres Nachwuchses für diese medizinische Maßnahme. Das beste Alter ist nach gängiger Meinung vieler Ärzte das Vorschulalter. Stehen der möglichen psychischen Belastung nur geringe gesundheitliche Risiken gegenüber, raten Mediziner Kindern deutlich zu dieser Maßnahme.

Tipp der Redaktion: Theoretisch ist das Anlegen der Ohren bereits nach dem vierten Lebensjahr möglich. In diesem Alter ist das Knorpelgewebe des Ohres normalerweise ausgewachsen.

Generell spricht nichts dagegen, auch im Erwachsenenalter die Ohren anlegen zu lassen. Für viele betroffene Frauen ist dieser Eingriff wie ein Befreiungsschlag. Denn nach der Operation können sich zahlreiche Betroffene vermutlich das erste Mal in ihrem Leben trauen, eine Kurzhaarfrisur oder Ohrschmuck zu tragen. Allerdings weichen OPs für Erwachsene in einigen Details von denen für Kinder ab.

Darauf sollten Patienten vor und nach der Operation achten

Eine Woche vor der Behandlung ist es erforderlich, dass Patienten und Patientinnen auf blutverdünnende Arzneimittel verzichten. Aus dem Grund sollten Betroffene beispielsweise von Pharmazeutika wie Aspirin Abstand nehmen.

Unmittelbar nach der Operation erhalten behandelte Personen einen Kopfverband, den sie in den ersten Tagen nach der Therapie tragen sollten. Dieser Verband ist wichtig, um den Wundheilungsprozess der Ohren zu begünstigen. Nach etwa zehn Tagen entfernen die behandelnden Ärzte die Fäden.

Tipp der Redaktion: Nach dem Ohren anlegen besteht ein erhöhtes Risiko dafür, dass die Ohren im Schlaf abknicken. Deshalb ist es vor allem während des Schlafens wichtig, innerhalb der ersten drei Wochen nach der Operation ein Stirnband zu tragen.

Bis zu vier Wochen nach der Behandlung sollten Betroffene unbedingt von anstrengenden körperlichen Aktivitäten wie Sport absehen. Etwaige Sensibilitätsstörungen des Ohrenbereichs sollten einige Wochen nach der Therapie der Vergangenheit angehören.

Informationen zur Operation

Bei Erwachsenen wird die Korrektur der Ohren im Normalfall unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Bei einer Behandlung von Kindern entscheiden sich die Fachärzte zumeist für eine Vollnarkose. Ausschlaggebende Aspekte für die gewählte Operationstechnik sind folgende Faktoren:

  1. Beschaffenheit des Ohrknorpels
  2. individueller Ausgangszustand der Patienten sowie Patientinnen

Haben Patient sowie Arzt in einem Vorgespräch die möglichen Resultate sowie etwaig bestehende Risiken besprochen, wird die Ohrenkorrektur normalerweise über einen Schnitt an der Ohrmuschel durchgeführt. Nachdem ein Mediziner den Ohrknorpel freigelegt hat, formt dieser den Teil des Ohres anschließend neu. Abweichungen zwischen der Höhe, Neigung sowie der Breite der Ohrmuschel bestehen von Patient zu Patient. Haben Ärzte die gewünschte Formgebung erreicht, wird das Ohr mithilfe von Nähten fixiert. Hierbei achten behandelnde Mediziner darauf, dass nach der operativen Behandlung keinerlei Narben ersichtlich sind. Es ist gängig, dass ein Arzt den Schnitt auf der Rückseite der Ohrmuschel setzt und dieser aufgrund dieser Positionierung nicht von außen sichtbar ist. Dieses Verfahren bezeichnen Mediziner auch als Fadenmethode oder Falttechnik. Der Vorteil dieser Therapieform besteht darin, dass Segelohren durch eine minimal-invasive Technik wieder angelegt werden.

Ohren anlegen, Schema

Wie lange dauert der Eingriff?

Normalerweise dauert es etwa eineinhalb Stunden, um die Ohren operativ anzulegen. Im Regelfall ist nach dem Eingriff kein stationärer Aufenthalt erforderlich. Deshalb ist es üblich, dass Patienten die Klinik wenige Stunden nach dem Eingriff wieder verlassen können.

Risiken der Ohrenkorrektur

Obwohl die Ohrenkorrektur generell als verhältnismäßig risikoarme medizinische Maßnahme gilt, können einige Komplikationen nicht komplett ausgeschlossen werden. Das gilt zum Beispiel für diese gesundheitlichen Probleme:

  • Schwellungen
  • Nachblutungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Empfindungsstörungen
  • Taubheitsgefühle
  • Bildung überschießender Narben
  • Nekrose (absterbendes Gewebe)
  • asymmetrisches Erscheinungsbild

Treten Probleme wie Schwellungen oder Empfindungsstörungen nach dem Ohren anlegen vergleichsweise häufig auf, sind eine Bildung überschießender Narben oder eine Nekrose eher die Ausnahme.

Tipp der Redaktion: Sämtliche Risiken lassen sich effektiv minimieren, indem Patienten den behandelnden Arzt mit Bedacht auswählen. Deshalb ist es dringend ratsam, einen erfahrenen und kompetenten Mediziner zu konsultieren.

Kosten der Ohrenkorrektur

Es gibt keinen Pauschalpreis für die Ohrkorrektur. Deutliche Unterschiede zwischen den Behandlungskosten sind üblich. Dadurch ergibt sich ein finanzieller Spielraum von etwa 1.500 Euro. Denn veranschlagen einige Mediziner für eine Operation zum Anlegen der Ohren einen Preis von 2.000 Euro, stellen andere Ärzte bis zu 3.500 Euro in Rechnung.

Wer trägt die Kosten für die Behandlung?

Es gibt keine allgemeingültige Regelung für die Kostenübernahme dieser Ohrenkorrektur. Da das Anlegen der Ohren eigentlich eine klassische ästhetische Operation ist, müssen Erwachsene die Behandlungskosten in jedem Fall selbst tragen. Eine andere Regelung liegt für Kinder bis zu 14 Jahren vor, für welche Krankenversicherungen die Kosten je nach Schweregrad partiell oder komplett übernehmen. Einziges Manko: damit Krankenkassen die Kosten für Kinder begleichen, fordern einige Dienstleister ein psychologisch geprüftes Gutachten ein, das eine psychische Beeinträchtigung aufgrund der abstehenden Ohren attestiert. Deshalb ist es wichtig, sich im Vorfeld über die Bedingungen der einzelnen Krankenversicherungen zu informieren

Welche Ärzte nehmen die Therapie vor?

Patienten stehen unterschiedliche Ärzte zur Wahl, die allesamt darauf spezialisiert sind, Ohren operativ anzulegen. An diese Fachärzte können sich Betroffene vertrauensvoll wenden:

  • Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
  • Facharzt für plastische Chirurgie
  • Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie

All diese Mediziner haben neben einem medizinischen Grundstudium eine langjährige Ausbildung zum Facharzt absolviert. Der durch das Studium erworbene Abschluss berechtigt die Ärzte, die Ohrenkorrektur vorzunehmen. Eine einfache Titulierung als „Schönheitschirurg“ sollte nicht als Anhaltspunkt für mögliche Patienten dienen. Weil diese Bezeichnung rechtlich nicht geschützt ist, ist der Terminus kein Indiz für erforderliche medizinische Kompetenzen.

Vor- und Nachteile des medizinischen Verfahrens

Wer an einer Ohrenfehlstellung leidet, profitiert von der medizinischen Behandlung. Denn der Effekt des Eingriffs dauert ein Leben lang an und ermöglicht eine deutlich verbesserte Lebensqualität. Doch es gibt auch einige Aspekte, die gegen das Verfahren sprechen.

Vorteile

  • lebenslange Wirkung der Behandlung
  • bei medizinischer Notwendigkeit tragen Krankenversicherungen normalerweise die Kosten
  • Therapie wird ambulant durchgeführt
  • kleiner Eingriff mit großer optischer Wirkung

Nachteile

  • Nachsorge-intensive Behandlung
  • es können verhältnismäßig viele Risiken auftreten