Lippenvergrößerung

Eine Lippenvergrößerung für einen sinnlichen Mund

Anwendungsgebiete der Lippenvergrößerung

Lippenkorrekturen, die die Lippen praller und symmetrischer erscheinen lassen, werden in der plastisch-ästhetischen Chirurgie immer häufiger durchgeführt. Zahlreiche Frauen wünschen sich eine fülligere Lippenform, denn die meisten Personen besitzen von Natur aus eher schmalere Lippen. Wer sich mit einem Lippenstift oder Permanent Make-Up jedoch nicht zufrieden gibt, sollte sich chirurgischer Maßnahmen bedienen. Für diese Behandlungen sind Fachärzte für plastische Chirurgie, Fachärzte für plastisch-ästhetische Chirurgie oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen die richtigen Kontaktpersonen.

Müssen Patienten für diese Lippenkorrektur bestimmte Voraussetzungen erfüllen?

Statistiken belegen, dass zunehmend Frauen mittleren Alters ihre Lippen vergrößern lassen. Diese Entwicklung ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass das Lippenvolumen bei vielen Menschen in steigendem Alter abnimmt. Grundsätzlich ist es aber bei Männer und Frauen jedes Lebensalters möglich, eine Lippenmodellierung vornehmen zu lassen. Eine wichtige Voraussetzung ist es, dass Patienten sowie Patientinnen eine realistische Vorstellung von dem Behandlungsergebnis haben.

Tipp der Redaktion: Eine Lippenvergrößerung ist nur von den Personen in Erwägung zu ziehen, die sich in einer guten physischen und psychischen Verfassung befinden.

Wichtige vorbereitende Maßnahmen für die Lippenvergrößerung

Damit die Lippenkorrektur – der medizinische Terminus lautet „Cheiloplastik“ – positiv verläuft, müssen Patienten in Vorbereitung auf den Eingriff einige wichtige Maßnahmen einleiten. Diese Vorbereitungen tragen unmittelbar zu einem optimalen Heilungsverlauf der behandelten Körperpartie bei:

  1. Bis zu zwei Wochen vor der Vergrößerung der Lippen ist ein strikter Verzicht auf Alkohol sowie blutverdünnende Arzneimittel gewünscht, die Acetylsalicylsäure enthalten.
  2. Patienten sollten kein Nikotin einnehmen. Der Genuss von Zigaretten kann die Wundheilung massiv beeinträchtigen.

Unterschiedliche Methoden der Lippenvergrößerung

Damit die Lippen symmetrischer und praller wirken, stehen in der plastisch-ästhetischen Medizin unterschiedliche Methoden zur Wahl. Die einzelnen Verfahrensweisen bedürfen bestimmter Voraussetzungen und sind an verschiedene Besonderheiten gebunden.

Injektionen

Injektionen zur Lippenvergrößerung gewinnen in der plastisch-ästhetischen Chirurgie zunehmend an Bedeutung. Denn diese Behandlungen sind nicht nur weniger kostenintensiv, sondern auch besonders sicher und unkompliziert. Diese Methode erlebt einen deutlichen Aufwärtstrend. Denn nach einer einfachen Unterspritzung erhalten Lippen ein größeres Volumen. Hierbei entspricht das vergrößerte Volumen der Lippen – mit Ausnahme von Silikon – der Menge des Füllmittels.

Das medizinische Verfahren wird unter lokaler Betäubung realisiert und dauert ungefähr eine Stunde an. Damit die Lippenvergrößerung nach dem Aufspritzen dauerhaft anhält, müssen Patienten die Behandlung aller sechs bis zwölf Monate wiederholen. Mediziner unterscheiden zwischen körpereigenen sowie körperfremden Materialien.

Injektionsbehandlungen zur Lippenvergrößerung: die wichtigsten Materialien im Überblick

Um eine Lippenvergrößerung per Injektion zu bewirken, stehen Fachärzten verschiedene Materialien zur Wahl. Körpereigene Materialien zeichnen sich durch ihre gute Verträglichkeit aus und werden beispielsweise in Form von Eigenfett oder Bindegewebe verwendet. Die Allergiegefahr ist bei körperfremden Substanzen wie Silikon oder tierischem Bindegewebe zwar größer. Dafür hält der Volumeneffekt bei diesen Materialien zumeist länger an.

Tipp der Redaktion: Obwohl alle für Injektionsbehandlungen genutzte Materialien eine Vergrößerung der Lippen bewirken, variiert deren Haltbarkeitsintervall von einigen Jahren bis hin zu einigen Monaten. Lässt der Volumeneffekt nach, muss die Therapie wiederholt werden.

Eigenfett

Eine medizinische Anwendung mit Eigenfett ist unter den Injektionsbehandlungen zur Lippenvergrößerung die kosten- und zeitaufwendigste Methode. Dieses Verfahren beansprucht etwa zwei Stunden und ist in folgende Schritte unterteilt:

  • Das Körperfett wird an anderer Stelle des Körpers der behandelten Person entnommen, beispielsweise am Bauch oder den Oberschenkeln.
  • Anschließend wird das Eigenfett im Labor fachgerecht aufbereitet.
  • Im nächsten Schritt können Ärzte das Fett in die Lippenpartie aufspritzen.

Ein Nachteil der Eigenfetttherapie besteht darin, dass das Material von den meisten Menschen relativ schnell wieder abgebaut wird. Der Volumeneffekt dauert normalerweise nur wenige Monate an.

Bindegewebe

Körpereigenes Bindegewebe ist ein weiteres natürliches Material für eine Lippenvergrößerung. Es ist nicht ausgeschlossen, diese Substanz mit fremdem Bindegewebe zu vermengen.

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist ein biotechnologisch produziertes Präparat, das aufgrund seiner weichen Konsistenz sehr leicht gespritzt werden kann. Doch auch der Volumeneffekt dieser Substanz hält nicht lange an.

Kollagen

Kollagen ist ein aus Rindern gewonnener Wirkstoff, der dank seiner soften Eigenschaften auch sehr leicht unterspritzt werden kann. Weil Kollagen aus tierischem Bindegewebe gewonnen wird, ist das Risiko einer Allergiebildung vorhanden.

Poly-Milchsäure

Die körpereigene Substanz Poly-Milchsäure wird vollsynthetisch hergestellt. Ein Pluspunkt dieses Materials ist die vergleichsweise lange Wirkungszeit von etwa einem Jahr. Allerdings muss die Injektionsbehandlung nach erstmaliger Anwendung nach ein bis zwei Monaten noch einmal wiederholt werden, damit sich dieser Effekt einstellt.

Silikon/Kunststoff

Eine Lippenvergrößerung mit körperfremden Materialien wird mit Silikon oder Kunststoff vorgenommen. Silikonöl wird über eine hauchdünne Nadel injiziert. Weil sich der Wirkstoff erst nach kurzer Wartezeit aufpolstert, ist der vergrößernde Effekt auf die Lippen nicht unmittelbar im Anschluss an die Behandlung sichtbar. Eine Implantation von Kunststoff erfolgt über einen kleinen Schnitt in der Lippe.

Tipp der Redaktion: Stößt der Körper diese „Fremdkörper“ ab, ist es die Aufgabe von Medizinern, die Materialien wieder aus dem Körper zu beseitigen.

Hinweise zur postoperativen Pflege einer Lippenvergrößerung

Um einen optimalen Heilungsverlauf zu gewährleisten, ist eine sorgfältige Nachsorge der behandelten Mundpartie unerlässlich. Damit sich die Lippen schnell von dem Eingriff regenerieren, sollten Betroffene diese Nachsorgemaßnahmen beherzigen:

1.    sportliche Aktivitäten und körperliche Anstrengungen in den ersten zwei Wochen nach der Therapie unterlassen
2.    starkes Kauen und Redebewegungen in den ersten Tagen nach der Lippenvergrößerung auf ein Minimum beschränken
3.    regelmäßiges Kühlen der behandelten Gesichtspartie

Risiken der Lippenvergrößerung

Insofern die Lippenvergrößerung von einem erfahrenen Facharzt für plastische Chirurgie oder für plastisch-ästhetische Chirurgie durchgeführt wird, sind die Risiken des Eingriffs relativ gering. Nimmt ein unerfahrener Mediziner den Eingriff vor, sind folgende Komplikationen nicht ausgeschlossen:

  • Lippen nehmen schiefe Form ein
  • Bildung von Dellen oder Verhärtungen
  • unnatürlich wirkende Lippenform aufgrund eines falsch injizierten Materials

Zusätzlich besteht ein gewisses Grundrisiko für diese Komplikationen:

  • Allergien (beispielsweise gegen Narkose- und Betäubungsmittel)
  • Unverträglichkeiten (gegen verabreichte Pharmazeutika oder Verbandmaterialien)
  • Abstoßungsreaktion (gegen implantierte Materialien)
  • Blutungsstörungen
  • Schwellungen
  • Rötungen
  • Essbeschwerden (erschwertes Kauen und Trinken aufgrund des behandelten Mundbereichs)
  • Infektionen
  • Wundheilungsstörungen
  • Taubheitsgefühl

Kosten einer Lippenvergrößerung

Die Höhe der Kosten hängt maßgeblich von der gewählten Methode einer Lippenvergrößerung ab. Mit Ausnahme der Eigenfettbehandlung schlagen Injektionsbehandlungen mit dem geringsten Finanzaufwand zu Buche. Diese medizinischen Verfahren bieten einige Ärzte bereits zu Preisen ab 250 Euro an.

Wer die Lippenkorrektur hingegen chirurgisch vornehmen lassen möchte, muss in die Behandlung wesentlich mehr Geld investieren. Preise von 1.200 bis etwa 2.000 Euro entsprechen bei diesen Therapieformen den üblichen Marktverhältnissen. Wird die Lippenvergrößerung aus kosmetischen Gründen gewünscht, erklären sich Krankenversicherungen nicht zur Kostenübernahme bereit. Nur in den Ausnahmefällen, in denen die Lippenkorrektur auf einer medizinischen Indikation basiert, tragen private und gesetzliche Krankenkassen die Kosten. In diesen Fällen ist es unerlässlich, sich vor Behandlungsbeginn das Einverständnis der Krankenversicherungen für die Übernahme der Finanzaufwendungen einzuholen.

Vor- und Nachteile der Lippenvergrößerung

Eine Lippenvergrößerung ist zwar ein vergleichsweise kleiner Eingriff. Dennoch ist die Wirkung dieser Behandlung nicht zu übersehen. Diese Tatsache ist bei erfolgreichem Behandlungsverlauf ein deutlicher Vorteil. Bringt die Vergrößerung der Lippen nicht die erwünschten Erfolge, schlägt dieser Vorteil jedoch ins Gegenteil um.

Vorteile

  • kleiner Eingriff mit großer Wirkung
  • große Auswahlmöglichkeiten aus mehreren Behandlungsmethoden
  • überschaubarer Kostenansatz für Behandlung
  • Nachsorgemaßnahmen sind auf ein Minimum begrenzt

Nachteile

  • Krankenversicherungen tragen Behandlungskosten nur im Ausnahmefall
  • Behandlungserfolg steht und fällt mit der Wahl des Kosmetikers bzw. Arztes
  • Verfahren ist mit relativ vielen Risiken verbunden
  • die meisten Behandlungsmethoden erbringen keinen dauerhaften Erfolg