Gynäkomastie: Wege, um einen Männerbusen zu straffen

Die Gynäkomastie – auch als Männerbusen bezeichnet – ist eine gutartige Veränderung der Brustdrüse eines Mannes. Die dadurch entstehende Männerbrust ist zwar mit keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden. Erinnert die männliche Brust jedoch zu stark an den weiblichen Busen, ist das Wohlgefühl betroffener Personen häufig deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Erste Maßnahmen wie Sport oder eine gezielte Ernährung können das Problem dämmen. Schlagen all diese Maßnahmen fehl, betrachten Männer eine Gynäkomastie-Operation häufig als einzigen Ausweg.

Formen des Männerbusens

Die Herausbildung eines Männerbusens ist auf zwei verschiedene Ursachen zurückzuführen. Liegt eine sogenannte echte Gynäkomastie vor, sind vergrößerte Drüsen der ausschlaggebende Grund für die vergrößerte Männerbrust. Dieses Erscheinungsbild ist in der Regel hormonell bedingt und in den meisten Fällen auf einen Mangel an männlichen Hormonen zurückzuführen. Andere Ursachen für diese Art des Männerbusens sind ein übermäßiger Alkoholkonsum, Leberzirrhose oder eine regelmäßige Einnahme von Anabolika oder anderen bestimmten Medikamenten.

Ein anderer Fall liegt bei der Pseudogynäkomastie vor, die auch als Lipomastie bezeichnet wird. Bei diesem Erscheinungsbild wird das Brustwachstum durch das Fettgewebe beeinflusst. Abhängig von den jeweiligen Symptomen, verwenden Fachärzte bei einer Straffung des Männerbusens unterschiedliche Methoden.

Vor- und Nachsorgemaßnahmen bei einer Straffung des Männerbusens

Bevor sich betroffene Personen ihren Männerbusen straffen lassen, sollten sie ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt durchführen. In diesem Gespräch werden die persönliche Vorgeschichte der Patienten sowie deren Erwartungen an die Behandlung thematisiert. Das Beratungsgespräch inkludiert eine körperliche Untersuchung, bei der in Abhängigkeit der Anamnese die Hoden sowie Brust- und Oberbauchregion untersucht werden. In einzelnen Fällen ist es sogar ratsam, eine Mammografie durchzuführen. Ein weiterer Bestandteil der Untersuchung ist bei einer hormonell verursachten Gynäkomastie eine Blutabnahme. Diese Auswertung dient der Bestimmung der Leber- sowie Hormonwerte. Zwei Wochen vor der Operation sollten Patienten folgende Maßnahmen einleiten:

  • kompletter Verzicht auf Nikotin (Vermeidung von Durchblutungsstörungen)
  • Verzicht auf Alkohol
  • keine Einnahme von blutgerinnungshemmenden Schmerzmitteln oder den Schlaf beeinflussenden Pharmazeutika

Bei der Nachsorge sollten Patienten bedenken, dass vom Arzt empfohlene Verhaltensempfehlungen den Heilungsprozess positiv beeinflussen. Deshalb ist es beispielsweise erforderlich, körperliche Aktivitäten in den ersten zwei bis drei Tagen nach der Operation auf ein Minimum zu beschränken. Folgende Nachsorgehinweise tragen positiv zum Heilungsverlauf bei:

  • leichte körperliche Betätigungen erst nach zwei bis drei Tagen wieder aufnehmen
  • Verzicht auf sportliche Aktivitäten für ungefähr vier Wochen
  • Vermeidung von direktem Sonnenlicht in den ersten sechs Monaten (prophylaktische Maßnahme gegen Pigmentstörungen)

Unmittelbar nach der OP zur Straffung der Männerbrust legt der behandelnde Arzt einen elastischen Kompressionsverband an, der die Wundheilung sowie die Hautschrumpfung begünstigt. Diesen Verband sollten operierte Männer für einige Wochen nach der Behandlung konsequent tragen. Um die Brustmuskulatur zu stärken, ist ein schrittweiser Muskelaufbau nach kompletter Genesungszeit empfehlenswert. Gekräftigte Muskeln wirken einem erneuten Aufbau von Fettgewebe im Brustbereich entgegen.

Der Verfahrensablauf der Behandlung

Abhängig von den persönlichen Wünschen der Patienten sowie dem Umfang des Eingriffs, wird die Operation entweder im Dämmerschlaf, unter Vollnarkose oder mit örtlicher Anästhesie vorgenommen. Fällt die Wahl auf eine lokale Betäubung, erhalten die Männer eine intravenöse Injektion oder eine Tablette. Der Vorteil einer Behandlung im Dämmerschlaf ist es, dass der behandelte Mann zwar schmerzunempfindlich, aber dennoch wach ist. Treten während der OP keine Komplikationen auf, dauert die chirurgische Therapie eineinhalb bis zwei Stunden an. Welche Methode die Mediziner anwenden, wird durch das Ausmaß der Brustform sowie der Form der Entstehung des Männerbusens festgelegt.

Echte Gynäkomastie

Liegt eine echte Gynäkomastie vor, straffen Fachärzte das Brustgewebe im Regelfall über einen kleineren chirurgischen Eingriff. An einem Rand der Brustwarze nehmen Mediziner einen kleinen Schnitt vor, über den das Körperfett oder anderes überschüssiges organisches Gewebe wie Drüsengewebe entnommen wird. Im Anschluss an die Operation müssen sich Männer häufig einer hormonellen Therapie unterziehen, damit sich die Brust nicht wieder vergrößert.

Pseudogynäkomastie bzw. Lipomastie

Liegt eine Pseudogynäkomastie mit kleinem oder mittlerem Ausprägungsgrad vor, nimmt ein Facharzt für die Bruststraffung für gewöhnlich eine Fettabsaugungvor. Diese Behandlung läuft in folgenden Schritten ab:

  1. Der Mediziner nimmt eine kleine Öffnung am seitlichen Rand des Brustmuskels vor.
  2. In diese Öffnung wird eine Flüssigkeit injiziert, um die Fettzellen aufzuschwemmen.
  3. Mithilfe einer dünnen Kanüle saugt ein Chirurg das überschüssige Gewebe sowie die Fettzellen ab.

In einigen Fällen ist es bei einer Pseudogynäkomastie notwendig, dass weiteres überschüssiges Gewebe beseitigt werden muss, damit sich die Haut im gewünschten Ausmaß zusammenzieht. Ist der Männerbusen sehr groß, muss die Fettabsaugung eventuell mit einer Hautstraffung kombiniert werden.

Welche Risiken und Komplikationen sind mit dem Eingriff verbunden?

Wer Männerbrüste straffen lassen möchte, unterzieht sich einem vergleichsweise komplikationsarmen und sicheren Eingriff. Dennoch können all die Komplikationen auftreten, die eine chirurgische Behandlung verursacht:

  • allergische Reaktionen auf das Narkosemittel
  • Wundheilungsstörungen
  • Schmerzen
  • unvorteilhafte Narbenbildung
  • Pigmentstörungen
  • Schwellungen (klingen nach spätestens drei bis sechs Monaten ab)
  • veränderte Formen der Brust oder Brustwarze

Leiden Betroffene unter länger andauernden unangenehmen Begleiterscheinungen, ist bei Bedarf die Einnahme spezieller Arzneimittel oder gar ein kleiner Korrektureingriff erforderlich.

Tipp der Redaktion: Mit einer gut durchdachten Wahl eines erfahrenen und renommierten Facharztes lassen sich diese Risiken auf ein Minimum beschränken. Weiterhin trägt eine gründliche Vor- und Nachsorge zum optimalen Behandlungsverlauf bei.

Diese Kosten entstehen durch die Straffung

Wer eine Bruststraffung der Männerbrüste vornehmen lassen möchte, muss mit einem Kostenaufwand von 1.800 bis etwa 2.900 Euro rechnen. Die Preise schwanken von Schönheitschirurg zu Schönheitschirurg sowie von Eingriff zu Eingriff.

Tipp der Redaktion: Wird die Behandlung als rein kosmetische Therapie eingestuft, muss ein an Gynäkomastie leidender Mann den Kostenaufwand der Operation selbst tragen. Stellt der behandelnde Facharzt jedoch eine medizinische Notwendigkeit für die OP fest, übernehmen Krankenversicherungen einen Teil oder sämtliche anfallende Kosten. Deshalb wird Betroffenen angeraten, sich vor dem Eingriff umfassend zu informieren.

Den richtigen Arzt für die Straffung der Männerbrust finden

Für den Eingriff sollten betroffene Männer einen plastischen Chirurgen konsultieren. Die korrekte Berufsbezeichnung eines plastischen Chirurgen lautet „Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie“. Mediziner, die diesen Titel tragen, haben nach ihrer medizinischen Grundausbildung eine sechsjährige Weiterbildung absolviert. Die dadurch erworbene Expertise verleiht den Ärzten die notwendigen Kompetenzen, um schönheitschirurgische Eingriffe sorgfältig und fachgerecht durchzuführen.

Vor- und Nachteile der Männerbusenstraffung

Es gibt viele Vorteile, die dafür sprechen, eine Männerbrust straffen zu lassen. Allerdings sollten sich Patienten vor Augen führen, dass die Straffung zwar nachhaltige Erfolge erzielen kann, jedoch nicht muss. Bei einem ungesunden Lebensstil Betroffener ist es nicht auszuschließen, dass die Wirkung der Männerbusenstraffung zeitlich stark begrenzt ist.

Vorteile

  • unterschiedliche chirurgische Behandlungsansätze stehen zur Wahl
  • relativ risikoarmes Verfahren
  • Behandlungserfolge kurze Zeit nach Operation sichtbar
  • deutlich verbesserte Lebensqualität

Nachteile

  • Langlebigkeit des Operationserfolgs hängt vom individuellen Lebensstil Betroffener ab
  • ohne medizinische Notwendigkeit müssen Patienten für Kosten selbst aufkommen
  • gründliche Vor- und Nachsorge ist für optimalen Behandlungsverlauf dringend notwendig