Kinnkorrektur

Eine Kinnkorrektur für ein gleichmäßiges Gesichtsprofil

Seit Jahren ist in der Schönheitsmedizin ein deutlich steigendes Interesse an Kinnkorrekturen zu verzeichnen. Hält diese Tendenz weiter an, gehören operative Veränderungen des Kinns vermutlich bald zu einem der am häufigsten angewendeten chirurgischen Eingriffe. Gründe für diesen Trend gibt es viele.

Ist das Kinn aufgrund eines Unfalls entstellt, besteht Bedarf an einem Kinnaufbau. Ist ein korrektiver Eingriff aus kosmetischen Gründen gewünscht, soll das Kinn zumeist markanter erscheinen oder sich harmonischer in die Gesichtskonturen einfügen. In jedem Fall trägt eine Kinnkorrektur dazu bei, sich in der eigenen Haut wohler zu fühlen und Betroffenen zu einer verbesserten Lebensqualität zu verhelfen.

Was ist eine Kinnkorrektur?

Ganz gleich, welche Beweggründe für die Kinnkorrektur ausschlaggebend sind: diese Behandlung ist stets mit einem operativen Eingriff verbunden. Ein sogenanntes fliehendes Kinn oder Gesichtsproportionen, die in diesem Bereich zu klein oder zu groß erscheinen, erzeugen ein unstimmiges, unausgewogenes Äußeres. Hierbei schafft diese Korrektur Abhilfe.

Denn mit diesem Eingriff verfolgen Mediziner stets das Ziel, im Gesicht ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen. Das Kinn sowie der verbleibende Teil des Gesichts sollen eine harmonische Einheit formen. Doch Betroffene müssen sich bewusst machen, dass auch Ärzte keine Wunder vollbringen können. Deshalb ist es bei diesem Verfahren besonders wichtig, Nutzen und Aufwand der Operation gegeneinander abzuwägen – insbesondere in Anbetracht etwaig auftretender Risiken.

Die Vorbehandlung: ein wichtiger Schritt zum operativen Erfolg

Die richtige Arztwahl spielt bei einer Kinnkorrektur vom ersten Moment an eine ausschlaggebende Rolle. Damit die Kinnkorrektur ein positives, zufriedenstellendes Ergebnis erzielt, muss ein versierter Mediziner die Gesichtsstruktur genau analysieren.

Diese Gesichtsanalyse inkludiert ein Abtasten des Gesichtsbereichs, eine Röntgenaufnahme sowie eine Gesichtsvermessung. Eine mögliche Aufklärung über das maximal erreichbare Behandlungsziel ist unerlässlich, um keine übermäßig hohen Hoffnungen zu schüren.

Des Weiteren sind Patienten und Patientinnen angehalten, vor der Operation diese vorbereitenden Maßnahmen zu treffen:

  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol bis zu zwei Wochen vor dem Eingriff
  • Verzicht auf blutverdünnende Arzneimittel sowie Schlafmittel

Der Ablauf der Behandlung

Der Ablauf der Korrektur orientiert sich in erster Linie am Umfang der Behandlung. Größere Eingriffe an Kiefer und Knochen erstrecken sich über mehrere Stunden. Kleinere Kinnkorrekturen dauern höchstens eine Stunde an. Der Schweregrad der medizinischen Methode entscheidet auch über die Form der Anästhesie.

  • lokale Anästhesie: Fettabsaugung bei Kinnverkleinerung, Vergrößerung der Kinnpartie durch Einbringung von Knorpelmasse
  • Vollnarkose: bei schweren Operationen wie einer Korrektur des Knochenapparats

Ist ein Eingriff mit lokaler Betäubung häufig nur mit einem ambulanten Aufenthalt in der ausgewählten Klinik verbunden, bedarf eine Operation unter Vollnarkose zumeist einer stationären Aufnahme. Die gewählten medizinischen Methoden hängen maßgeblich vom bestehenden medizinischen oder ästhetischen Problem ab.

Kinnkorrektur bei Kieferfehlstellung

Dieses Krankheitsbild ist die einzige Form, bei der eine medizinische Indikation für eine Kinnkorrektur vorliegt. Bei diesem Therapieansatz bewegen behandelnde Ärzte den Unterkieferknochen operativ in die gewünschte Richtung der Kinnregion.

Beseitigung eines Doppelkinns durch Liposuktion

Leiden Betroffene unter einem fettbedingten Doppelkinn, nehmen Fachärzte eine Liposuktion – die Fettabsaugung – vor. Unter allen Möglichkeiten einer Kinnkorrektur ist dieser Eingriff das einfachste und risikoärmste Verfahren.

Kinnkorrektur bei fliehendem Kinn

Bei einem sogenannten fliehenden Kinn nimmt ein Schönheitschirurg eine operative Verlängerung dieses Körperteils vor. Diesen Effekt erzielen Mediziner, indem ein Silikonimplantat auf das Kinn aufgesetzt oder körpereigenes Material an der Kinnspitze eingesetzt wird. Eine andere Option besteht darin, den Knochen am Kinn durchzusägen und den Bereich mithilfe eines Titanplättchens zu stabilisieren.

Bei diesem Verfahren hat ein Arzt zwei Möglichkeiten, die Füllstoffe in das Kinn zu implantieren.

  1. Das Implantat wird von der Unterseite in das Kinn eingebracht.
  2. Der Füllstoff wird von der Innenseite der Lippe ins Kinn implantiert

Kinnkorrektur bei dominantem Kinn

Eine Kinnkorrektur bei einem vorstehenden Kinn ist relativ aufwändig. Basiert das disharmonische Erscheinungsbild des Gesichts auf der Knochenstruktur, ist der korrektive Eingriff relativ umfangreich. Bei einem zu deutlich hervorstehenden Kinn wird der Kieferknochen zurückverlagert und anschließend fixiert.

offenes Kinn bei Operation

Welche Nachsorgemaßnahmen müssen Patienten einplanen?

Nach einer Kinnkorrektur müssen Betroffene einen Kinnverband für etwa 14 Tage tragen. Wird die Bandage entfernt, ziehen Mediziner zumeist am gleichen Tag die Fäden. Weiterhin müssen Patienten und Patientinnen nach einer Operation am Kinn diese Nachsorgemaßnahmen durchführen:

Müssen Betroffene nach der Behandlung mit Komplikationen rechnen?

Statistisch betrachtet treten nach einer Korrektur am Kinn relativ selten Komplikationen auf. Dennoch sind Abstoßungsreaktionen auf künstliche Implantate oder Wundinfektionen nicht 100%ig ausgeschlossen. Schmerzen und Blutergüsse sind eine mögliche Konsequenz der operativen Verfahren. Richten sich Betroffene nach den Nachsorgehinweisen der Mediziner, klingen diese Komplikationen jedoch binnen weniger Tage ab.

Einige der größeren, aber dennoch relativ selten auftretenden Risiken sind:

  • Verletzung von Nerven am Hals oder im Gesicht
  • unzureichende Fixierung oder Durchtrennung von Muskeln am Hals oder im Gesicht
  • Taubheitsgefühle
  • Nervenschädigungen
  • eingeschränkte Mimik
  • Empfindungsstörunge

Wie groß sind die Risiken einer Narbenbildung?

Ein großer Vorteil der Kinnkorrektur ist, dass nach dem Eingriff so gut wie keine Narben zurückbleiben. Einen Großteil der Operationen nehmen Ärzte über die Mundhöhle vor. Aus dem Grund setzen Mediziner den Schnitt an der „Kreuzung“ zwischen Mund- und Lippenschleimhaut. Eine andere Methode setzen Ärzte bei der Fettabsaugung eines Doppelkinns ein. Bei dieser Therapiemethode setzen die behandelnden Mediziner notwendige Stiche in der Halsfalte sowie hinter den Ohren.

Kosten der Korrektur

Je umfangreicher die Kinnkorrektur, desto höher sind auch die Kosten. Deshalb ist es nicht möglich, eine allgemeingültige Aussage über den Kostenansatz dieses Eingriffs zu treffen. Kleinere Operationen am Kinn fallen mit Preisen von etwa 1.200 Euro zu Buche. Allerdings steigen auch diese Kosten schnell, wenn sich Patienten für einen Einsatz kostenintensiver Materialien entscheiden. Wesentlich höher sind die Preise für Korrekturen, die unter Vollnarkose durchgeführt werden. In diesen Fällen müssen Betroffene ein Budget von ungefähr 3.000 Euro einplanen.

Krankenkassen tragen den finanziellen Aufwand nur bei bestehender medizinischer Indikation. Diese Situation tritt beispielsweise bei massiven Härtefällen ein. Sind Betroffene durch ihre Gesichtsform im Alltag eingeschränkt oder besteht dadurch ein ernstzunehmender psychischer Leidensdruck, erhöhen sich die Chancen auf eine Kostenübernahme durch Krankenversicherungen.

Die richtigen Mediziner

Eine Kinnkorrektur wird ausschließlich durch Fachärzte vorgenommen. Allerdings sollten zukünftige Patienten bedenken, dass der Titel „Schönheitschirurg“ juristisch nicht geschützt ist. Mediziner mit den Titeln „Facharzt für plastische Chirurgie“ oder „Facharzt für plastisch-ästhetische Chirurgie“ verfügen über die notwendigen Fertigkeiten, um ein Kinn operativ fachmännisch zu korrigieren.

Vor- und Nachteile der Kinnkorrektur

Ein dominantes oder fliehendes Kinn kann das Selbstwertgefühl deutlich beeinträchtigen. Deshalb ist eine Kinnkorrektur ein probates Mittel, um sich selbst völlig anders wahrzunehmen und von anderen Menschen positiver wahrgenommen zu werden. Konsultieren Betroffenen einen renommierten und seriösen Facharzt, sprechen die Vorteile einer Kinnkorrektur deutlich für diesen Eingriff.

Vorteile

  • geringe, eher unauffällige Narbenbildung
  • verbessertes Selbstwertgefühl
  • harmonischeres Gesichtsbild
  • geringes Risiko für auftretende Komplikationen

Nachteile

  • Erfolg für Kinnkorrektur steht in engem Zusammenhang mit gewähltem Arzt
  • Krankenkassen tragen OP-Kosten nur bei medizinischer Indikation

Häufige Fragen zum Thema Kinnkorrektur

Welche Kinnkorrekturen gibt es?

Bei einem fliehenden Kinn verlängert der Chirurg die Partie mit einem Silikonimplantat, körpereigenem Material an der Kinnspitze oder durch Durchsägen und Stabilisieren des Knochens mit einem Titanplättchen. Ein zu dominantes Kinn erfordert die Rückverlagerung des Kieferknochens. Bei einem fettbedingten Doppelkinn genügt eine Fettabsaugung.

Implantat oder Eigengewebe?

Wenn mehrere Implantatformen zur Wahl stehen, sind Transplantate aus körpereigenen Substanzen vorzuziehen, also Knochenmaterial oder Knorpel. Silikon und ähnliche Materialien sind nur dann empfehlenswert, wenn sie aus medizinischen Gründen die bessere Wahl sind.

Wie wird betäubt?

Kleinere Eingriffe wie die Fettabsaugung am Kinn oder das Einbringen von Knorpelmasse erfolgen unter örtlicher Betäubung und meist ambulant. Für schwere Operationen am Knochenapparat ist eine Vollnarkose mit stationärer Aufnahme nötig. Kleinere Korrekturen dauern höchstens eine Stunde, größere Eingriffe an Kiefer und Knochen mehrere Stunden.

Bleiben Narben zurück?

So gut wie keine. Einen Großteil der Operationen nehmen Ärzte über die Mundhöhle vor und setzen den Schnitt an der Kreuzung zwischen Mund- und Lippenschleimhaut. Bei der Fettabsaugung eines Doppelkinns liegen die Stiche in der Halsfalte und hinter den Ohren.

Was ist nach dem Eingriff zu beachten?

Etwa 14 Tage lang wird ein Kinnverband getragen, am Tag seiner Entfernung ziehen Ärzte meist auch die Fäden. Die Kinnpartie sollte regelmäßig gekühlt werden, nach Operationen an der Lippeninnenseite fördern Mundspülungen die Wundheilung. In den ersten Tagen weiche Kost wie Suppen, und bis zu 14 Tage kein Sport und keine anstrengenden Aktivitäten.

Welche Komplikationen sind möglich?

Selten kommt es zu Abstoßungsreaktionen auf künstliche Implantate oder Wundinfektionen. Schmerzen und Blutergüsse sind möglich, klingen bei guter Nachsorge aber binnen weniger Tage ab. Größere, aber seltene Risiken sind Verletzungen von Nerven im Gesicht oder am Hals, Taubheitsgefühle, eine eingeschränkte Mimik und Empfindungsstörungen.

Was kostet eine Kinnkorrektur?

Kleinere Operationen beginnen bei etwa 1.200 Euro, mit kostenintensiven Materialien steigt der Preis. Eingriffe unter Vollnarkose liegen bei rund 3.000 Euro. Die Kassen zahlen nur bei medizinischer Indikation, etwa bei einer Kieferfehlstellung oder wenn Betroffene im Alltag deutlich eingeschränkt sind oder erheblich psychisch leiden.