Vorhautbändchenplastik

Die Frenulumplastik: was tun, wenn das Vorhautbändchen verkürzt ist?

Ein verkürztes Vorhautbändchen stellt Betroffene vor viele Probleme. Erektionen empfinden Männer mit diesem Krankheitsbild oft als schmerzhaft. In vielen Fällen reißt das kleine Bändchen an der Vorhaut wiederholt ein. Bei einem besonders tragischen Krankheitsverlauf klagen Patienten über starke Blutungen. Diese Blutungen treten aus der Arteria Frenularis aus, einem in dem Vorhautbändchen befindlichen Gefäß. Der Leidensdruck betroffener Männer ist groß. Jede Erektion ist bei einem verkürzten Frenulum mit Schmerzen verbunden. Die richtige medizinische Maßnahme, um dieses Problem zu beheben, ist die Frenulumplastik.

Was bewirkt die Operation?

Die Vorhautbändchenplastik – der medizinische Fachbegriff lautet Frenulumplastik – wirkt der Verkürzung des Vorhautbändchens entgegen. Mediziner betrachten diesen Eingriff als Alternative zur Beschneidung. Nach dem Eingriff fällt der Leidensdruck behandelter Männer ab. Sorgen um Schmerzen bei jeder Erektion gehören der Vergangenheit an. Somit trägt dieser kleine Eingriff zu einer deutlich verbesserten Lebensqualität bei.

Der Ablauf des Eingriffs

Das Vorhautbändchen verbindet die Eichel mit der Vorhaut. Ist dieses Bändchen zu kurz, wird diese Körperpartie im Rahmen der OP durchschnitten und anschließend wieder zusammengenäht. Diese chirurgische Therapieform dauert etwa 30 Minuten an und wird zumeist ambulant vorgenommen. Falls nicht anders gewünscht, erhalten erwachsene Männer für die Vorhautbändchenplastik eine lokale Anästhesie. Bei Kindern wird die Operation häufig unter Vollnarkose durchgeführt. Der Eingriff verläuft in folgenden Schritten:

  1. gründliche Desinfektion des Penis
  2. Abbindung der Arterie, durch welche das Vorhautbändchen verläuft (mit einem Schnitt ober- und unterhalb der Arterie)
  3. Längsschnitt an Vorhautbändchen entlang
  4. Vernähen des Schnitts mit selbstauflösendem Faden

Durch diese Vorgehensweise nehmen Ärzte automatisch eine Verlängerung des Vorhautbändchens vor. Damit die Wunde nicht verklebt, müssen Patienten regelmäßig eine Salbe auftragen. Diese Salbe beugt auch einem Einreißen der chirurgischen Fäden vor. Verläuft die Operation unter Lokalanästhesie optimal, dürfen behandelte Männer die Klinik noch am gleichen Tag wieder verlassen. Eine Frenulumplastik ist nur partiell mit einer Zirkumzisionaufgrund einer Phimose vergleichbar.

Nach der OP: darauf müssen Männer achten

Nach der Frenulumplastik dauert es etwa 10 bis 14 Tage, bis sich die für die Operation verwendeten Fäden von allein lösen oder ausfallen. Regelmäßig durchgeführte Kamillenbäder mit einem Zeitumfang von etwa 15 Minuten tragen zum optimalen Heilungsverlauf bei und beugen Infektionen vor. Zusätzlich verschreiben die behandelnden Ärzte normalerweise Schmerzmittel sowie Entzündungshemmer. Des Weiteren sollten betroffene Männer für etwa vier Wochen auf Masturbation sowie Geschlechtsverkehr verzichten. Ist dieser Zeitraum überschritten und treten anschließend noch immer Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf, ist eine Konsultation beim behandelnden Arzt dringend anzuraten.

Mögliche Risiken und Komplikationen

Folgende gesundheitliche Begleiterscheinungen sind nach einer Frenulumplastik relativ typisch:

  • Nachblutung
  • Narbenbildung
  • Wundinfekte

Ferner ist bei einem zu tiefen Einschnitt die Beschädigung der Harnröhre nicht auszuschließen. Lösen sich die Fäden wider Erwarten nicht von selbst auf, müssen Ärzte die Entfernung der Fäden manuell vornehmen. Die Hoden werden bei einer Frenulumplastik nicht behandelt.

Vorhautbändchenplastik: welcher Arzt führt die Behandlung durch?

Die Vorhautbändchenplastik ist kein typisches Feld der plastischen Chirurgie. Ansprechpartner für diese Operation sind Urologen bzw. Fachärzte für Urologie. Auf der Suche nach einem Facharzt sollten potentielle Patienten bedenken, dass die Bezeichnung „Schönheitschirurg“ in Deutschland nicht rechtlich geschützt ist. Zeichnet sich ein Arzt als „Schönheitschirurg“ aus, muss dieser keinerlei ausbildungsspezifische Nachweise vorlegen. Ein anderer Fall liegt bei Fachärzten für Urologie vor. Diese Mediziner haben nach ihrer medizinischen Grundausbildung eine zusätzliche mehrjährige Facharztausbildung absolviert. Im Rahmen dieser Ausbildung haben die Ärzte die notwendigen theoretischen und praktischen Kenntnisse erlangt, um die chirurgische Behandlung durchzuführen. Alternativ zur Urologie kommen Fachärzte für Chirurgie in Betracht.

Wer trägt die Kosten?

Die Vorhautbändchenplastik ist im Gegensatz zur Vasektomie ein operatives Verfahren, das normalerweise einer medizinischen Notwendigkeit bedarf. Der klassische Weg sieht vor, dass Fachärzte den Eingriff nur bei Männern mit entsprechenden gesundheitlichen Einschränkungen vornehmen. Da die Behandlung dadurch medizinisch begründet ist, kommen private oder gesetzliche Krankenversicherungen für die Behandlungskosten auf. Dennoch wird Männern vor dem Eingriff nahegelegt, die Krankenkassen über die geplante Behandlung in Kenntnis zu setzen. Der Kostenumfang dieses medizinischen Verfahrens beläuft sich auf mehrere hundert Euro.

Vor- und Nachteile der Frenulumplastik

Leiden Männer an einem zu kurzen Vorhautbändchen, ist die Frenulumplastik der logische Behandlungsschritt. Letztendlich ist eine Durchführung dieser Operation zwar nur eine Kann-Option. Allerdings erleichtert die Behandlung den Patienten den Umgang mit der eigenen Sexualität deutlich.

Vorteile

  • verhältnismäßig kleine und risikoarme Operation
  • bei medizinischer Notwendigkeit tragen Krankenkassen die Behandlungskosten
  • umfangreiche Auswahlmöglichkeiten aus Ärzten
  • OP-Ergebnis ist von lebenslanger Dauer für Patienten

Nachteile

  • relativ intensive und langwierige Nachsorgemaßnahmen sind erforderlich

Häufige Fragen zum Thema Vorhautbändchenplastik

Wann ist eine Frenulumplastik nötig?

Wenn das Vorhautbändchen zu kurz ist und jede Erektion schmerzt. Häufig reißt das Bändchen wiederholt ein, in schweren Fällen kommt es zu starken Blutungen aus der Arteria frenularis, dem Gefäß im Vorhautbändchen. Der Eingriff gilt als Alternative zur Beschneidung.

Wie läuft die Operation ab?

In etwa 30 Minuten, meist ambulant. Nach der Desinfektion des Penis bindet der Arzt die Arterie mit je einem Schnitt ober- und unterhalb ab, setzt einen Längsschnitt entlang des Vorhautbändchens und vernäht ihn mit selbstauflösendem Faden. Dadurch verlängert sich das Bändchen.

Welche Betäubung bekomme ich?

Erwachsene Männer erhalten in der Regel eine örtliche Betäubung und dürfen die Klinik bei normalem Verlauf noch am selben Tag verlassen. Bei Kindern wird der Eingriff häufig unter Vollnarkose durchgeführt.

Wie lange bin ich krankgeschrieben?

Etwa eine Woche sollte für die Genesung eingeplant werden. Die Fäden lösen sich innerhalb von 10 bis 14 Tagen von selbst.

Was hilft bei der Heilung?

Regelmäßige Kamillenbäder von etwa 15 Minuten beugen Infektionen vor. Eine Salbe verhindert, dass die Wunde verklebt oder die Fäden einreißen. Meist verordnet der Arzt zusätzlich Schmerzmittel und Entzündungshemmer.

Wann darf ich wieder duschen?

Etwa drei Tage nach dem Eingriff. Wichtig ist, den Penis in der Anfangszeit keinesfalls mit Seife zu säubern, die Wunde darf nicht mit Seife in Berührung kommen.

Wann ist wieder Sex möglich?

Nach etwa vier Wochen. Bis dahin sollte auf Geschlechtsverkehr und Masturbation verzichtet werden. Treten danach immer noch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf, gehört man zum behandelnden Arzt.

Zahlt die Krankenkasse?

Ja. Der Eingriff wird in der Regel nur bei entsprechenden gesundheitlichen Einschränkungen vorgenommen und ist damit medizinisch begründet, private wie gesetzliche Kassen übernehmen die Kosten von mehreren hundert Euro. Die Kasse sollte vorher informiert werden.